Australien Social Media Verbot – ab heute dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keine sozialen Medien mehr nutzen. Als erstes Land weltweit setzt Australien ein umfassendes Verbot durch, das Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube betrifft. Rund 2,3 Millionen junge Australier verlieren damit ihren Zugang zu Social Media.
Das Wichtigste in Kürze
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Inkrafttreten | 10. Dezember 2025 |
| Mindestalter | 16 Jahre |
| Betroffene | ca. 2,3 Millionen Jugendliche |
| Strafe fuer Plattformen | bis zu 49,5 Mio. AUD (ca. 28 Mio. Euro) |
| Gesetz verabschiedet | 29. November 2024 |
| Regierungschef | Anthony Albanese |
Welche Plattformen sind vom Verbot betroffen?
Das australische Gesetz betrifft insgesamt zehn Social-Media-Plattformen. Diese müssen alle Accounts von Nutzern unter 16 Jahren entfernen und Neuregistrierungen verhindern. Betroffen sind TikTok, Instagram, Facebook, Snapchat, YouTube, X (Twitter), Reddit, Twitch, Threads und die australische Livestreaming-Plattform Kick.
Ausgenommen vom Verbot sind Messaging-Dienste wie WhatsApp und Messenger, E-Mail-Dienste, Sprach- und Videoanrufe, Online-Spiele wie Roblox sowie Bildungsangebote wie Google Classroom.
Warum führt Australien das Verbot ein?
Die australische Regierung unter Premierminister Anthony Albanese begründet das Verbot mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen. Soziale Medien würden junge Menschen gefährden durch Cybermobbing, sexuelle Belästigung, schädliche Inhalte und übermässigen Bildschirmkonsum.
Albanese bezeichnete Social Media als eine Geissel und forderte, dass Jugendliche mehr Zeit auf dem Sportplatz verbringen sollten als am Handy. Etwa zwei Drittel der australischen Jugendlichen seien bereits gefährlichen Inhalten ausgesetzt worden.
Wie funktioniert die Altersverifikation?
Die Plattformen müssen selbst entscheiden, wie sie das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Verschiedene Methoden kommen zum Einsatz: Verifikation über australische Bankkonten, Ausweisdokumente wie Pass oder Führerschein sowie Altersschätzung per Gesichtserkennung.
Snapchat nutzt zusätzlich verhaltensbasierte Signale aus den Nutzeraktivitäten. Allerdings zeigen sich bereits erste Probleme: Mehrere unter 16-Jaehrige konnten die Gesichtserkennung erfolgreich überlisten.
Welche Strafen drohen bei Verstössen?
Die Verantwortung liegt ausdrücklich bei den Plattformen, nicht bei Eltern oder Jugendlichen. Kinder unter 16 Jahren werden nicht bestraft. Plattformen, die keine wirksamen Alterskontrollen einführen, müssen jedoch mit Bussgeldern von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar rechnen – umgerechnet etwa 28 Millionen Euro.
Kritik am Social Media Verbot
Das Gesetz ist höchst umstritten. Die Organisation Digital Freedom Project hat vor dem Obersten Gericht in Canberra Klage eingereicht. Zwei 15-Jaehrige treten als Kläger auf und argumentieren, das Verbot sei ein direkter Angriff auf das Recht junger Menschen auf freie politische Kommunikation.
Die australische Menschenrechtskommission (AHRC) sieht ebenfalls Probleme. Es gebe weniger restriktive Alternativen, die Kinder schützen könnten, ohne Menschenrechte so stark einzuschränken.
Reaktionen der Plattformen
Die Tech-Konzerne fügten sich widerwillig den Vorgaben. Meta hat bereits Hunderttausende australische Accounts von unter 16-Jaehrigen auf Facebook und Instagram entfernt. Snapchat geht von rund 440.000 betroffenen Nutzern zwischen 13 und 15 Jahren aus.
Reddit kündigte an, das Verbot vor Gericht anzufechten. Interessanterweise sperrt auch Blüsky freiwillig unter 16-Jaehrige, obwohl die Plattform nicht unter das Verbot fällt.
Folgt Deutschland dem Beispiel Australiens?
Das EU-Parlament hat Ende November 2024 eine Resolution verabschiedet, die ein EU-weites Mindestalter von 16 Jahren für Social Media fordert. Der Beschluss hat jedoch bisher keine bindende Wirkung. Dänemark plant ein Mindestalter von 15 Jahren. Auch Malaysia und Norwegen prüfen ähnliche Regelungen.
Premierminister Albanese ist vom Australien Social Media Verbot überzeugt: Wir sind hier weltweit führend, aber die Welt wird Australien folgen.