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Aktualisiert: 1. Februar 2026
Geprüft
Am 1. Februar 2026 erschütterte eine Hiobsbotschaft die Berner Bio-Szene: Der traditionsreiche Bio Grossist Horai, ansässig in Fraubrunnen, hat nach 42 Jahren Bestehen Konkurs angemeldet. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und hinterlässt nicht nur bei den 18 Mitarbeitern, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren, sondern auch bei den zahlreichen Abnehmern im Kanton Bern und darüber hinaus tiefe Betroffenheit.

- Das Ende einer Ära: Bio Grossist Konkurs in Fraubrunnen
- Auswirkungen des Bio Grossist Konkurs auf die regionale Landwirtschaft
- Die Suche nach Lösungen nach dem Bio Grossist Konkurs
- Die Rolle der Politik nach dem Bio Grossist Konkurs
- Perspektiven für die Zukunft nach dem Bio Grossist Konkurs
- Weiterführende Informationen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Das Ende einer Ära: Bio Grossist Konkurs in Fraubrunnen
Die Horai AG, bekannt für ihr breites Sortiment an biologisch angebauten Lebensmitteln und ihren persönlichen Service, hatte sich über Jahrzehnte einen festen Platz in der Schweizer Bio-Branche erarbeitet. Der Bio Grossist belieferte nach eigenen Angaben rund 150 Betriebe, darunter Bioläden, Restaurants, Hofläden und Wiederverkäufer im ganzen Kanton Bern und angrenzenden Regionen. Das plötzliche Aus kam für viele überraschend, obwohl in den letzten Monaten bereits Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten kursierten. Verwaltungsrat Kaspar Ramseier bestätigte den Konkurs und versicherte, dass die Löhne der Angestellten voraussichtlich bis Ende April gesichert seien. Was danach geschieht, ist derzeit noch unklar.
Die Gründe für den Bio Grossist Konkurs sind vielfältig und komplex. Neben dem zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Grossverteiler, die ebenfalls Bio-Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben, spielten auch gestiegene Energiepreise, höhere Transportkosten und die allgemeine Inflation eine Rolle. Hinzu kamen interne Herausforderungen, wie beispielsweise Investitionsbedarf in die Infrastruktur und Schwierigkeiten bei der Nachfolgeplanung. Die Bio-Branche, die in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnete, befindet sich zunehmend in einem Konsolidierungsprozess. Kleine und mittlere Unternehmen stehen unter grossem Druck, sich gegen die Marktmacht der Grossen zu behaupten.
Der Konkurs von Horai ist ein Warnsignal für die gesamte Bio-Branche. Es zeigt, dass auch Unternehmen mit einer langen Tradition und einem guten Ruf nicht vor den Herausforderungen des Marktes gefeit sind. Die Branche muss sich neu aufstellen und Strategien entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. (Lesen Sie auch: Tragödie von Crans-Montana VS: In Lutry VD…)
Die Auswirkungen des Bio Grossist Konkurs sind weitreichend. Nicht nur die Mitarbeiter und ihre Familien sind betroffen, sondern auch die zahlreichen Abnehmer, die nun kurzfristig nach neuen Lieferanten suchen müssen. Viele Bioläden und Restaurants sind auf die zuverlässige Belieferung durch Horai angewiesen und befürchten Engpässe und steigende Preise. Auch die regionalen Bio-Bauern, die ihre Produkte über Horai vertrieben, stehen vor neuen Herausforderungen. Sie müssen nun alternative Vertriebswege finden, um ihre Erzeugnisse an den Mann zu bringen.
Auswirkungen des Bio Grossist Konkurs auf die regionale Landwirtschaft
Der Konkurs von Horai trifft die regionale Landwirtschaft hart. Viele Bio-Bauern hatten über Jahre hinweg eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bio Grossist aufgebaut. Horai war nicht nur ein wichtiger Abnehmer ihrer Produkte, sondern auch ein verlässlicher Partner, der sie bei der Vermarktung unterstützte. Nun müssen die Bauern neue Wege finden, um ihre Erzeugnisse zu verkaufen. Einige denken darüber nach, ihre Produkte direkt an Endverbraucher zu verkaufen, beispielsweise über Hofläden oder Wochenmärkte. Andere suchen nach neuen Abnehmern in der Region oder überregional. Die Situation ist jedoch angespannt, da der Wettbewerb gross ist und die Preise unter Druck stehen.
