Die Bayer Aktie erlebt am 24. November 2025 einen historischen Handelstag. Der Kurs springt um über 10 Prozent nach oben und durchbricht die psychologisch wichtige Marke von 30 Euro. Auslöser ist ein Durchbruch bei der Phase-III-Studie für den Gerinnungshemmer Asundexian. Der DAX-Titel notiert so hoch wie seit September 2024 nicht mehr. Doch die Glyphosat-Klagen bleiben ein Risiko.
Bayer Aktie heute: Kursexplosion nach Studienerfolg
Am Montagmorgen, dem 24. November 2025, schoss die Bayer Aktie um mehr als 10 Prozent in die Höhe. Zeitweise erreichte der Kursgewinn sogar 11,5 Prozent. Mit einem Tageshoch von über 30 Euro notiert das Papier so hoch wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der Börsenwert des Leverkusener Konzerns stieg innerhalb weniger Stunden um rund 3 Milliarden Euro.
Der Grund für die Rallye: Bayer verkündete positive Ergebnisse der Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE. Das Medikament Asundexian senkte bei mehr als 12.300 Patienten das Risiko erneuter ischämischer Schlaganfälle signifikant. Gleichzeitig erhöhte es die Rate schwerer Blutungen nicht. Für das schwierige Segment der Schlaganfall-Prävention ist das ein überzeugender Fortschritt.
| Kennzahl | Wert (24.11.2025) |
|---|---|
| Aktueller Kurs | ca. 30,74 Euro |
| Tagesveränderung | +10,7% |
| 52-Wochen-Tief | 18,85 Euro (19.12.2024) |
| 52-Wochen-Hoch | 29,72 Euro (13.11.2025) |
| Performance 2025 | +59,3% |
| Dividendenrendite | 0,40% |
| ISIN | DE000BAY0017 |
| WKN | BAY001 |
Was ist Asundexian und warum ist es so wichtig?
Asundexian ist ein sogenannter FXIa-Hemmer. Diese neue Wirkstoffklasse unterscheidet sich grundlegend von bisherigen Blutverdünnern. Die gängigen Antikoagulanzien sind zwar wirksam gegen Thrombosen, gehen aber mit erhöhtem Blutungsrisiko einher. Asundexian könnte das ändern.
Das Medikament wird einmal täglich in Kombination mit einer Standard-Thrombozytentherapie eingenommen. Es ist der erste Faktor-XIa-Hemmer, der eine Phase-III-Studie erfolgreich durchlaufen hat. Besonders bemerkenswert: Vor zwei Jahren war Asundexian in der Studie OCEANIC-AF bei Vorhofflimmern noch gescheitert.
Analysten von Jefferies bezeichnen das Ergebnis als wesentliches Ereignis zur Risikominderung für das Bayer-Portfolio. Das Medikament hat bereits den Fast-Track-Status der US-Zulassungsbehörde FDA erhalten. Das könnte den Zulassungsprozess beschleunigen. Für einen Konzern, der mit hohen Schulden kämpft, ist das ein wichtiger Hoffnungsschimmer.
Bayer Quartalszahlen Q3 2025: Operative Stärke trotz Altlasten
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, dass Bayer operativ auf dem richtigen Weg ist. Im dritten Quartal 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 9,66 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht das einem Plus von 0,9 Prozent. Das bereinigte EBITDA legte um 20,8 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro zu.
Besonders die Sparte Crop Science profitierte von Kostensenkungen und stabiler Nachfrage. Die Pharmasparte blieb auf Vorjahresniveau. Consumer Health verzeichnete moderates Wachstum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 0,57 Euro – ein Zuwachs von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
CEO Bill Anderson bestätigte die Prognose für 2025 und kündigte an, die Rechtsrisiken bis Ende 2026 deutlich einzudämmen. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer einen bereinigten Gewinn zwischen 9,7 und 10,2 Milliarden Euro.
Glyphosat-Klagen: Das Damoklesschwert über Bayer
Trotz des operativen Erfolgs bleibt das Erbe der Monsanto-Übernahme eine schwere Bürde. Bayer hatte den US-Agrarkonzern 2018 für über 60 Milliarden Dollar gekauft – und damit auch die Rechtsrisiken rund um den Unkrautvernichter Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat übernommen.
Zum 15. Oktober 2025 waren etwa 197.000 Klagen angemeldet. Davon wurden rund 132.000 durch Vergleiche beigelegt oder erfüllten die Vergleichskriterien nicht. Damit sind noch etwa 65.000 Fälle offen. Bayer hat bisher rund 10 Milliarden Dollar gezahlt, um Klagen beizulegen.
