📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 09.01.2026
Bauernregeln 9. Januar: Der Julianstag gilt als wichtiger Lostag im Bauernkalender. Die alte Wetterregel zu Sankt Julian verrät, ob der Winter bald endet oder noch lange anhält. Hier erfährst du alles über die Bedeutung und den Heiligen hinter dem Datum.
Was sagt die Bauernregel am 9. Januar?
Die Bauernregel 9. Januar lautet: „Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es.“ Eine weitere Variante heißt: „Sankt Julian bricht das Eis, oder er bringt’s mit von seiner Reis‘.“
Die Bedeutung ist simpel: Wird es am Julianstag milder und das Eis schmilzt, könnte der Winter bald enden. Bleibt es hingegen frostig kalt, müssen wir uns auf weitere Winterwochen einstellen. Der 9. Januar gilt deshalb als sogenannter Lostag im traditionellen Bauernkalender.

Bauernregeln 9. Januar im Überblick
| Bauernregel | Bedeutung |
|---|---|
| Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es. | Tauwetter = Winterende naht; Frost = Winter bleibt |
| Sankt Julian bricht das Eis, oder er bringt’s mit von seiner Reis‘. | Entweder Tauwetter oder verstärkter Frost |
| An Julian Sonnenschein, bringt viel Korn und Weizen ein. | Sonniges Wetter verspricht gute Ernte |
💡 Gut zu wissen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) betont, dass Bauernregeln 9. Januar keine wissenschaftliche Grundlage haben. Sie basieren aber teilweise auf langjährigen Wetterbeobachtungen und enthalten oft einen wahren Kern.
Wer war der Heilige Julian?
Der 9. Januar ist dem Heiligen Julian von Antinoe und seiner Frau Basilissa gewidmet. Das christliche Ehepaar lebte im 3. und 4. Jahrhundert in Ägypten. Sie richteten in ihrem Haus ein Hospital für bedürftige Kranke ein.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Name | Julian von Antinoe (auch: Julianus Hospitalier) |
| Ehefrau | Basilissa |
| Lebenszeit | 3./4. Jahrhundert n. Chr. |
| Herkunft | Ägypten (Antinoe) |
| Wirken | Betrieb Hospital für Kranke und Notleidende |
| Tod | ca. 304 n. Chr. (Martyrium unter Kaiser Diokletian) |
| Namenstag | 9. Januar |
Laut dem Bistum Augsburg pflegte Julian die erkrankten Männer, während sich Basilissa um die Frauen kümmerte. Basilissa starb Anfang des 4. Jahrhunderts. Julian wurde während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian gefangen genommen und vermutlich 304 n. Chr. hingerichtet. Beide werden als Heilige verehrt.
Was ist ein Lostag?
Als Lostag bezeichnet man im Bauernkalender bestimmte Tage, an denen das Wetter Rückschlüsse auf die kommenden Wochen oder Monate erlauben soll. Der Begriff stammt vom mittelhochdeutschen „lôzen“ (= das Los werfen, prophezeien).
Bekannte Lostage im Januar sind:
- 1. Januar (Neujahr): „Die Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr.“
- 6. Januar (Dreikönig): „Ist bis Dreikönig kein Winter geworden, verdient er bis Ostern auch keinen Orden.“
- 9. Januar (Julian): „Sankt Julian bricht das Eis…“
- 17. Januar (Antonius): „Große Kälte am Antoniustag, große Hitz‘ am Lorenzitag.“
- 20. Januar (Fabian & Sebastian): „An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.“
Wetter am 9. Januar 2026: Aktuelle Lage
Der Deutsche Wetterdienst meldet für den 9. Januar 2026 winterliche Verhältnisse in weiten Teilen Deutschlands. Das Orkantief „Elli“ sorgt für Schnee und Verwehungen, besonders im Norden und Osten.
Laut der Bauernregel zu Sankt Julian bedeutet das: Der Winter „umarmt das Eis“ – die Kälte bleibt uns also noch eine Weile erhalten. Mehr zu den aktuellen Unwetterwarnungen zum Schneesturm Elli findest du in unserem Artikel.