Die Bio-Branche in der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen. Einerseits steigt die Nachfrage nach biologisch angebauten Lebensmitteln stetig, andererseits verschärft sich der Wettbewerb und die Margen sinken. Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich neu erfinden, um im Markt bestehen zu können. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die Stärkung der regionalen Wertschöpfungsketten und die Nutzung digitaler Technologien. Auch die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die Bio-Landwirtschaft zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken.
Die Zukunft der Bio-Branche hängt davon ab, ob es gelingt, die Stärken der kleinen und mittleren Unternehmen zu bewahren und gleichzeitig die Herausforderungen des Marktes zu meistern. Dazu gehört beispielsweise die Förderung der regionalen Vielfalt, die Stärkung der Kundenbindung und die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche, von den Bauern über die Verarbeiter bis hin zu den Händlern, ist entscheidend für den Erfolg. (Lesen Sie auch: Inside Mäuderball: Masken, Musik und Mäuder)
Die Suche nach Lösungen nach dem Bio Grossist Konkurs
Nach dem Schock über den Bio Grossist Konkurs in Fraubrunnen beginnt nun die Suche nach Lösungen. Die Mitarbeiter von Horai sind auf der Suche nach neuen Arbeitsplätzen. Einige haben bereits Angebote erhalten, andere sind noch auf Jobsuche. Die regionalen Bio-Bauern suchen nach neuen Abnehmern für ihre Produkte. Einige haben bereits Vereinbarungen mit anderen Bio Grossisten oder Direktvermarktern getroffen, andere sind noch auf der Suche. Die Abnehmer von Horai, die Bioläden und Restaurants, suchen nach neuen Lieferanten. Einige haben bereits Verträge mit anderen Bio Grossisten abgeschlossen, andere setzen verstärkt auf regionale Produkte und Direktvermarktung.
Die Situation ist herausfordernd, aber es gibt auch Chancen. Der Bio Grossist Konkurs könnte dazu führen, dass sich die Bio-Branche in der Region neu erfindet und neue Wege geht. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren könnte gestärkt werden, die regionalen Wertschöpfungsketten könnten ausgebaut werden und die Direktvermarktung könnte eine größere Rolle spielen. Auch die Politik könnte eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Rahmenbedingungen für die Bio-Landwirtschaft verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen stärkt.
Das Wichtigste in Kürze
Der Bio Grossist Horai hat Konkurs angemeldet, was 18 Arbeitsplätze kostet und 150 Betriebe im Kanton Bern und Umgebung vor neue Herausforderungen stellt. Die Gründe sind vielfältig, von gestiegenem Wettbewerbsdruck bis hin zu internen Herausforderungen. Die Auswirkungen sind weitreichend und betreffen Mitarbeiter, Bauern und Abnehmer gleichermassen. Die Suche nach Lösungen hat begonnen, und es besteht die Chance, dass sich die Bio-Branche in der Region neu erfindet.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird. Eines ist jedoch sicher: Der Bio Grossist Konkurs in Fraubrunnen hat die Berner Bio-Szene nachhaltig verändert. (Lesen Sie auch: Im Zürcher Kreis 8: Dachstock von Mehrfamilienhaus…)

Die Rolle der Politik nach dem Bio Grossist Konkurs
Nach dem Bio Grossist Konkurs stellt sich die Frage nach der Rolle der Politik. Kann und soll der Staat eingreifen, um die Bio-Branche zu unterstützen und weitere Konkurse zu verhindern? Die Meinungen darüber gehen auseinander. Einige fordern staatliche Subventionen und Förderprogramme, um die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. Andere sind der Meinung, dass der Staat sich aus dem Markt heraushalten und den Wettbewerb spielen lassen sollte. Wieder andere plädieren für eine Kombination aus beidem: Einerseits sollen die Rahmenbedingungen für die Bio-Landwirtschaft verbessert werden, beispielsweise durch die Förderung der Forschung und Entwicklung und die Vereinfachung der bürokratischen Hürden. Andererseits sollen die Unternehmen selbst Verantwortung übernehmen und innovative Geschäftsmodelle entwickeln, um im Markt bestehen zu können.
