Wegen eines bundesweiten Apothekenprotests bleiben am heutigen Montag viele Apotheken geschlossen. Apotheker fordern höhere Honorare für den Verkauf von Arzneimitteln, da ihre Kosten in den letzten Jahren gestiegen sind, während ihre Vergütung stagniert. Notdienste gewährleisten die Versorgung mit dringend benötigten Medikamenten.

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Zeitlicher Ablauf
- Apothekerverbände rufen zum bundesweiten Protesttag am 23. März auf.
- Apothekeninhaber beteiligen sich durch Schließung ihrer Apotheken.
- Zentrale Protestveranstaltungen sind in Berlin, München, Düsseldorf und Hannover geplant.
- Apotheker fordern eine Erhöhung des Fixbetrags von 8,35 Euro auf 9,50 Euro pro verkauftem Medikament.
Apotheken Protest: Was steckt dahinter?
Der Apothekenprotest am heutigen Montag ist eine Reaktion auf die seit Jahren stagnierenden Honorare bei steigenden Betriebskosten. Die Apotheker fordern eine Anpassung ihrer Vergütung, um die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten auch in Zukunft sicherstellen zu können. Die Apothekenlandschaft ist durch den zunehmenden Wettbewerb mit Versandapotheken zusätzlich unter Druck geraten.
⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:
- Aktenzeichen: azeuten
- Aktenzeichen: azeutisch-technische
- Aktenzeichen: azeutisch-kaufm
- Betrag: 160.000 Euro
Was fordern die Apotheker konkret?
Die Apothekerschaft fordert eine Erhöhung des Fixbetrags, den sie für jede verkaufte verschreibungspflichtige Verpackung erhalten, von 8,35 Euro auf 9,50 Euro. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) sind die Kosten der Apotheken in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen, während die Vergütung stagniert. Diese Erhöhung ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehen, wurde aber bisher nicht umgesetzt. (Lesen Sie auch: Bundesweiter Protesttag: Was verdienen eigentlich Apotheker?)
Die Apothekerpreise für verschreibungspflichtige Medikamente sind gesetzlich festgelegt und können von den Apotheken nicht selbst bestimmt werden. Die Honorare sind somit die Haupteinnahmequelle für Apotheken.
Warum ist der Apotheken Protest notwendig?
Die Apothekerverbände sehen den Protesttag als notwendiges Signal an die Politik, um auf die wirtschaftliche Situation der Apotheken aufmerksam zu machen. Laut Abda-Präsident Thomas Preis wehren sich die Apotheker dagegen, „dass die Apotheken kaputtgespart werden“. Ohne eine Anpassung der Honorare droht eine weitere Schließungswelle von Apotheken, was die Versorgung der Bevölkerung gefährden könnte. Wie Stern berichtet, hat seit 2013 beinahe jede fünfte Apotheke dichtgemacht.
Wie ist die aktuelle Situation der Apothekenlandschaft?
Die Apothekenlandschaft befindet sich seit Jahren im Umbruch. Ende 2025 gab es laut Abda bundesweit 16.601 Apotheken, 440 weniger als ein Jahr zuvor. Der Vormarsch der Versandapotheken trägt ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. Die Apotheken vor Ort sehen sich zunehmend mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, die durch steigende Kosten und stagnierende Honorare verstärkt werden.
Welche Rolle spielt die Politik?
Die Apotheker fordern von der Politik, zu ihren Zusagen im Koalitionsvertrag zu stehen und die Erhöhung des Fixbetrags umzusetzen. „Die Politik muss jetzt zu ihrer Zusage stehen“, fordert Abda-Präsident Preis. Andernfalls werde die Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen. Die Apotheker sehen die Politik in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung sicherzustellen. Die Apotheker befürchten, dass ohne die Anpassung der Honorare die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung gefährdet ist, insbesondere in ländlichen Regionen. (Lesen Sie auch: BGH Klimaklagen: Müssen BMW und Mercedes Verbrenner…)
Ende 2025 gab es in Deutschland 16.601 Apotheken, was einem Rückgang von 440 Apotheken im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2013 hat beinahe jede fünfte Apotheke geschlossen. Die Kosten der Apotheken sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen. Der geforderte Fixbetrag pro verkauftem Medikament beträgt aktuell 8,35 Euro und soll auf 9,50 Euro erhöht werden.
Die Abda setzt sich für die Interessen der Apotheker ein. Die Apothekenbetriebsordnung regelt die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Apotheken. Die Notdienstapotheke in der Nähe findet man über das Onlineportal der Apotheken.
Häufig gestellte Fragen
Warum beteiligen sich Apotheken an einem Protesttag?
Apotheken beteiligen sich an Protesttagen, um auf ihre wirtschaftliche Situation aufmerksam zu machen und höhere Honorare für ihre Leistungen zu fordern. Sie argumentieren, dass steigende Kosten und stagnierende Vergütungen ihre Existenz gefährden. (Lesen Sie auch: Gewinnwarnung 2025: Börsenkonzerne Senken Ihre Ziele Drastisch)
Welche Auswirkungen hat der Apothekenprotest auf Patienten?
Der Apothekenprotest kann dazu führen, dass Patienten vorübergehend vor verschlossenen Türen stehen. Allerdings wird die Versorgung mit Notfallmedikamenten durch Notdienstapotheken sichergestellt. Patienten sollten sich im Voraus informieren.
Wie hoch sind die aktuellen Honorare der Apotheker?
Apotheker erhalten derzeit einen Fixbetrag von 8,35 Euro pro verkauftem verschreibungspflichtigen Medikament. Sie fordern eine Erhöhung dieses Betrags auf 9,50 Euro, um ihre gestiegenen Kosten decken zu können.
Welche Rolle spielen Versandapotheken im Apothekenmarkt?
Versandapotheken haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und stellen eine Konkurrenz für die stationären Apotheken dar. Sie bieten oft günstigere Preise, was den Wettbewerbsdruck auf die traditionellen Apotheken erhöht.
Was passiert, wenn die Apothekenhonorare nicht erhöht werden?
Wenn die Apothekenhonorare nicht erhöht werden, befürchten die Apothekerverbände eine weitere Schließungswelle von Apotheken. Dies könnte insbesondere in ländlichen Regionen zu einer Verschlechterung der Arzneimittelversorgung führen. (Lesen Sie auch: Podcast „Die Boss – Macht ist weiblich“:…)















