Die Sanierung der Baywa gerät ins Stocken, da die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf der Ökostromtochter Baywa r.e. deutlich geringer ausfallen werden als geplant. Ursprünglich sollte der Verkauf 1,7 Milliarden Euro einbringen, doch nun muss der Konzern seine Sanierungspläne anpassen.

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Die wichtigsten Fakten
- Baywa-Sanierung gerät ins Stocken
- Verkauf der Ökostromtochter bringt weniger ein als geplant
- Gespräche mit Großaktionären und Banken über Anpassung des Sanierungsplans
- Ziel der finanziellen Sanierung bis Ende 2028 gefährdet
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 27,1 Milliarden Euro (2023) |
| Mitarbeiterzahl: | Über 25.000 |
| Branche: | Agrarhandel, Energie, Bau |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz leicht gesunken |
Baywa Sanierung: Verkauf der Ökostromtochter bringt weniger als erwartet
Der Münchner Agrarhandels- und Mischkonzern Baywa befindet sich in einer schwierigen finanziellen Lage. Wie Stern berichtet, kann das Unternehmen seinen Sanierungsfahrplan nicht einhalten, da die Ökostromtochter Baywa r.e. die Erwartungen nicht erfüllt. Dies führt zu geringeren Verkaufserlösen als ursprünglich geplant.
Die Baywa war 2024 nach einer missglückten internationalen Expansion in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Sanierungskonzept sah vor, durch den Verkauf von Tochtergesellschaften, die in den 2010er Jahren aufgebaut wurden, Schulden in Höhe von vier Milliarden Euro abzubauen. Der Verkauf der Baywa r.e. sollte dabei eine zentrale Rolle spielen. (Lesen Sie auch: Krisenunternehmen: Baywa-Sanierung wackelt – schlechte Lage bei…)
Warum verzögert sich die Sanierung der Baywa r.e.?
Die Sanierung der Baywa r.e., die getrennt von der Muttergesellschaft läuft, wird voraussichtlich zwei Jahre länger dauern als geplant. Das neue Zieldatum ist nun das Jahr 2030. Das Management der r.e. hat seine Ergebnisziele deutlich nach unten korrigiert, was sich negativ auf den erwarteten Verkaufspreis auswirkt.
Die Baywa r.e. plant und entwickelt Solar- und Windparks. Das Unternehmen ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Schweizer Investor.
Anpassung des Sanierungskonzepts erforderlich
Der Vorstand der Baywa AG geht nun davon aus, dass der Verkauf der r.e. „signifikant“ weniger als 1,7 Milliarden Euro einbringen wird. In einer Pflichtmitteilung an die Börse hieß es, dass dies eine Anpassung des Sanierungskonzepts der Baywa AG erfordert. Unklar ist derzeit, wie hoch der tatsächliche Verkaufspreis der r.e. sein wird und wann der Verkauf stattfinden kann. (Lesen Sie auch: Krisenunternehmen: Baywa-Sanierung wackelt – schlechte Lage bei…)
Die Baywa steht nun vor der Herausforderung, alternative Strategien zu entwickeln, um die finanzielle Stabilität des Konzerns bis 2028 wiederherzustellen. Dies könnte den Verkauf weiterer Unternehmensteile oder die Aufnahme zusätzlicher Kredite beinhalten.
„Die Situation der Baywa zeigt, wie wichtig eine realistische Planung und Risikobewertung bei internationalen Expansionen und strategischen Entscheidungen ist“, sagt Professor Dr. Gunther Friedl, Experte für strategisches Management an der Technischen Universität München. „Fehleinschätzungen können schnell zu finanziellen Schieflagen führen und die gesamte Sanierung gefährden.“
Was bedeutet das für die Landwirtschaft?
Die Baywa ist in Süd- und Ostdeutschland ein bedeutender Partner für die Landwirtschaft. Der Konzern kauft Ernten an und beliefert die Bauern mit Landmaschinen, Saatgut und Dünger. Eine mögliche Einschränkung der Geschäftstätigkeit der Baywa könnte sich negativ auf die regionale Landwirtschaft auswirken. (Lesen Sie auch: Krisenunternehmen: Baywa-Sanierung wackelt – schlechte Lage bei…)
Landwirte könnten beispielsweise mit höheren Preisen für Betriebsmittel oder mit Schwierigkeiten beim Verkauf ihrer Ernten konfrontiert werden. Es ist daher wichtig, dass die Baywa ihre Sanierung erfolgreich abschließt, um ihre Rolle als zuverlässiger Partner der Landwirtschaft weiterhin wahrnehmen zu können.

Die aktuelle Situation erinnert an die Krise der Raiffeisenbanken in den 1990er Jahren, als riskante Kreditvergaben zu erheblichen finanziellen Problemen führten. Auch damals waren viele Landwirte von den Auswirkungen betroffen. Handelsblatt berichtete seinerzeit ausführlich über die Turbulenzen im Genossenschaftssektor.
Welche Auswirkungen hat die Krise auf die Mitarbeiter?
Die Unsicherheit über die Zukunft der Baywa und ihrer Tochtergesellschaften könnte auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass im Rahmen der Sanierung Stellen abgebaut werden müssen. Derzeit beschäftigt die Baywa über 25.000 Mitarbeiter weltweit. (Lesen Sie auch: Tegut EDEKA: vor dem aus: übernimmt Großteil…)
Die Deutsche Bank begleitet die Baywa bei der Restrukturierung und steht in engem Austausch mit dem Management.















