Der Besuch von US-Vizepräsident J.D. Vance in Armenien und Aserbaidschan im Februar 2026 hat in Moskau für Unruhe gesorgt. Beobachter sehen darin ein Zeichen für ein wachsendes Engagement der USA im Südkaukasus, einer Region, die traditionell als Einflussgebiet Russlands gilt. Die Reise unterstreicht Amerikas Desinteresse an Russlands beanspruchten Einflusszonen und die Schwäche des Kremls, so das Center for European Policy Analysis (CEPA).

Hintergrund: Armenien im Spannungsfeld geopolitischer Interessen
Armenien, eingebettet zwischen der Türkei, dem Iran, Georgien und Aserbaidschan, ist seit Jahrhunderten ein Schauplatz geopolitischer Rivalitäten. Seine strategische Lage und seine historische Verbindung zu Russland haben es zu einem wichtigen Akteur in der Region gemacht. Der Konflikt mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach hat die Situation zusätzlich verkompliziert und Armenien in eine schwierige Lage gebracht. Traditionell unterhält Armenien enge Beziehungen zu Russland, ist aber gleichzeitig bestrebt, seine Beziehungen zu anderen Ländern, einschließlich der USA, zu diversifizieren. Dies spiegelt das Bestreben wider, seine Abhängigkeit von Russland zu verringern und neue Partnerschaften zu knüpfen. (Lesen Sie auch: Fasnachtsumzug lockt Zehntausende nach Frankenthal)
Vances Besuch in Armenien: Ein Zeichen des Wandels?
Der Besuch von Vizepräsident Vance war der erste hochrangige Besuch eines US-Regierungsvertreters in Armenien seit langem. Dies deutet auf ein wachsendes Interesse der USA an der Region hin. Laut CEPA signalisiert der Besuch, dass die USA bereit sind, in Gebiete vorzudringen, die der Kreml gerne als sein „nahes Ausland“ bezeichnet. Obwohl die USA keine militärische Präsenz in der Region planen, zielen sie darauf ab, ihre wirtschaftliche und politische Einflussnahme auszubauen. Dies könnte sich in einer verstärkten Zusammenarbeit in Bereichen wie der friedlichen Nutzung der Atomenergie äußern, wie die Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung während Vances Besuch zeigt.
Reaktionen aus Russland
Die Reaktion aus Russland auf Vances Besuch fiel laut CEPA frustriert aus. Die staatlich kontrollierte Zeitung Kommersant beklagte Enttäuschung, Frustration und ein Gefühl der Hilflosigkeit angesichts der wachsenden US-Präsenz im Südkaukasus. Der Autor des Artikels führte dies auf die übermäßige Konzentration Russlands auf den Konflikt in der Ukraine zurück, die dem Kreml die Hände in anderen Bereichen binde. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass Russland die verstärkte US-Aktivität in der Region als Herausforderung seiner eigenen Interessen wahrnimmt. (Lesen Sie auch: Marc Metzger sagt Karnevals-Session krankheitsbedingt)
Die „Donroe-Doktrin“ und die Rolle der USA
Ein Artikel in The Nation bezeichnet Vances Reise als Ausdruck der „Donroe-Doktrin“ der Trump-Administration. Diese Doktrin, so der Autor, basiere auf dem Prinzip, dass „Macht Recht schafft“ in der internationalen Politik. Die Trump-Administration zeige wenig Respekt vor dem Völkerrecht und verfolge stattdessen eine Politik, die auf Stärke und Einflussnahme basiert. wird Vances Besuch als Versuch gesehen, den amerikanischen Einfluss in der Region zu stärken und Druck auf den Iran auszuüben. Es wird argumentiert, dass die Regierung Trump wenig Wert auf internationale Abkommen legt und stattdessen auf eine Politik der Stärke setzt, was sich in ihrem Vorgehen in verschiedenen Regionen der Welt widerspiegelt.
