Asylzentren in Griechenland, finanziert durch die Schweiz und die EU, sind stark gesicherte Einrichtungen, die Migranten beherbergen. Diese Zentren sollen die Lebensbedingungen verbessern und Asylverfahren beschleunigen, stehen aber auch wegen ihrer Abgeschiedenheit und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit in der Kritik. Die Finanzierung und der Betrieb dieser Einrichtungen sind Teil eines umfassenderen europäischen Ansatzes zur Migrationssteuerung.

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Auf einen Blick
- Schweiz und EU finanzieren Asylzentren in Griechenland.
- Ziele: Verbesserung der Lebensbedingungen und Beschleunigung der Asylverfahren.
- Kritik: Abgeschiedenheit und eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
- Teil eines umfassenden europäischen Ansatzes zur Migrationssteuerung.
Asylzentren Griechenland: Ein Blick hinter die Mauern
Die Situation auf den griechischen Inseln, insbesondere Samos, war lange Zeit von überfüllten und unhygienischen Flüchtlingslagern geprägt. Um diese Zustände zu verbessern und die Asylverfahren effizienter zu gestalten, haben die Europäische Union und die Schweiz gemeinsam die Finanzierung neuer, stärker gesicherter Asylzentren in Griechenland übernommen. Diese Einrichtungen sollen eine menschenwürdigere Unterbringung gewährleisten und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen.
Die neuen Asylzentren sind mit hohen Zäunen, Überwachungskameras und Sicherheitspersonal ausgestattet. Sie bieten Platz für mehrere Hundert Menschen und verfügen über verbesserte sanitäre Anlagen, medizinische Versorgung und Bildungsangebote. Ziel ist es, den Asylbewerbern ein geordnetes Verfahren und eine Perspektive für die Zukunft zu bieten. Kritiker bemängeln jedoch die „gefängnisartige“ Atmosphäre und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Bewohner.
Die Europäische Union hat im Rahmen des Migrationspakts eine verstärkte Zusammenarbeit mit Drittstaaten vereinbart, um die irreguläre Migration zu reduzieren und die Asylverfahren zu beschleunigen. Die Finanzierung von Asylzentren in Griechenland ist Teil dieser Strategie.
Was bedeutet das für Bürger?
Für die Bürger der EU und der Schweiz bedeutet die Finanzierung der Asylzentren in Griechenland, dass Steuergelder in die Migrationssteuerung und die humanitäre Hilfe fließen. Befürworter argumentieren, dass diese Investitionen notwendig sind, um die Migrationsströme zu ordnen, die Sicherheit zu erhöhen und die humanitären Standards zu verbessern. Kritiker hingegen sehen in den Asylzentren eine Abschottungspolitik, die auf Kosten der Menschenrechte geht.
Die Finanzierung der Asylzentren kann auch Auswirkungen auf die Innenpolitik haben. In der Schweiz beispielsweise wird die Migrationspolitik seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Beteiligung an der Finanzierung von Asylzentren im Ausland kann die Debatte weiter anheizen und zu neuen politischen Initiativen führen. (Lesen Sie auch: Litauen Brigade Freiwillige Fehlen – Zeitenwende in…)
Ausserdem kann die Situation in Griechenland direkten Einfluss auf die Schweiz haben. Sollte es in den Asylzentren zu Unruhen oder humanitären Notlagen kommen, könnte dies den Druck auf die Schweiz erhöhen, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.
Der Bundesrat informiert regelmässig über die Schweizer Migrationspolitik.
Wie funktionieren die Asylverfahren in den Zentren?
In den Asylzentren in Griechenland werden Asylanträge registriert und bearbeitet. Die Asylbewerber haben die Möglichkeit, sich rechtlich beraten und medizinisch untersuchen zu lassen. Die zuständigen Behörden prüfen die Anträge und entscheiden über den Schutzstatus der Antragsteller. Ziel ist es, die Verfahren innerhalb weniger Monate abzuschliessen und so die Belastung des griechischen Asylsystems zu reduzieren.
Die Effizienz der Asylverfahren ist jedoch umstritten. Menschenrechtsorganisationen bemängeln, dass die Verfahren oft langwierig und intransparent sind und dass die Asylbewerber nicht ausreichend Zugang zu Rechtsbeistand haben. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Qualität der Entscheidungen und der Einhaltung internationaler Standards.
Die EU hat Griechenland seit 2015 mit mehreren Milliarden Euro unterstützt, um die Migrationskrise zu bewältigen. Ein Teil dieser Mittel floss in den Bau und Betrieb von Asylzentren.
Politische Perspektiven auf die Asylzentren
Die politischen Parteien in der Schweiz und der EU haben unterschiedliche Ansichten über die Finanzierung und den Betrieb der Asylzentren in Griechenland. Die einen sehen darin eine pragmatische Lösung, um die Migrationsströme zu kontrollieren und die humanitären Standards zu verbessern. Sie betonen die Notwendigkeit, die Außengrenzen der EU zu schützen und die irreguläre Migration zu reduzieren.
