Europas Banken legen zu, US-Institute bleiben profitabler
Im globalen Bankensektor zeichnet sich eine Verschiebung ab: Europäische Banken haben im vergangenen Jahr ihre Profitabilität gesteigert, während US-amerikanische Institute einen Gewinnrückgang verzeichneten. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Gesamtprofitabilität der US-Banken deutlich höher.

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Die wichtigsten Fakten
- Europäische Banken steigerten ihren Gewinn um fast 8 Prozent.
- US-Banken verzeichneten einen Gewinnrückgang von rund 9 Prozent.
- Der kumulierte Nettogewinn der Top-10 US-Banken überstieg den der europäischen um 80 Prozent.
- Die Eigenkapitalrendite der US-Banken betrug 11,6 Prozent, in Europa 9,8 Prozent.
Laut einer Analyse des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY konnten die zehn größten europäischen Banken ihren Gewinn im vergangenen Jahr um fast acht Prozent steigern. Ihre US-amerikanischen Wettbewerber mussten hingegen einen Rückgang von rund neun Prozent hinnehmen. Wie Stern berichtet, lag der kumulierte Nettogewinn der Top-10 in den USA mit umgerechnet knapp 164 Milliarden Euro aber weiterhin deutlich über den rund 92 Milliarden Euro der europäischen Pendants.
| Kennzahl | USA (Top 10) | Europa (Top 10) |
|---|---|---|
| Nettogewinn | 164 Mrd. Euro | 92 Mrd. Euro |
| Veränderung zum Vorjahr (Gewinn) | -9% | +8% |
| Eigenkapitalrendite (RoE) | 11,6% | 9,8% |
Banken Vergleich USA Europa: Die Gründe für die unterschiedliche Entwicklung
Die Analyse von EY zeigt, dass die Banken in den USA zwar weiterhin führend sind, aber die europäischen Institute aufholen. Ralf Eckert, Partner bei EY, sieht die Zollpolitik der US-Regierung als einen Faktor, der die US-Banken belastet. Die Kreditqualität habe sich im zweiten Jahr in Folge spürbar verschlechtert. (Lesen Sie auch: Landgang Brauerei insolvent: Was bedeutet das für…)
Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity/RoE) ist eine wichtige Kennzahl, die den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital setzt. Sie gibt Auskunft darüber, wie effizient eine Bank mit dem Kapital ihrer Eigentümer arbeitet.
Welche Rolle spielt die Profitabilität der Banken für die Wirtschaft?
Die Profitabilität von Banken ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität und das Wachstum einer Volkswirtschaft. Gewinnstarke Banken können leichter Kredite vergeben, Investitionen finanzieren und somit die wirtschaftliche Entwicklung fördern. Eine hohe Profitabilität ermöglicht es den Banken auch, Risiken besser zu tragen und Krisen zu überstehen.
JPMorgan Chase weiterhin führend
Innerhalb der untersuchten Banken nimmt die US-Großbank JPMorgan Chase mit einem Gewinn von rund 48,6 Milliarden Euro eine Spitzenposition ein. Das beste Ergebnis unter den europäischen Großbanken erzielte die HSBC mit knapp 19 Milliarden Euro Gewinn. Die Deutsche Bank ist als einziges deutsches Institut in der Analyse vertreten. (Lesen Sie auch: BYD Aktie: Neue Akku-Technologie beflügelt Spekulationen)
Annäherung bei der Profitabilität
Auch bei der Profitabilität hat sich die Schere zwischen den USA und Europa etwas geschlossen. Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity/RoE) betrug bei den US-Banken 11,6 Prozent, während die europäischen Banken einen Wert von 9,8 Prozent erreichten. Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis noch bei 12,1 zu 9,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet diese Entwicklung genau.
Die genannten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025. Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Situation im Bankensektor schnell ändern kann, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Wie wirkt sich die Geldpolitik auf die Banken aus?
Die Geldpolitik der Zentralbanken hat einen direkten Einfluss auf die Profitabilität der Banken. Niedrige Zinsen können zwar die Kreditvergabe ankurbeln, schmälern aber auch die Zinsmargen der Banken. Umgekehrt können höhere Zinsen die Profitabilität steigern, aber auch das Risiko von Kreditausfällen erhöhen. (Lesen Sie auch: Rente für Frauen: 25 Jahre vor planen!)

Was bedeutet das für die Branche?
Die Ergebnisse der Analyse deuten auf eine mögliche Verschiebung im globalen Bankensektor hin. Europäische Banken scheinen widerstandsfähiger gegenüber den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu sein als ihre US-amerikanischen Pendants. Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt abzuwarten. Eine Studie der Deutschen Bundesbank analysiert regelmäßig die Stabilität des deutschen Finanzsystems.
