Armenien zwischen Ost und West: Eine Gratwanderung
Für Armenien stellt die verstärkte US-Präsenz eine Chance und eine Herausforderung dar. Einerseits könnte sie dem Land helfen, seine Abhängigkeit von Russland zu verringern und neue wirtschaftliche und politische Partnerschaften zu knüpfen. Andererseits besteht die Gefahr, dass Armenien in einen neuen Konflikt zwischen den Großmächten hineingezogen wird. Die armenische Regierung steht vor der schwierigen Aufgabe, eine ausgewogene Außenpolitik zu verfolgen, die die Interessen des Landes wahrt und gleichzeitig die Beziehungen zu allen wichtigen Akteuren in der Region aufrechterhält. Dies erfordert ein hohes Maß an diplomatischer Geschicklichkeit und ein klares Verständnis der geopolitischen Dynamik im Südkaukasus. (Lesen Sie auch: Agnes Reisch: Skispringerin spricht offen über Menstruation)
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die verstärkte US-Präsenz im Südkaukasus könnte die regionale Stabilität gefährden. Russland wird bestrebt sein, seinen Einfluss in der Region zu verteidigen, was zu Spannungen mit den USA führen könnte. Für Armenien bedeutet dies, dass es sich auf eine Zeit der Unsicherheit und des Wandels einstellen muss. Es wird entscheidend sein, dass das Land seine eigenen Interessen klar definiert und eine Außenpolitik verfolgt, die seine Souveränität und Sicherheit wahrt. Die Europäische Union spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Region. Sie kann als Vermittler auftreten und Armenien bei der Umsetzung von Reformen und der Stärkung seiner Demokratie unterstützen. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit der EU könnte Armenien helfen, seine Abhängigkeit von Russland zu verringern und seine Beziehungen zu anderen Ländern zu diversifizieren. Mehr Informationen zur Außenpolitik Armeniens finden sich auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Die Entwicklung im Südkaukasus bleibt dynamisch. Es ist wichtig, die Ereignisse genau zu beobachten und die verschiedenen Perspektiven zu berücksichtigen, um ein umfassendes Bild der Lage zu erhalten. Die Rolle der USA, Russlands und anderer regionaler Akteure wird entscheidend für die Gestaltung der Zukunft der Region sein. (Lesen Sie auch: Mallorca – Betis: gegen: Verdiblancos erobern Palma)
Häufig gestellte Fragen zu armenien
Häufig gestellte Fragen zu armenien
Warum ist der Besuch des US-Vizepräsidenten in Armenien von Bedeutung?
Der Besuch signalisiert ein wachsendes Interesse der USA an der Region Südkaukasus, die traditionell als Einflussgebiet Russlands gilt. Es deutet auf eine mögliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse und eine verstärkte US-amerikanische Einflussnahme in der Region hin.
Welche Reaktion hat der Besuch in Russland hervorgerufen?
Russland hat frustriert auf den Besuch reagiert, da es eine Einmischung der USA in seine traditionelle Einflusssphäre sieht. Die russische Zeitung Kommersant äußerte Enttäuschung und Hilflosigkeit angesichts der wachsenden US-Präsenz.
Welche Rolle spielt Armenien in diesem geopolitischen Kontext?
Armenien befindet sich in einer strategisch wichtigen Lage zwischen der Türkei, dem Iran, Georgien und Aserbaidschan. Es versucht, seine Beziehungen zu Russland zu diversifizieren und neue Partnerschaften mit anderen Ländern, einschließlich der USA, zu knüpfen, um seine Abhängigkeit zu verringern.
Welche Ziele verfolgen die USA mit ihrem Engagement in Armenien?
Die USA planen keine militärische Präsenz in der Region, sondern zielen darauf ab, ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss auszubauen. Dies könnte sich in einer verstärkten Zusammenarbeit in Bereichen wie der friedlichen Nutzung der Atomenergie äußern.
Was bedeutet die verstärkte US-Präsenz für die Stabilität im Südkaukasus?
Die verstärkte US-Präsenz könnte die regionale Stabilität gefährden, da Russland bestrebt sein wird, seinen Einfluss zu verteidigen. Dies könnte zu Spannungen zwischen den USA und Russland führen und Armenien in eine schwierige Lage bringen.
