Berlinale Femizid: Wie lassen sich patriarchale Strukturen im Kino sichtbar machen? Daniela Magnani Hüller findet in ihrem autobiografischen Dokumentarfilm „Was an Empfindsamkeit bleibt“ eine Antwort, indem sie einen auf sie verübten Mordversuch und die Untätigkeit der Institutionen thematisiert. Der Film feierte auf der Berlinale 2026 Premiere.
Unser Eindruck: Ein mutiges und wichtiges Debüt, das zum Nachdenken anregt.
Wie thematisiert „Was an Empfindsamkeit bleibt“ Femizide?
Daniela Magnani Hüller geht in ihrem Film einen sehr persönlichen Weg. Sie interviewt Menschen, die mit dem auf sie verübten Mordversuch, der Gerichtsverhandlung und ihrer medizinischen Versorgung in Verbindung standen. Dabei legt sie den Fokus auf die Untätigkeit der Institutionen und die Frage nach Verantwortung. Laut Die Zeit will die Regisseurin „dem Schweigen die Wirkmacht nehmen“.
Die Rekonstruktion eines Traumas
Vor 14 Jahren überlebte Daniela Magnani Hüller einen Femizidversuch durch einen Mitschüler. In ihrem Film rekonstruiert sie die Ereignisse und das Versagen der Beteiligten. Sie legt Erinnerungen frei und macht ihre Stimme hörbar, um eine gestärkte Perspektive auf das Geschehen zu entwickeln.
Ein Femizid ist die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Diese Taten sind Ausdruck patriarchaler Strukturen und werden oft verharmlosend als „Familiendrama“ bezeichnet.

Die Frage nach der Verantwortung
Magnani Hüller konfrontiert in ihrem Film eine Lehrerin, eine Schulfreundin, eine Kriminalbeamtin und den Staatsanwalt mit ihrem (Nicht-)Handeln. Sie stellt die Frage nach der Verantwortlichkeit der Einzelnen, der Schule und der Justiz. Dabei rekonstruiert sie sachlich und konsequent die Vorgänge und das Versagen.
Film-Fakten
- Autobiografischer Dokumentarfilm
- Thematisiert Femizid und institutionelles Versagen
- Rekonstruktion eines Mordversuchs
- Persönliche Interviews mit Beteiligten
Welche filmischen Mittel setzt Magnani Hüller ein?
Der Film arbeitet mit Bildern der Empfindsamkeit, Voice-Over und distanziert gefilmten Großräumen. Diese Mittel dienen dazu, Erinnerungen freizulegen, die eigene Stimme hörbar zu machen und die Perspektive auf das Geschehen zu schärfen. Die Kameraarbeit und der Schnitt tragen dazu bei, die subjektive und objektive Unfassbarkeit der Tat zu vermitteln.
Die Berlinale (offizielle Webseite) ist eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals. Hier werden jährlich neue Filme verschiedener Genres und Formate präsentiert. (Lesen Sie auch: In 2 Tagen startet eine Abenteuerserie, die…)
Für wen lohnt sich „Was an Empfindsamkeit bleibt“?
Wer sich für feministische Themen, die Aufarbeitung von Traumata und die Frage nach institutioneller Verantwortung interessiert, sollte sich „Was an Empfindsamkeit bleibt“ ansehen. Der Film ist kein leichtes Unterhaltungskino, sondern ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit Femiziden. Wer Filme wie „Der Fall Collini“ oder Dokumentationen von Ursula Brunner schätzt, wird hier eine ähnliche thematische Tiefe finden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Besondere an Daniela Magnani Hüllers Ansatz?
Magnani Hüller verarbeitet ihre eigene Erfahrung als Überlebende eines Femizidversuchs und konfrontiert die Verantwortlichen mit ihrem Handeln. Dies verleiht dem Film eine besondere Authentizität und Dringlichkeit, die über herkömmliche Dokumentationen hinausgeht.
Welche Rolle spielen die Interviewpartner in dem Film?
Die Interviewpartner repräsentieren verschiedene Institutionen und Perspektiven, die im Zusammenhang mit dem Femizidversuch relevant sind. Ihre Aussagen tragen dazu bei, ein umfassendes Bild der Ereignisse und des institutionellen Versagens zu zeichnen. (Lesen Sie auch: Backrooms Film: Was macht den Horror so…)
Wie unterscheidet sich der Film von anderen Dokumentationen zum Thema Femizid?
Im Gegensatz zu vielen anderen Dokumentationen konzentriert sich „Was an Empfindsamkeit bleibt“ nicht nur auf die Tat selbst, sondern auch auf die langfristigen Folgen für die Überlebende und die Frage nach der Verantwortung der Gesellschaft.

Wo kann man „Was an Empfindsamkeit bleibt“ sehen?
Der Film feierte auf der Berlinale 2026 Premiere. Informationen über weitere Vorführungen in Kinos oder auf Streaming-Plattformen sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Es empfiehlt sich, die Webseite der Berlinale oder kino-zeit.de/sites/default/files/styles/grosse_klickstrecke_940x530_/public/2026-02/was_an_empfindsamkeit_bleibt_2026_1.jpg?itok=3Kz-5XBa im Auge zu behalten. (Lesen Sie auch: Netflix Stephen King Verfilmung: Schreckliches Verbrechen im…)