Die Politik hat verschiedene Möglichkeiten, die Bio-Branche zu unterstützen. Sie kann beispielsweise die Forschung und Entwicklung im Bereich der Bio-Landwirtschaft fördern, die Direktvermarktung unterstützen, die regionale Wertschöpfung stärken, die bürokratischen Hürden abbauen und die Verbraucher über die Vorteile von Bio-Produkten informieren. Auch die Förderung des ökologischen Landbaus und die Reduktion des Pestizideinsatzes können einen Beitrag zur Stärkung der Bio-Branche leisten.
Perspektiven für die Zukunft nach dem Bio Grossist Konkurs
Trotz des schmerzhaften Bio Grossist Konkurs gibt es auch Perspektiven für die Zukunft. Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist ungebrochen hoch und wird voraussichtlich weiter steigen. Die Konsumenten legen immer mehr Wert auf gesunde, nachhaltige und regional erzeugte Lebensmittel. Dies bietet Chancen für die Bio-Bauern und die Bio-Verarbeiter. Allerdings müssen sie sich den Herausforderungen des Marktes stellen und innovative Geschäftsmodelle entwickeln, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche, von den Bauern über die Verarbeiter bis hin zu den Händlern, ist entscheidend für den Erfolg. Auch die Politik kann einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie die Rahmenbedingungen für die Bio-Landwirtschaft verbessert und die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen stärkt.
Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet der Bio Grossist Konkurs für die Mitarbeiter?
Die 18 Mitarbeiter von Horai haben ihren Arbeitsplatz verloren und sind nun auf der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Löhne sind voraussichtlich bis Ende April gesichert, danach ist die Situation unklar.
Was bedeutet der Bio Grossist Konkurs für die Bio-Bauern?
Die regionalen Bio-Bauern müssen neue Abnehmer für ihre Produkte finden. Einige haben bereits Vereinbarungen mit anderen Bio Grossisten oder Direktvermarktern getroffen, andere sind noch auf der Suche. (Lesen Sie auch: Ein Telefonat, drei Versionen: Was passierte rund…)
Was bedeutet der Bio Grossist Konkurs für die Bioläden und Restaurants?
Die Bioläden und Restaurants müssen neue Lieferanten finden. Einige haben bereits Verträge mit anderen Bio Grossisten abgeschlossen, andere setzen verstärkt auf regionale Produkte und Direktvermarktung.
Welche Gründe führten zum Bio Grossist Konkurs?
Die Gründe sind vielfältig und komplex. Neben dem zunehmenden Wettbewerbsdruck spielten auch gestiegene Energiepreise, höhere Transportkosten und die allgemeine Inflation eine Rolle. Hinzu kamen interne Herausforderungen, wie beispielsweise Investitionsbedarf in die Infrastruktur und Schwierigkeiten bei der Nachfolgeplanung.
Welche Perspektiven gibt es für die Zukunft der Bio-Branche?
Trotz des schmerzhaften Konkurs gibt es auch Perspektiven für die Zukunft. Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist ungebrochen hoch und wird voraussichtlich weiter steigen. Die Konsumenten legen immer mehr Wert auf gesunde, nachhaltige und regional erzeugte Lebensmittel.
Fazit
Der Bio Grossist Konkurs der Horai AG markiert ein trauriges Kapitel für die Berner Bio-Szene. Er zeigt auf, dass auch Traditionsunternehmen in der heutigen Zeit mit grossen Herausforderungen zu kämpfen haben. Die Auswirkungen sind vielfältig und betreffen Mitarbeiter, Bauern und Abnehmer gleichermassen. Dennoch bietet die Situation auch Chancen für einen Neuanfang und eine Stärkung der regionalen Bio-Branche. Es liegt nun an allen Beteiligten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und die Zukunft der Bio-Landwirtschaft in der Region aktiv zu gestalten. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. Nur so kann die Bio-Branche auch in Zukunft erfolgreich sein und einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region leisten.
