Der BASF Stellenabbau nimmt weiter Fahrt auf. Der weltgrößte Chemiekonzern beschleunigt seinen Sparkurs angesichts anhaltend schwieriger Zeiten in der Branche. Bis Ende 2025 sollen rund 4.800 Stellen weltweit abgebaut werden, um die Profitabilität zu steigern. Vorstandschef Markus Kamieth erwartet keine schnelle Erholung und sieht auch 2026 als Übergangsjahr.

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Kernpunkte
- BASF verschärft Sparkurs und erhöht Kosteneinsparungsziel auf 2,3 Milliarden Euro jährlich.
- Rund 4.800 Stellen werden bis Ende 2025 abgebaut, etwa die Hälfte davon in Deutschland.
- Der Konzern kämpft mit Kostendruck, Überkapazitäten und hohen Energiepreisen.
- BASF erwartet auch im laufenden Jahr keine kurzfristige Erholung der Chemieindustrie.
- Einmalige Aufwendungen für den Sparkurs belaufen sich auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 73,9 Milliarden Euro (2023) |
| Gewinn/Verlust: | Verlust von 627 Millionen Euro (2023) |
| Mitarbeiterzahl: | 108.300 (Ende 2025) |
| Branche: | Chemie |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz -11,1%, Ergebnis deutlich negativ |
BASF Stellenabbau als Reaktion auf anhaltende Krise
Der beschleunigte BASF Stellenabbau ist eine direkte Folge der anhaltenden Herausforderungen in der Chemieindustrie. Wie Stern berichtet, kämpft der Konzern mit einem massiven Kostendruck, der durch hohe Energiepreise, Überkapazitäten auf dem Weltmarkt und eine unzureichende Auslastung des Stammwerks in Ludwigshafen verstärkt wird. Diese Faktoren belasten die Profitabilität und zwingen BASF zu drastischen Maßnahmen.
Finanzvorstand Dirk Elvermann gab in Ludwigshafen bekannt, dass bis Ende des vergangenen Jahres bereits eine jährliche Kostensenkung von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht wurde. Das avisierte Ziel wurde damit um 100 Millionen Euro übertroffen. Allerdings reicht das offenbar nicht aus, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.
Der Dax-Konzern will seinen Sparkurs daher weiter verschärfen. Bis Ende des laufenden Jahres peilt BASF nun jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Milliarden Euro an, statt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden Euro. Die Einmalkosten für diese Aufwendungen bezifferte Elvermann auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro.
Wie viele Stellen werden durch den BASF Stellenabbau gestrichen?
Im Zuge der Sparprogramme werden rund 4.800 Stellen abgebaut. Zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 sollen diese Stellen wegfallen, teilte das Unternehmen mit. Etwa die Hälfte davon entfallen laut BASF auf Deutschland. Auch Führungskräfte sind von dem Stellenabbau betroffen: Die Zahl der Führungskräfte sei um elf Prozent gesunken.
Ende 2025 beschäftigte BASF damit noch knapp 108.300 Mitarbeiter weltweit. Der Stellenabbau betrifft verschiedene Bereiche des Unternehmens, wobei der Fokus auf der Reduzierung von Doppelstrukturen und der Straffung von Prozessen liegt. Ziel ist es, die Effizienz zu steigern und die Kostenbasis nachhaltig zu senken. (Lesen Sie auch: BASF Verlagerung Indien: Stellenabbau in Berlin Geplant)
BASF hat in den letzten Jahren mehrere Sparprogramme aufgelegt, um auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren. Zuletzt erzielten Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt. Der aktuelle Stellenabbau erfolgt demnach vor allem durch natürliche Fluktuation, Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangebote.
Wie reagieren die Mitarbeiter auf den Stellenabbau?
Die Ankündigung des Stellenabbaus hat bei den Mitarbeitern von BASF für Unsicherheit und Besorgnis gesorgt. Viele Beschäftigte befürchten um ihre Arbeitsplätze und die Zukunft des Standorts Ludwigshafen. Die Gewerkschaften haben kritisiert, dass der Stellenabbau zu einer zusätzlichen Belastung der verbleibenden Mitarbeiter führen könnte und fordern eine sozialverträgliche Umsetzung der Maßnahmen.
BASF betont, dass der Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden soll. Das Unternehmen bietet den betroffenen Mitarbeitern verschiedene Unterstützungsprogramme an, darunter Beratungsleistungen, Qualifizierungsmaßnahmen und die Vermittlung von neuen Arbeitsplätzen.
Warum verschärft BASF den Sparkurs?