Wetter-Prognose nach Bauernregel:
- Frost am 9. Januar → Winter hält an
- Milde Temperaturen → Baldiges Winterende möglich
- Aktuell 2026: Winterwetter mit Schnee und Frost
Wie zuverlässig sind Bauernregeln?
Die Frage, ob Bauernregeln wirklich stimmen, beschäftigt Meteorologen seit Langem. Laut wetter.de haben statistische Untersuchungen gezeigt, dass die meisten Bauernregeln 9. Januar mit wenigen Ausnahmen keine zuverlässige Wettervorhersage ermöglichen.
Der DWD schreibt dazu: „Die Bauernregeln sind nicht so zuverlässig, um damit offizielle Wettervorhersagen machen zu können.“ Allerdings basieren sie teilweise auf langjährigen Beobachtungen und haben deshalb „oft einen wahren Kern“.
Besonders treffsicher ist etwa der Siebenschläfertag (27. Juni): Hier stimmt die Prognose für den Sommer in etwa 60-70% der Fälle. Für den Julianstag am 9. Januar gibt es keine vergleichbaren statistischen Auswertungen.

Weitere Bauernregeln für Januar
Der Januar ist voller alter Wetterweisheiten. Die bekanntesten allgemeinen Bauernregeln 9. Januar für den ersten Monat des Jahres:
| Bauernregel | Prognose |
|---|---|
| Im Januar dickes Eis, im Mai ein üppig Reis. | Kalter Januar = gutes Pflanzenwachstum |
| Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen. | Frost im Januar = schöner Frühling |
| Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß. | Schnee = heißer Sommer |
| Wächst das Gras im Januar, ist’s im Sommer in Gefahr. | Milder Januar = schlechter Sommer |
| Januar ganz ohne Schnee tut Bäumen, Bergen und Tälern weh. | Schnee wichtig für Natur |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet die Bauernregel am 9. Januar?
Die Bauernregel „Sankt Julian bricht das Eis; bricht er es nicht, umarmt er es“ bedeutet: Wird es am 9. Januar milder, könnte der Winter bald enden. Bleibt es frostig, hält der Winter noch länger an.
Wer war der Heilige Julian am 9. Januar?
Julian von Antinoe war ein christlicher Heiliger aus Ägypten, der im 3./4. Jahrhundert lebte. Gemeinsam mit seiner Frau Basilissa betrieb er ein Hospital für Kranke. Er wurde um 304 n. Chr. während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian hingerichtet.
Was ist ein Lostag im Bauernkalender?
Ein Lostag ist ein Tag, an dem das Wetter angeblich Rückschlüsse auf die kommenden Wochen oder Monate erlaubt. Der Begriff kommt vom mittelhochdeutschen „lôzen“ (prophezeien). Bekannte Lostage sind Dreikönig (6.1.), Siebenschläfer (27.6.) und Martini (11.11.).
Stimmen Bauernregeln wirklich?
Bauernregeln haben keine wissenschaftliche Grundlage und sind laut DWD nicht zuverlässig genug für offizielle Wettervorhersagen. Sie basieren aber teilweise auf langjährigen Wetterbeobachtungen und haben oft einen wahren Kern. Einige Regeln wie der Siebenschläfertag treffen in 60-70% der Fälle zu.
Welche Bauernregeln gibt es für den Januar?
Bekannte Januar-Bauernregeln sind: „Im Januar dickes Eis, im Mai ein üppig Reis“, „Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen“ und „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß.“ Sie prognostizieren meist anhand des Januarwetters den kommenden Sommer oder die Ernte.
Fazit: Was sagt uns Sankt Julian über den Winter?
Die Bauernregel am 9. Januar zu Sankt Julian ist ein traditioneller Lostag, der Aufschluss über den weiteren Winterverlauf geben soll. Bleibt es am Julianstag frostig, „umarmt“ der Winter das Eis – die Kälte hält an. Wird es milder, könnte das Winterende nahen.
Wissenschaftlich belegt ist das nicht. Aber die alte Weisheit basiert auf jahrhundertelangen Beobachtungen der Bauern. Am 9. Januar 2026 zeigt das Wetter mit Schneesturm Elli jedenfalls: Der Winter bleibt uns noch eine Weile erhalten – ganz im Sinne der Bauernregel.
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