Bestechung bei Kindern ist kein angeborenes Verhalten, sondern entwickelt sich im Laufe der Kindheit. Eine internationale Studie zeigt, dass jüngere Kinder Bestechungsangebote eher annehmen, während ältere Kinder diese ablehnen und moralischer handeln. Diese Entwicklung hängt stark mit der kognitiven Reifung und dem Verständnis für Fairness zusammen. Bestechung Kinder steht dabei im Mittelpunkt.

Kernpunkte
- Kinder entwickeln ein Verständnis für Bestechung erst mit zunehmendem Alter.
- Kognitive Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle bei der Ablehnung von Bestechung.
- Kulturelle Unterschiede haben weniger Einfluss auf das Verhalten von Kindern in Bezug auf Bestechung als das Alter.
- Ältere Kinder erkennen den manipulativen Charakter von Bestechungsangeboten.
- Die Studie untersuchte fast 700 Kinder aus vier verschiedenen Ländern.
Entwicklung von Moral: Wie Kinder mit Bestechung umgehen
Korruption ist ein globales Problem, das tief in vielen Gesellschaften verwurzelt ist. Doch wann beginnt die Entwicklung von moralischen Vorstellungen, die uns dazu bringen, Bestechung abzulehnen? Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B“, hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren auf Bestechungsangebote reagieren. Wie Stern berichtet, untersuchte ein Forschungsteam um Bolivar Reyes-Jaquez von der University of New Hampshire die Rolle von Alter und Kultur bei der Entwicklung dieser moralischen Haltung.
Die Studie umfasste fast 700 Kinder aus Norwegen, Italien, Japan und den USA. In einem Experiment schlüpften die Kinder in die Rolle von Juroren eines Malwettbewerbs. Ihnen wurden zwei Bilder präsentiert: Eines war objektiv besser gemalt, während dem anderen eine Geschenkkarte im Wert von etwa zehn Euro als Bestechungsangebot beilag.
Was beeinflusst die Akzeptanz von Bestechung bei Kindern?
Die Studie zeigte, dass das Alter der entscheidende Faktor bei der Akzeptanz oder Ablehnung von Bestechungsangeboten ist. Jüngere Kinder nahmen das Geschenk kulturübergreifend häufiger an, während ältere Kinder es eher ablehnten. Mit zunehmendem Alter entschieden sich die Kinder vermehrt für das bessere Bild anstatt für das mit dem Geld verbundene. Bei den über 9-Jährigen waren es sogar 85 Prozent.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, Bestechung abzulehnen, nicht von Geburt an vorhanden ist, sondern sich im Laufe der Kindheit entwickelt. Die kognitive Entwicklung spielt dabei eine zentrale Rolle. Ältere Kinder erkennen eher den manipulativen Charakter des Geschenks und verstehen, dass es dazu dient, ihre Entscheidung zu beeinflussen. Rund drei Viertel aller Teilnehmer gaben an, dass der Schenkende mit dem Geschenk Einfluss nehmen wollte. (Lesen Sie auch: Wetter Winter: Sibirische Kälte oder Frühlingsluft?)
Die Studie umfasste 694 Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren aus vier verschiedenen Ländern: Norwegen, Italien, Japan und den USA.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie war die geringe Bedeutung kultureller Unterschiede. Obwohl die Kinder aus verschiedenen Ländern stammten, zeigten sich ähnliche Entwicklungsmuster in Bezug auf die Akzeptanz von Bestechung. Dies deutet darauf hin, dass die kognitive Entwicklung und das Verständnis für Fairness universelle Faktoren sind, die die moralischen Entscheidungen von Kindern beeinflussen.
Die Forscher betonten, dass die Ergebnisse wichtige Implikationen für die Prävention von Korruption haben. Frühzeitige Bildungsprogramme, die auf die Entwicklung von moralischem Urteilsvermögen und das Verständnis für Fairness abzielen, könnten dazu beitragen, dass Kinder später im Leben weniger anfällig für Korruption sind.
