Die Asylpolitik in Europa steht vor einer Zerreißprobe, wie aktuelle Zahlen vom 26.02.2026 belegen. Das Dublin-System, einst als Eckpfeiler einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik konzipiert, erweist sich in der Praxis als weitgehend wirkungslos. Insbesondere Deutschland trägt die Last eines Systems, an das sich immer weniger Partnerstaaten halten, was zu einer alarmierend hohen Scheiterquote bei Rückführungen führt.
Das Dublin-Verfahren in der EU, das die Zuständigkeit für Asylanträge regeln soll, ist in der Praxis gescheitert. Exklusive Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigen, dass 85 Prozent der von Deutschland angestrebten Rückführungen in andere EU-Staaten nicht zustande kommen. Dies stellt eine enorme Belastung für die deutschen Behörden und Kommunen dar und untergräbt das Prinzip der europäischen Solidarität.
Das Wichtigste in Kürze
- Hohe Zahl an Ersuchen: Deutschland stellte 2025 insgesamt 35.942 Übernahmeersuchen an andere Dublin-Staaten.
- Geringe Erfolgsquote: Von diesen Ersuchen führten nur 5.377 zu einer tatsächlichen Überstellung, was einer Erfolgsquote von lediglich 15 Prozent entspricht.
- Scheiterquote von 85%: Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 85 Prozent aller geplanten Rückführungen im Rahmen des Dublin-Verfahrens scheitern.
- Dublin-Prinzip ignoriert: Das Prinzip, wonach der Ersteinreisestaat für das Asylverfahren zuständig ist, wird von vielen EU-Ländern nicht mehr konsequent umgesetzt.
- Fallbeispiel Italien: Besonders drastisch zeigt sich das Versagen am Beispiel Italien, das von 6.229 angefragten Personen nur eine einzige zurücknahm.
- Diskrepanz bei Zusagen: Obwohl in 66,5 Prozent der Fälle eine theoretische Zustimmung zur Übernahme erteilt wurde, finden die meisten Rückführungen praktisch nicht statt.
Das Dublin-System: Eine Idee ohne praktische Umsetzung
Die Grundidee der Dublin-Verordnung ist einfach und logisch: Derjenige EU-Mitgliedstaat, den ein Asylsuchender zuerst betritt, ist für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig. Diese Regelung soll Mehrfachanträge in verschiedenen Ländern verhindern und für eine klare Aufgabenverteilung sorgen. Folglich soll jeder Antrag innerhalb der Union nur einmal geprüft werden, was die Systeme entlasten würde. Dieses Prinzip ist ein zentraler Baustein der gemeinsamen Asylpolitik in Europa.
In der Realität wird dieses System jedoch zunehmend ausgehöhlt. Viele Migranten reisen nach der Erstregistrierung, beispielsweise in Italien oder Griechenland, weiter in andere Länder wie Deutschland, ohne dass die zuständigen Staaten sie zurücknehmen. Die vorliegenden Zahlen belegen, dass die theoretische Regelung an der mangelnden Kooperationsbereitschaft vieler Partner scheitert. Ausführliche Informationen zur Verordnung stellt die Europäische Kommission bereit.
Die Asylpolitik Europas in Zahlen: Das Scheitern von 2025
Die Statistik für das Jahr 2025 zeichnet ein düsteres Bild der europäischen Zusammenarbeit. Deutschland richtete fast 36.000 Übernahmeersuchen an andere EU-Staaten, um Asylbewerber in die eigentlich zuständigen Länder zurückzuführen. Allerdings wurde nur in 23.912 Fällen überhaupt eine Zustimmung erteilt. Die Kluft zwischen Zusage und tatsächlicher Umsetzung ist jedoch enorm.
Letztendlich wurden nur 5.377 Personen tatsächlich überstellt. Das entspricht einer Quote von nur 15 Prozent. Die gescheiterte Asylpolitik Europas führt dazu, dass Deutschland auf den Kosten und der Verantwortung für Zehntausende Asylverfahren sitzen bleibt, für die es laut EU-Recht gar nicht zuständig wäre. Diese Situation führt lokal zu erheblichen Problemen, wie die Debatten um die Errichtung neuer Unterkünfte zeigen, beispielsweise bei der geplanten Asylunterkunft in Leimbach.
Gründe für das Versagen der europäischen Asylpolitik
Die Gründe für das Scheitern der Rückführungen sind vielfältig. Oftmals tauchen die betroffenen Personen unter, bevor eine Überstellung stattfinden kann. Zudem nutzen viele die rechtlichen Möglichkeiten und legen Einspruch gegen die Entscheidung ein, was die Verfahren über Monate oder Jahre verzögert. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die mangelnde Kooperation der zuständigen EU-Staaten. Sie verzögern die Verfahren oder lehnen die Rücknahme mit bürokratischen Begründungen ab.
Besonders drastisch ist das Beispiel Italien: Von 6.229 Ersuchen wurde nur ein einziger Asylbewerber zurückgenommen. Diese Weigerungshaltung untergräbt jegliches Vertrauen in eine solidarische Asylpolitik in Europa. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beschreibt die komplexen Abläufe des Verfahrens auf seiner Webseite.
Folgen für Deutschland: Überlastung und politische Debatten
Die Konsequenzen des versagenden Dublin-Systems sind für Deutschland gravierend. Die zuständigen Behörden, Aufnahmeeinrichtungen und Kommunen sind dauerhaft überlastet. Zudem müssen Asylverfahren durchgeführt werden, die eigentlich in die Zuständigkeit anderer Länder fallen, was erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen bindet. Diese Dysfunktionalität befeuert innenpolitische Debatten über Migration und die Grenzen der Belastbarkeit.
Die Situation zeigt, dass nationale Alleingänge oder veränderte politische Prioritäten, wie sie auch in anderen Ländern zu beobachten sind, eine gesamteuropäische Lösung erschweren. Die Entwicklungen in der dänischen Regierung zeigen beispielsweise, wie sich innenpolitische Sorgen auf die Haltung in der europäischen Politik auswirken können. Ohne eine grundlegende Reform und eine verbindliche Solidarität bleibt die Asylpolitik in Europa ein Feld ungelöster Konflikte.
Fazit: Die Asylpolitik Europas braucht einen Neustart
Die Zahlen für 2025 sind ein unmissverständlicher Beleg dafür, dass die aktuelle Asylpolitik in Europa, insbesondere das Dublin-System, nicht funktioniert. Eine Scheiterquote von 85 Prozent bei deutschen Rückführungsersuchen ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Systemversagen. Solange sich die EU-Partner einer solidarischen und gerechten Lastenverteilung verweigern, wird Deutschland weiterhin eine unverhältnismäßig hohe Verantwortung tragen müssen. Eine ehrliche Debatte über eine grundlegende Reform der europäischen Asylregeln ist daher unausweichlich.