Im März 2025 verurteilte eine Jury in Georgia den Konzern zu einer Rekord-Strafzahlung von 2,1 Milliarden Dollar. Bayer legte Berufung ein. Die Rückstellungen für Glyphosat- und PCB-Klagen summieren sich 2025 auf bis zu 4 Milliarden Euro – eine Milliarde mehr als ursprünglich geplant.
| Glyphosat-Status | Stand November 2025 |
|---|---|
| Angemeldete Klagen gesamt | ca. 197.000 |
| Beigelegte/erledigte Klagen | ca. 132.000 |
| Offene Klagen | ca. 65.000 |
| Bisherige Vergleichszahlungen | ca. 10 Mrd. USD |
| Rückstellungen 2025 | 3,5-4,0 Mrd. Euro |
| Höchste Einzelstrafe | 2,1 Mrd. USD (Barnes-Fall) |
Bayer Aktie Prognose: Was sagen die Analysten?
Die Meinungen der Analysten zur Bayer Aktie sind gespalten. Nach dem Asundexian-Studienerfolg hob Barclays das Kursziel von 25 auf 30 Euro an, behielt aber die Einstufung auf Equal Weight. Goldman Sachs sieht das Kursziel bei 34,50 Euro. Berenberg peilt 30,40 Euro an. Jefferies bleibt bei Hold mit einem Kursziel von 25 Euro.
Der Analystenkonsens liegt bei rund 28,5 Euro. Die Mehrheit empfiehlt, die Aktie zu halten. Nur etwa 43 Prozent raten zum Kauf, 4 Prozent zum Verkauf. 24 Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatz von durchschnittlich 46,6 Milliarden Euro – ein Plus von knapp einem Prozent.
Charttechnisch hat die Bayer Aktie mit dem Sprung über 30 Euro einen wichtigen Widerstand überwunden. Der RSI liegt bei etwa 70 Punkten und nähert sich dem überkauften Bereich. Seit dem 20. Mai 2025 befindet sich der Titel in einem langfristigen Aufwärtstrend. Am 21. November kreuzte der Kurs die 100-Tage-Linie nach oben.
Strategische Ausrichtung: Innovation und Effizienz
Bayer setzt auf mehrere Wachstumstreiber. Neben Asundexian stärkt der Konzern seine Pharmasparte mit weiteren Zulassungen. Das Lungenkrebsmittel Hyrnuo erhielt in den USA eine beschleunigte Zulassung. Das Menopause-Mittel Elinzanetant (Lynkuet) zur hormonfreien Behandlung von Wechseljahresbeschwerden steht vor der US-Markteinführung.
Im Agrargeschäft führte Bayer das Insektizid Plenexos in Lateinamerika ein. Die Sparte Crop Science profitiert von starker Nachfrage nach Maissaatgut. Gleichzeitig treibt der Konzern den Stellenabbau voran. Weltweit wurden bereits etwa 13.500 Jobs gestrichen. Ende September beschäftigte Bayer noch rund 88.500 Vollzeitkräfte.
Langfristige Perspektive: Chancen und Risiken
Die Bayer Aktie bleibt ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite steht ein operativ stabilisiertes Unternehmen mit vielversprechender Pharma-Pipeline. Die Studienerfolge für Asundexian und Finerenon könnten zu Blockbuster-Medikamenten führen. Der Aktienkurs hat sich seit dem Jahrestief bei 18,85 Euro bereits um fast 50 Prozent erholt.
Auf der anderen Seite lasten die Glyphosat-Klagen weiter schwer auf dem Konzern. Bayer bemüht sich in den USA um Gesetzesänderungen und hofft auf eine klärende Entscheidung des Supreme Court. Ob diese zugunsten des Unternehmens ausfällt, ist offen. Zudem prüft der Konzern offenbar sogar einen möglichen Konkursantrag für die US-Tochter Monsanto.
In den vergangenen zehn Jahren hat die Bayer Aktie durchschnittlich 12,4 Prozent pro Jahr verloren. Ein Investment von 10.000 Euro wäre auf etwa 2.200 Euro geschrumpft. Diese Entwicklung verdeutlicht das Risiko. Doch die jüngsten Entwicklungen könnten eine Trendwende einleiten – wenn die Rechtsrisiken unter Kontrolle gebracht werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: Bayer Aktie zwischen Hoffnung und Risiko
Die Bayer Aktie erlebt am 24. November 2025 einen historischen Tag. Der Kurssprung um über 10 Prozent nach dem Asundexian-Studienerfolg zeigt das Potenzial des Konzerns. Die operativen Zahlen für Q3 2025 sind solide, die Pharma-Pipeline vielversprechend. Mit dem Durchbruch über 30 Euro eröffnen sich charttechnisch neue Perspektiven.
Doch die Altlasten aus der Monsanto-Übernahme bleiben. Die Rückstellungen für Glyphosat-Klagen steigen weiter. Bis Ende 2026 will CEO Anderson die Rechtsrisiken eindämmen. Ob das gelingt, wird über die langfristige Entwicklung der Bayer Aktie entscheiden. Für risikobereite Anleger könnte der aktuelle Zeitpunkt interessant sein – vorausgesetzt, sie sind sich der Unsicherheiten bewusst.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Vor einer Investitionsentscheidung sollten Sie sich unabhängig beraten lassen. Vergangene Kursentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.












