Der Bahnsicherheitsgipfel, initiiert von der Deutschen Bahn, befasst sich mit dem Schutz von Bahnpersonal vor Übergriffen. Im Vorfeld forderte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, vor allem eine Doppelbesetzung im Nahverkehr und den Einsatz von Bodycams im Fernverkehr. Ziel des Gipfels ist es, Maßnahmen zu erarbeiten, um die Sicherheit der Bahnmitarbeiter zu erhöhen. Bahnsicherheit Gipfel steht dabei im Mittelpunkt.

Zusammenfassung
- EVG-Chef Martin Burkert fordert Doppelbesetzung im Nahverkehr.
- Einsatz von Bodycams im Fernverkehr wird gefordert.
- Sicherheitsgipfel wurde von der Deutschen Bahn initiiert.
- Gewerkschaft der Polizei fordert mehr Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen.
Sicherheit des Bahnpersonals als zentrale Herausforderung
Nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar in Rheinland-Pfalz hat die Deutsche Bahn zu einem Sicherheitsgipfel eingeladen. Ziel ist es, gemeinsam mit der Bundesregierung, der Bundespolizei, den Ländern, Verbänden und Gewerkschaften Maßnahmen zu erarbeiten, um die Sicherheit des Bahnpersonals zu erhöhen. Die Erwartungen an den Gipfel sind hoch, insbesondere hinsichtlich einer besseren Koordination zwischen Bund und Ländern.
Der tragische Vorfall in Rheinland-Pfalz, bei dem ein 36-jähriger Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle schwer verletzt wurde und später verstarb, hat die Dringlichkeit des Themas nochmals verdeutlicht. Die Bahn hat daraufhin unter anderem die Bundesregierung, die Bundespolizei und Länder zu einem Sicherheitsgipfel eingeladen. Nun sollen konkrete Maßnahmen folgen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Die Zuständigkeit für die Sicherheit im Bahnverkehr ist zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Der Bund ist für die Bundespolizei zuständig, die Länder für die Bestellung von Personal in Zügen. Diese Aufteilung führt oft zu einem Verantwortungs-Pingpong, das die Umsetzung notwendiger Maßnahmen erschwert. (Lesen Sie auch: Zugbegleiter Sicherheit: Bahn plant Mehr Schutzmaßnahmen)
Welche konkreten Maßnahmen werden gefordert?
Der EVG-Chef Martin Burkert fordert vor allem eine Doppelbesetzung im Nahverkehr. Dies sei die wichtigste Forderung, um das Personal besser vor Übergriffen zu schützen. Zudem müsse der Einsatz von Bodycams im Fernverkehr jetzt umgesetzt werden. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl des Personals zu erhöhen und potenzielle Täter abzuschrecken.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderungen nach einer Doppelbesetzung bei Fahrkartenkontrollen und fordert zudem einen höheren Einsatz von Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen. „Wir brauchen mehr Zugstreifen, die in den Zügen für Sicherheit sorgen“, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der Rheinischen Post. „Wenn wir in den Zügen und Bahnhöfen mehr Präsenz zeigen, dann schaffen wir ein anderes Sicherheitsbild.“
Was bedeutet das für Bürger?
Mehr Sicherheit im Bahnverkehr bedeutet für Bürger ein höheres Sicherheitsgefühl beim Reisen. Durch die Doppelbesetzung und den Einsatz von Bodycams soll das Bahnpersonal besser geschützt werden, was sich positiv auf die Qualität des Service und die Wahrnehmung der Sicherheit auswirkt. Zudem könnte eine stärkere Polizeipräsenz in Zügen und Bahnhöfen dazu beitragen, Vandalismus und andere Straftaten zu reduzieren.
Langfristig könnte eine verbesserte Bahnsicherheit auch dazu führen, dass mehr Menschen die Bahn als Verkehrsmittel wählen, was wiederum positive Auswirkungen auf die Umwelt hätte. Eine attraktivere und sicherere Bahn kann einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Die Investitionen in die Sicherheit des Bahnpersonals sind somit auch eine Investition in die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. (Lesen Sie auch: E Zigaretten Aromen Verbot: Streeck fordert Radikalen…)
Wie positionieren sich die politischen Parteien?