Die Erkenntnisse dieser Studie ergänzen frühere Forschungen zur Entwicklung von Moral bei Kindern. So hat beispielsweise eine Studie von Forschern der Universität Harvard gezeigt, dass Kinder bereits im Alter von drei Jahren ein grundlegendes Verständnis für Fairness besitzen. Sie bevorzugen es, Ressourcen gleichmäßig zu verteilen und bestrafen unfaire Handlungen. Dieses frühe Verständnis für Fairness bildet die Grundlage für die spätere Entwicklung von komplexeren moralischen Vorstellungen, wie beispielsweise der Ablehnung von Bestechung.
Welche Rolle spielt die kognitive Entwicklung?
Die kognitive Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Verständnisses für Bestechung. Mit zunehmendem Alter entwickeln Kinder die Fähigkeit, die Perspektive anderer zu übernehmen und die Konsequenzen ihrer Handlungen zu berücksichtigen. Sie verstehen, dass Bestechung nicht nur unfair gegenüber anderen ist, sondern auch negative Auswirkungen auf die Gesellschaft haben kann. (Lesen Sie auch: Tuttlingen Konfetti Verbot: Narren Rebellieren gegen Müll-Regeln)
Ein wichtiger Aspekt der kognitiven Entwicklung ist die Entwicklung des sogenannten „Theory of Mind“. Diese Fähigkeit ermöglicht es Kindern, die Gedanken, Gefühle und Absichten anderer Menschen zu verstehen. Kinder mit einer gut entwickelten „Theory of Mind“ sind eher in der Lage, den manipulativen Charakter von Bestechungsangeboten zu erkennen und diese abzulehnen. Sie verstehen, dass der Schenkende versucht, sie zu beeinflussen und dass dies unfair gegenüber anderen ist.
Zusätzlich zur kognitiven Entwicklung spielen auch soziale und emotionale Faktoren eine Rolle. Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem Ehrlichkeit und Fairness hoch geschätzt werden, sind eher geneigt, Bestechung abzulehnen. Auch die Vorbildfunktion von Eltern und anderen Bezugspersonen ist von großer Bedeutung. Wenn Kinder sehen, dass Erwachsene ehrlich und integer handeln, übernehmen sie diese Werte eher.
Die Studie von Reyes-Jaquez und seinem Team liefert wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung von Moral bei Kindern und die Entstehung von Einstellungen gegenüber Korruption. Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, frühzeitig in die moralische Erziehung von Kindern zu investieren, um die Entwicklung von verantwortungsbewussten und integren Bürgern zu fördern. Frühzeitige Bildungsprogramme können Kindern helfen, ein besseres Verständnis für Fairness, Ehrlichkeit und die negativen Auswirkungen von Korruption zu entwickeln. Dies kann dazu beitragen, dass sie später im Leben weniger anfällig für Korruption sind und sich aktiv für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen.
Korruption wird definiert als der Missbrauch von Macht oder Vertrauen zum persönlichen Vorteil. Sie kann in vielen Formen auftreten, wie z.B. Bestechung, Erpressung, Vetternwirtschaft und Unterschlagung. Korruption untergräbt die Rechtsstaatlichkeit, verzerrt den Wettbewerb und schadet der wirtschaftlichen Entwicklung.
Es gibt verschiedene Ansätze zur Prävention von Korruption. Neben Bildungsprogrammen sind auch Transparenz und Rechenschaftspflicht wichtige Faktoren. Regierungen und Organisationen sollten Maßnahmen ergreifen, um ihre Prozesse transparenter zu gestalten und sicherzustellen, dass Fehlverhalten konsequent geahndet wird. Auch die Zivilgesellschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Korruption. Journalisten, NGOs und Bürgerinitiativen können dazu beitragen, Korruption aufzudecken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. (Lesen Sie auch: Johan Manzambi für drei Spiele gesperrt: Was…)

Die Transparency International ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich der Bekämpfung von Korruption widmet. Sie veröffentlicht jährlich den Korruptionswahrnehmungsindex (CPI), der die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor verschiedener Länder misst. Der CPI ist ein wichtiges Instrument, um das Bewusstsein für Korruption zu schärfen und Regierungen zu Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung zu bewegen.
