In Deutschland hat sich die Zahl der ausländischen Ärzte ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den letzten Jahren deutlich erhöht. Im Jahr 2024 waren es 64.000 Mediziner, die keinen deutschen Pass besaßen. Das entspricht einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten Ärzteschaft. Ausländische ärzte Deutschland steht dabei im Mittelpunkt.

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- Ausländische Ärzte in Deutschland: Ein wachsender Anteil
- Warum kommen ausländische Ärzte nach Deutschland?
- Wie erfolgt die Anerkennung ausländischer Abschlüsse?
- Wie wirkt sich der Ärztemangel auf die Arbeitsbedingungen aus?
- Welche Rolle spielen ausländische Ärzte für die medizinische Versorgung?
- Wie hat sich die Zahl der Medizinstudienanfänger entwickelt?
Das ist passiert
- Der Anteil ausländischer Ärzte ohne deutschen Pass hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt.
- Im Jahr 2024 arbeiteten insgesamt 121.000 im Ausland ausgebildete Ärzte in Deutschland.
- Der Arztberuf ist der zweithäufigste anerkannte ausländische Berufsabschluss in Deutschland.
- Viele deutsche Medizinstudierende absolvieren ihr Studium im Ausland, um Zulassungsbeschränkungen zu umgehen.
Ausländische Ärzte in Deutschland: Ein wachsender Anteil
Die Zunahme ausländischer Ärzte in Deutschland ist eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Laut einer Meldung von Stern waren es im Jahr 2014 noch etwa 30.000 ausländische Mediziner ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Innerhalb von zehn Jahren hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gab bekannt, dass im Jahr 2024 insgesamt 64.000 Ärzte ohne deutschen Pass in Deutschland tätig waren. Dies entspricht einem Anteil von 13 Prozent an der gesamten Ärzteschaft.
Insgesamt arbeiteten im Jahr 2024 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte in der Human- und Zahnmedizin in Deutschland. Dies entspricht knapp einem Viertel (24 Prozent) der gesamten Ärzteschaft. Ein Teil dieser Ärzte hat inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft erworben, weshalb die Zahl der Ärzte ohne deutschen Pass bei 64.000 liegt.
Im Jahr 2024 waren 13 Prozent der in Deutschland tätigen Ärzte keine deutschen Staatsbürger. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei sieben Prozent.
Warum kommen ausländische Ärzte nach Deutschland?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Deutschland für ausländische Ärzte attraktiv ist. Zum einen bietet Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern gute Arbeitsbedingungen und eine hohe Lebensqualität. Zum anderen herrscht in Deutschland ein Mangel an Ärzten, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dies führt dazu, dass ausländische Ärzte gute Chancen haben, eine Anstellung zu finden. (Lesen Sie auch: Ausländische ärzte Deutschland: Bereicherung für die Medizin?)
Die steigende Zahl älterer Menschen in Deutschland führt zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Gleichzeitig gehen viele deutsche Ärzte in den Ruhestand, was den Ärztemangel weiter verschärft. Um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ist Deutschland daher auf die Zuwanderung ausländischer Ärzte angewiesen.
Wie erfolgt die Anerkennung ausländischer Abschlüsse?
Nach Pflegefachkräften ist der Arztberuf der am zweithäufigsten anerkannte ausländische Berufsabschluss in Deutschland. Im Jahr 2024 wurden gut 7600 ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin in Deutschland voll anerkannt. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ist ein wichtiger Schritt, um ausländischen Ärzten den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Der Anerkennungsprozess ist jedoch oft komplex und zeitaufwendig. Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen bietet das Informationsportal der Bundesregierung.
Ein weiterer Aspekt sind Medizinstudierende aus Deutschland, die im Ausland ihren Abschluss machen, um beispielsweise die Zulassungsbeschränkungen des Studienfachs hierzulande zu umgehen. Im Jahr 2023 studierten 2600 Deutsche Humanmedizin in Österreich und 1900 in Ungarn. Auch in der Zahnmedizin zog es die meisten deutschen Auslandsstudierenden nach Österreich (500) und Ungarn (300).
Wie wirkt sich der Ärztemangel auf die Arbeitsbedingungen aus?