Die Verschärfung des Sparkurses ist eine Reaktion auf die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage der Chemieindustrie. BASF kämpft mit einer Reihe von Herausforderungen, darunter:
- Hohe Energiepreise: Insbesondere in Europa belasten die hohen Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit von BASF.
- Überkapazitäten: Auf dem Weltmarkt gibt es Überkapazitäten in verschiedenen Bereichen der Chemieindustrie, was zu einem Preisdruck führt.
- Konjunkturschwäche: Die globale Konjunktur hat sich in den letzten Monaten abgeschwächt, was die Nachfrage nach chemischen Produkten reduziert.
- Strukturprobleme: Das Stammwerk in Ludwigshafen ist mit einer zu geringen Auslastung konfrontiert, was die Profitabilität beeinträchtigt.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, hat BASF beschlossen, den Sparkurs zu verschärfen und die Kostenbasis nachhaltig zu senken. Ziel ist es, die Profitabilität zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.
Handelsblatt berichtet, dass BASF nicht der einzige Chemiekonzern ist, der mit diesen Problemen zu kämpfen hat. Auch andere Unternehmen der Branche sehen sich gezwungen, Sparmaßnahmen zu ergreifen und Stellen abzubauen. (Lesen Sie auch: BASF Prognose 2026: Was Bedeutet die Vorsicht…)
Die Chemieindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Im Jahr 2023 erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von rund 250 Milliarden Euro und beschäftigte rund 470.000 Mitarbeiter. Allerdings steht die Branche vor großen Herausforderungen, darunter der Klimawandel, die Digitalisierung und der zunehmende Wettbewerb aus Asien.
Was bedeutet der BASF Stellenabbau für die Branche?
Der BASF Stellenabbau ist ein deutliches Zeichen für die schwierige Lage der Chemieindustrie. Er zeigt, dass die Unternehmen der Branche unter einem enormen Druck stehen, ihre Kosten zu senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Der Stellenabbau bei BASF könnte daher auch Signalwirkung für andere Unternehmen der Branche haben.
„Der BASF Stellenabbau ist ein Weckruf für die gesamte deutsche Industrie“, sagt Dr. Oliver Falck vom ifo Institut. „Er zeigt, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle an die veränderten Marktbedingungen anpassen müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.“ Das ifo Institut forscht zu wirtschaftlichen Zusammenhängen und berät Politik und Wirtschaft.
Kritiker des Sparkurses argumentieren, dass der Stellenabbau die Innovationskraft von BASF beeinträchtigen könnte. Sie befürchten, dass das Unternehmen durch den Verlust von Know-how und Erfahrung langfristig an Wettbewerbsfähigkeit verliert.
Befürworter hingegen betonen, dass der Sparkurs notwendig ist, um die finanzielle Stabilität von BASF zu sichern und das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen.

Ziel: Jährliche Kosteneinsparungen von 2,1 Milliarden Euro. (Lesen Sie auch: Stellenabbau Industrie: Über 120.000 Jobs fallen 2025…)
Etwa die Hälfte davon in Deutschland.
Weltweit.
Statt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden Euro.
Ausblick: Wie geht es weiter für BASF?
Vorstandschef Markus Kamieth äußerte sich zufrieden mit den Fortschritten beim Senken der Kosten. BASF sei deutlich schlanker geworden. Allerdings rechnet er auch im laufenden Jahr nicht mit einer kurzfristigen Erholung der Chemieindustrie. 2026 werde voraussichtlich ein weiteres Übergangsjahr.
Auch beim neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang, der mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro jüngst in Betrieb genommen wurde, rechnet Kamieth mit Anlaufzeit: Im ersten Betriebsjahr werde ein leicht negativer Ergebnisbeitrag erwartet. Dies liege vor allem an den hohen Anlaufkosten und der noch nicht vollständig ausgelasteten Kapazität.
Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt sich BASF zuversichtlich, dass das Unternehmen langfristig erfolgreich sein wird. Der Konzern setzt auf Innovationen, neue Technologien und eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Produkte und Lösungen. (Lesen Sie auch: Chemietarif Verhandlungen Vertagt: Was Bedeutet das Jetzt?)
Reuters berichtet, dass Analysten die langfristigen Perspektiven von BASF unterschiedlich bewerten. Einige sehen in dem Sparkurs und den Investitionen in neue Technologien eine Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken. Andere befürchten, dass der Stellenabbau und die Konzentration auf kurzfristige Kosteneinsparungen die Innovationskraft von BASF langfristig beeinträchtigen könnten.
Der BASF Stellenabbau ist ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Ob der Sparkurs erfolgreich sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Energiepreise und die Fähigkeit von BASF, innovative Produkte und Lösungen zu entwickeln.
















