Nach der Analyse von Proben aus vier Steinbrüchen fordert das Burgenland bundesweite Grenzwerte für Asbest. Die Ergebnisse der Analysen werden in den kommenden Wochen erwartet, während die Grünen bereits einen entsprechenden Antrag im Nationalrat angekündigt haben.

Warum drängt das Burgenland auf bundesweite Grenzwerte für Asbest?
Die burgenländische Landesregierung reagiert auf mögliche Gesundheitsrisiken für Arbeiter in Steinbrüchen. Asbest, ein bekanntes Karzinogen, kann bei der Bearbeitung von Gestein freigesetzt werden. Um die Gesundheit der Bevölkerung und der Arbeiter zu schützen, sollen nun österreichweit einheitliche und verbindliche Grenzwerte festgelegt werden. Die Grünen unterstützen diese Forderung mit einem Antrag im Nationalrat. Asbest Burgenland steht dabei im Mittelpunkt.
Die wichtigsten Fakten
- Proben aus vier burgenländischen Steinbrüchen werden auf Asbest untersucht.
- Die Ergebnisse der Analysen werden in vier Wochen erwartet.
- Die Grünen kündigen einen Nationalratsantrag für bundesweite Grenzwerte an.
- Asbest ist ein bekanntes Karzinogen und kann bei der Bearbeitung von Gestein freigesetzt werden.
Die Situation in burgenländischen Steinbrüchen
Die Problematik der Asbestbelastung in Steinbrüchen ist nicht neu, rückt aber durch die Initiative des Burgenlandes wieder verstärkt in den Fokus. Steinbrüche, in denen Gestein abgebaut wird, können natürliche Asbestvorkommen aufweisen. Bei der Bearbeitung des Gesteins, beispielsweise durch Sprengen, Schneiden oder Brechen, können Asbestfasern freigesetzt werden. Diese Fasern sind lungengängig und können bei langfristiger Exposition zu schweren Erkrankungen wie Asbestose oder Lungenkrebs führen.
Die burgenländische Landesregierung hat daher Proben aus vier Steinbrüchen entnommen und analysieren lassen. Diese Analysen sollen Aufschluss darüber geben, wie hoch die Asbestbelastung in den jeweiligen Betrieben ist. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, da sie die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden werden. (Lesen Sie auch: Asbest Fund Burgenland: Greenpeace warnt vor Gefahren)
Der Nationalratsantrag der Grünen
Die Grünen unterstützen die Forderung nach bundesweiten Grenzwerten und haben angekündigt, einen entsprechenden Antrag im Nationalrat einzubringen. Ziel des Antrags ist es, einheitliche Standards für den Umgang mit Asbest in Steinbrüchen zu schaffen und die Gesundheit der Arbeiter bestmöglich zu schützen. Der Antrag soll sicherstellen, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden und dass bei Überschreitung der Grenzwerte umgehend Maßnahmen ergriffen werden, um die Exposition zu minimieren.
Ein solcher Antrag könnte auch für Deutschland relevant sein, da auch dort Steinbrüche mit natürlichen Asbestvorkommen existieren. Die Einführung von Grenzwerten in Österreich könnte somit auch eine Vorbildfunktion für andere Länder haben.
In Österreich ist das Arbeitsinspektorat für die Überwachung der Einhaltung von Arbeitnehmerschutzbestimmungen zuständig. Es führt regelmäßige Kontrollen in Betrieben durch und kann bei Verstößen Sanktionen verhängen.
Welche gesundheitlichen Risiken birgt Asbest?
Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene natürlich vorkommende, faserförmige Minerale. Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit, Festigkeit und chemischen Beständigkeit wurde Asbest in der Vergangenheit in zahlreichen Produkten eingesetzt, beispielsweise in Baumaterialien, Textilien und Bremsbelägen. Die gesundheitsschädliche Wirkung von Asbest ist jedoch seit langem bekannt. Die AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) bietet umfassende Informationen zum Thema Asbest und Gesundheitsschutz. (Lesen Sie auch: Greenpeace verzeichnete weitere Asbestfunde im Burgenland)
Das Einatmen von Asbestfasern kann zu verschiedenen Erkrankungen führen, darunter Asbestose (eine chronische Lungenerkrankung), Lungenkrebs, Mesotheliom (eine seltene Krebserkrankung des Brust- oder Bauchfells) und Kehlkopfkrebs. Die Latenzzeit zwischen der Exposition und dem Auftreten der Erkrankung kann dabei mehrere Jahrzehnte betragen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Exposition gegenüber Asbest so gering wie möglich zu halten.
Wie Der Standard berichtet, ist die Sensibilisierung für die Gefahren von Asbest in Österreich in den letzten Jahren gestiegen, was die aktuelle Initiative des Burgenlandes unterstreicht.
Mögliche Konsequenzen und nächste Schritte
Sollten die Analysen in den burgenländischen Steinbrüchen eine erhöhte Asbestbelastung bestätigen, sind verschiedene Maßnahmen denkbar. Neben der Festlegung von Grenzwerten könnten dies beispielsweise die Einführung von Schutzmaßnahmen für die Arbeiter, die Sanierung belasteter Bereiche oder sogar die Schließung von Steinbrüchen sein. Die genauen Maßnahmen werden von den Ergebnissen der Analysen und den politischen Entscheidungen abhängen.

Die Initiative des Burgenlandes könnte auch dazu führen, dass das Thema Asbestbelastung in Steinbrüchen österreichweit neu bewertet wird. Es ist denkbar, dass auch in anderen Bundesländern ähnliche Untersuchungen durchgeführt werden und dass die nationalen Vorschriften zum Schutz vor Asbest überarbeitet werden. Das österreichische Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bietet Informationen zu Gesundheitsrisiken und Schutzmaßnahmen. (Lesen Sie auch: Greenpeace verzeichnete weitere Asbestfunde im Burgenland)
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Situation entwickelt und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden, um die Gesundheit der Arbeiter in burgenländischen und potenziell auch in anderen österreichischen Steinbrüchen zu schützen.
Die Forderung des Burgenlandes nach bundesweiten Grenzwerten für Asbest in Steinbrüchen ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Gesundheit der Arbeiter. Die Ergebnisse der Analysen und die weiteren politischen Entscheidungen werden zeigen, ob und wie diese Forderung umgesetzt wird. Die Thematik der Asbestbelastung in Steinbrüchen ist ein relevantes Thema für den Arbeitnehmerschutz und die öffentliche Gesundheit in Österreich und darüber hinaus.