Die Bekämpfung von Korruption ist eine globale Herausforderung, die nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Regierungen, Organisationen, der Zivilgesellschaft und jedem Einzelnen bewältigt werden kann. Indem wir frühzeitig in die moralische Erziehung von Kindern investieren und uns für Transparenz und Rechenschaftspflicht einsetzen, können wir eine gerechtere und integrere Welt schaffen.
Die Vereinten Nationen haben die Bekämpfung von Korruption als eines ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) festgelegt. Ziel 16 der SDGs zielt darauf ab, friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen. Die Bekämpfung von Korruption ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Ziels.
Wie können Eltern und Erzieher die moralische Entwicklung fördern?
Eltern und Erzieher spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung der moralischen Entwicklung von Kindern. Sie können Kindern helfen, ein besseres Verständnis für Fairness, Ehrlichkeit und die negativen Auswirkungen von Korruption zu entwickeln, indem sie:
- Vorbilder sind: Kinder lernen durch Beobachtung. Eltern und Erzieher sollten ehrlich und integer handeln und ihren Kindern zeigen, dass sie Werte wie Fairness und Ehrlichkeit hochschätzen.
- Offen über Moral sprechen: Eltern und Erzieher sollten mit Kindern über moralische Dilemmata sprechen und ihnen helfen, verschiedene Perspektiven zu verstehen.
- Empathie fördern: Kinder sollten lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und die Konsequenzen ihrer Handlungen für andere zu berücksichtigen.
- Positive Verstärkung nutzen: Kinder sollten für ehrliches und faires Verhalten gelobt und belohnt werden.
- Konsequenzen aufzeigen: Kinder sollten verstehen, dass unehrliches und unfaires Verhalten negative Konsequenzen hat.
Durch die aktive Förderung der moralischen Entwicklung von Kindern können Eltern und Erzieher dazu beitragen, dass diese zu verantwortungsbewussten und integren Bürgern heranwachsen. (Lesen Sie auch: ADAC Rettungshubschrauber: Fast 49.000 Einsätze im Jahr!)
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet auf seiner Webseite Informationen und Ressourcen zur Förderung der kindlichen Entwicklung, einschließlich der moralischen Entwicklung, an.
Die Studie von Reyes-Jaquez und seinem Team unterstreicht die Bedeutung der frühkindlichen Erziehung für die Entwicklung von moralischen Werten und die Prävention von Korruption. Indem wir uns bewusst machen, wie Kinder die Welt wahrnehmen und wie sich ihre moralischen Vorstellungen entwickeln, können wir sie besser unterstützen und ihnen helfen, zu verantwortungsbewussten und integren Mitgliedern der Gesellschaft heranzuwachsen.
Fazit
Die Forschungsergebnisse zeigen deutlich, dass die Entwicklung eines moralischen Kompasses, der Bestechung ablehnt, ein Prozess ist, der sich im Laufe der Kindheit entfaltet. Die kognitive Reifung und das Verständnis für Fairness spielen dabei eine zentrale Rolle. Während kulturelle Unterschiede eine untergeordnete Rolle spielen, ist es entscheidend, frühzeitig in die moralische Erziehung von Kindern zu investieren, um die Entstehung von verantwortungsbewussten und integren Bürgern zu fördern. Dies könnte langfristig dazu beitragen, das globale Problem der Korruption zu bekämpfen und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Die Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von Bildungsprogrammen und einer förderlichen Umgebung, die Kinder in ihrer moralischen Entwicklung unterstützt und ihnen hilft, die negativen Auswirkungen von Bestechung zu verstehen.