Andere Parteien kritisieren die Asylzentren als inhumane Abschottungspolitik. Sie fordern eine menschenwürdigere Behandlung der Asylbewerber und eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedstaaten. Sie argumentieren, dass die Asylzentren die Probleme nicht lösen, sondern nur verlagern und dass eine langfristige Lösung nur durch eine umfassende Reform der Migrationspolitik erreicht werden kann. (Lesen Sie auch: ALDI Talk: Neukunden profitieren von Bonusaktion mit…)
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) beispielsweise fordert eine restriktive Asylpolitik und eine konsequente Ausschaffung abgewiesener Asylbewerber. Die Grünen hingegen setzen sich für eine offene und humane Flüchtlingspolitik ein und kritisieren die Bedingungen in den Asylzentren scharf.
Wie Neue Zürcher Zeitung berichtet, sind die Bedingungen in den Lagern weiterhin schwierig.
Die Rolle der Schweiz in der Migrationspolitik
Die Schweiz ist zwar kein Mitglied der EU, beteiligt sich aber an der europäischen Migrationspolitik durch bilaterale Abkommen und finanzielle Beiträge. Die Schweiz hat sich verpflichtet, einen Teil der Flüchtlinge aus Griechenland und Italien aufzunehmen und unterstützt die EU bei der Grenzsicherung und der Bekämpfung der Schlepperkriminalität. Die Finanzierung der Asylzentren in Griechenland ist ein weiterer Baustein dieser Zusammenarbeit.
Die Schweizer Migrationspolitik ist jedoch umstritten. Während die Regierung die Zusammenarbeit mit der EU betont, fordern einige Parteien eine restriktivere Politik und eine stärkere Kontrolle der Grenzen. Die Debatte über die Migrationspolitik wird voraussichtlich auch in Zukunft anhalten.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) engagiert sich in verschiedenen Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen weltweit.
Welche Alternativen gibt es zu den Asylzentren?
Es gibt verschiedene alternative Ansätze zur Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern. Einige Länder setzen auf dezentrale Unterkünfte in Wohnungen oder kleineren Wohngemeinschaften. Diese Form der Unterbringung soll die Integration fördern und die soziale Isolation vermeiden. Andere Länder bieten spezielle Programme für vulnerable Gruppen wie unbegleitete Minderjährige oder traumatisierte Flüchtlinge an.

Kritiker der Asylzentren fordern eine stärkere Fokussierung auf die Integration der Asylbewerber in die Gesellschaft. Sie argumentieren, dass eine frühzeitige Integration in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem die Kosten senken und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen kann. Eine erfolgreiche Integration erfordert jedoch auch die Bereitschaft der Aufnahmegesellschaft und eine offene und tolerante Haltung gegenüber Fremden. (Lesen Sie auch: Curling Deutschland Tschechien: -Krimi bei Olympia 2026)
Zunehmende Zahl von Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Afghanistan erreicht die EU.
Vereinbarung zur Rücknahme von Flüchtlingen durch die Türkei im Gegenzug für finanzielle Unterstützung.
Das grösste Flüchtlingslager Europas auf Lesbos brennt nieder und hinterlässt Tausende Obdachlose.
Häufig gestellte Fragen
Warum finanzieren die Schweiz und die EU Asylzentren in Griechenland?
Die Finanzierung dient der Verbesserung der Lebensbedingungen von Asylbewerbern, der Beschleunigung der Asylverfahren und der Entlastung des griechischen Asylsystems. Es ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Migrationssteuerung. (Lesen Sie auch: Deutschland Frankreich Eishockey: -WM: trifft)
Welche Kritik gibt es an den Asylzentren in Griechenland?
Kritiker bemängeln die Abgeschiedenheit der Zentren, die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Bewohner und die „gefängnisartige“ Atmosphäre. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der Qualität der Asylverfahren.
Wie lange dauert ein Asylverfahren in den griechischen Zentren?
Ziel ist es, die Asylverfahren innerhalb weniger Monate abzuschliessen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren jedoch, dass die Verfahren oft langwierig und intransparent sind.
Welche Rolle spielt die Schweiz in der europäischen Migrationspolitik?
Die Schweiz beteiligt sich an der europäischen Migrationspolitik durch bilaterale Abkommen und finanzielle Beiträge. Sie hat sich verpflichtet, einen Teil der Flüchtlinge aufzunehmen und unterstützt die EU bei der Grenzsicherung.
Gibt es Alternativen zu den Asylzentren in Griechenland?
Ja, es gibt alternative Ansätze wie dezentrale Unterkünfte in Wohnungen oder Wohngemeinschaften. Diese sollen die Integration fördern und die soziale Isolation vermeiden.
Die Finanzierung und der Betrieb von Asylzentren in Griechenland durch die Schweiz und die EU bleiben ein kontroverses Thema. Während die einen darin eine pragmatische Lösung sehen, um die Migrationsströme zu ordnen, kritisieren andere die inhumane Abschottungspolitik. Die Debatte über die Migrationspolitik und die Rolle der Schweiz wird voraussichtlich auch in Zukunft anhalten.