Der Ärztemangel in Deutschland führt zu einer hohen Arbeitsbelastung für die verbleibenden Ärzte. Dies betrifft sowohl deutsche als auch ausländische Ärzte. Lange Arbeitszeiten, hoher Leistungsdruck und administrative Aufgaben belasten viele Mediziner. Die hohe Arbeitsbelastung kann zu Stress, Erschöpfung und Burnout führen. Um die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich, wie z.B. eine bessere Personalplanung, eine Entlastung von administrativen Aufgaben und eine Förderung der Work-Life-Balance.
Die alternde Bevölkerung verschärft die Situation zusätzlich. Wie die Statistisches Bundesamt berichtet, waren im Jahr 2024 knapp ein Drittel (31 Prozent) der Ärztinnen und Ärzte 55 Jahre und älter. In den kommenden Jahren wird ein großer Teil der Mediziner altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. (Lesen Sie auch: MTU Dividende steigt: Aktionäre Freuen sich über…)
Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung führen zu einem erhöhten Bedarf an medizinischer Versorgung. Gleichzeitig gehen viele Ärzte in den Ruhestand, was den Ärztemangel weiter verstärkt.
Welche Rolle spielen ausländische Ärzte für die medizinische Versorgung?
Ausländische Ärzte spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung in Deutschland. Sie tragen dazu bei, den Ärztemangel zu lindern und die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Viele ausländische Ärzte arbeiten in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen in ganz Deutschland. Sie bringen ihre Fachkenntnisse und Erfahrungen ein und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung.
Die Integration ausländischer Ärzte in das deutsche Gesundheitssystem ist jedoch nicht immer einfach. Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und bürokratische Hürden können die Integration erschweren. Es ist daher wichtig, dass ausländische Ärzte gut unterstützt werden, um ihre Arbeit erfolgreich ausüben zu können.
Wie hat sich die Zahl der Medizinstudienanfänger entwickelt?
In Deutschland ist die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in der Humanmedizin binnen zehn Jahren um 30 Prozent gestiegen. Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15.900 junge Leute ein Studium. Zehn Jahre zuvor waren es noch 12.200. In der Zahnmedizin blieb die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen zehn Jahren mit knapp 2000 im Wintersemester 2024/2025 nahezu konstant.

Trotz des Anstiegs der Studienanfänger in der Humanmedizin reicht dies nicht aus, um den Ärztemangel langfristig zu beheben. Es ist daher weiterhin notwendig, ausländische Ärzte zu gewinnen und zu integrieren. Die Bundesärztekammer setzt sich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für ausländische Ärzte ein. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Website der Bundesärztekammer. (Lesen Sie auch: Rüstungsbranche im Visier: China verhängt Handelsbeschränkungen gegen…)
Wie viele ausländische Ärzte arbeiten aktuell in Deutschland?
Im Jahr 2024 arbeiteten insgesamt 121.000 im Ausland ausgebildete Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Davon hatten 64.000 keine deutsche Staatsangehörigkeit, was 13 Prozent der gesamten Ärzteschaft entspricht.
Warum ist die Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland gestiegen?
Die Zahl ausländischer Ärzte ist gestiegen, weil in Deutschland ein Ärztemangel herrscht und viele deutsche Ärzte in den Ruhestand gehen. Ausländische Ärzte tragen dazu bei, die medizinische Versorgung sicherzustellen.
Welche Hürden gibt es für ausländische Ärzte in Deutschland?
Ausländische Ärzte können mit Sprachbarrieren, kulturellen Unterschieden und bürokratischen Hürden konfrontiert sein. Es ist wichtig, dass sie gut unterstützt werden, um ihre Arbeit erfolgreich ausüben zu können. (Lesen Sie auch: Fedex Klage Zölle: Trump- – fordert Rückzahlung)
Wie wird die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse geregelt?
Ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin müssen in Deutschland anerkannt werden, um als Arzt arbeiten zu dürfen. Der Anerkennungsprozess ist oft komplex und zeitaufwendig, aber notwendig.
Was sind die Folgen des Ärztemangels in Deutschland?
Der Ärztemangel führt zu einer hohen Arbeitsbelastung für die verbleibenden Ärzte, was Stress, Erschöpfung und Burnout verursachen kann. Die medizinische Versorgung, besonders in ländlichen Regionen, kann gefährdet sein.
Die steigende Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland unterstreicht die Bedeutung internationaler Fachkräfte für die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung. Während der Zuzug qualifizierter Mediziner aus dem Ausland eine wichtige Stütze des Gesundheitssystems darstellt, bleibt es eine zentrale Herausforderung, die Integration dieser Fachkräfte zu fördern und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für alle Ärzte in Deutschland nachhaltig zu verbessern.