Die Parteien im Bundestag sind sich grundsätzlich einig, dass die Sicherheit im Bahnverkehr verbessert werden muss. Allerdings gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, wie dies am besten erreicht werden kann. Während die Regierungsparteien auf eine Stärkung der Bundespolizei und eine bessere Koordination zwischen Bund und Ländern setzen, fordern die Oppositionsparteien oft weitergehende Maßnahmen wie eine Aufstockung des Personals und eine bessere Ausstattung der Bahnhöfe.
Kritik kommt von der Opposition, die der Regierung vorwirft, zu wenig für die Sicherheit im Bahnverkehr zu tun. Sie fordern einen Aktionsplan mit konkreten Maßnahmen und einem klaren Zeitrahmen. Zudem müsse die Finanzierung der Sicherheitsmaßnahmen sichergestellt werden, ohne dass dies zu Lasten anderer Bereiche des öffentlichen Nahverkehrs geht. Die Bundespolizei spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Laut einer Statistik der Deutschen Bahn gab es im Jahr 2023 bundesweit 2.789 Angriffe auf Mitarbeiter. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen, da nicht alle Vorfälle gemeldet werden. Die meisten Angriffe ereignen sich bei Ticketkontrollen oder in Konfliktsituationen mit Fahrgästen.
Welche finanziellen Mittel sind geplant?
Die Bundesregierung hat angekündigt, die Mittel für die Bundespolizei in den kommenden Jahren aufzustocken. Ein Teil dieser Mittel soll auch für die Erhöhung der Sicherheit im Bahnverkehr verwendet werden. Konkrete Zahlen, wie viel Geld genau in die Bahnsicherheit fließen soll, wurden jedoch noch nicht genannt. Die Länder sind ebenfalls gefordert, ihren Beitrag zur Finanzierung der Sicherheitsmaßnahmen zu leisten. (Lesen Sie auch: Bożena Dykiel gestorben: Trauer um Polens Film-Ikone…)
Die Deutsche Bahn selbst investiert ebenfalls in die Sicherheit ihrer Mitarbeiter. So werden beispielsweise Schulungen und Deeskalationstrainings angeboten. Zudem werden in einigen Bahnhöfen bereits Überwachungskameras eingesetzt. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Mitarbeiter zu erhöhen und potenzielle Täter abzuschrecken. Die Deutsche Bahn ist ein großes Unternehmen, welches sich um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter bemüht, wie Stern berichtet.

Häufig gestellte Fragen
Warum fordert die EVG eine Doppelbesetzung im Nahverkehr?
Die EVG fordert eine Doppelbesetzung, um das Bahnpersonal besser vor Übergriffen zu schützen. Eine zweite Person kann in Konfliktsituationen deeskalierend wirken und im Notfall Hilfe holen. Dies soll das Sicherheitsgefühl des Personals erhöhen. (Lesen Sie auch: Sturm Nils fegt über die Schweiz: Auswirkungen…)
Welche Rolle spielen Bodycams bei der Erhöhung der Bahnsicherheit?
Bodycams sollen potenzielle Täter abschrecken und im Falle eines Übergriffs als Beweismittel dienen. Die Aufzeichnungen können helfen, Täter zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen. Sie sollen das Sicherheitsempfinden des Personals verbessern.
Wie will die Gewerkschaft der Polizei die Sicherheit erhöhen?
Die Gewerkschaft der Polizei fordert mehr Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen. Durch eine höhere Präsenz der Polizei soll ein anderes Sicherheitsbild geschaffen und potenzielle Täter abgeschreckt werden. Dies soll das Sicherheitsgefühl der Reisenden und des Personals erhöhen.
Wer trägt die Verantwortung für die Sicherheit im Bahnverkehr?
Welche kurzfristigen Maßnahmen sind nach dem Bahnsicherheitsgipfel zu erwarten?
Kurzfristig sind verstärkte Kontrollen und eine erhöhte Präsenz von Sicherheitskräften zu erwarten. Zudem sollen die Ergebnisse des Gipfels in einen Aktionsplan einfließen, der konkrete Maßnahmen und einen Zeitrahmen für die Umsetzung enthält.
Fazit
Der Bahnsicherheitsgipfel zeigt, dass die Sicherheit des Bahnpersonals ein wichtiges Thema ist, das von allen Beteiligten ernst genommen wird. Die Forderungen nach Doppelbesetzung und dem Einsatz von Bodycams sind wichtige Schritte, um das Personal besser zu schützen. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse des Gipfels schnell in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, um die Sicherheit im Bahnverkehr nachhaltig zu verbessern.
