„Black Lions – Roman Wolves“ ist mehr als ein Film; es ist eine notwendige Konfrontation mit der Vergangenheit, die in der Gegenwart nachhallt. Haile Gerima verwebt Archivmaterial, Zeitzeugengespräche und Theaterstücke, um ein Panorama des äthiopischen Widerstands gegen den italienischen Kolonialismus zu schaffen. Dieser Film ist ein Aufruf zur Reflexion über europäische Komplizenschaft und die Bedeutung Schwarzer Solidarität.

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- Ein vergessenes Kapitel der Geschichte
- Was unterscheidet „Black Lions – Roman Wolves“ von anderen Geschichtsfilmen?
- Wie gelingt es dem Film, die Komplizenschaft Europas zu thematisieren?
- Welche neue Erkenntnisse bringt der Dokumentarfilm?
- Für wen lohnt sich „Black Lions – Roman Wolves“?
- Häufig gestellte Fragen
| Titel | Black Lions – Roman Wolves |
|---|---|
| Originaltitel | Black Lions – Roman Wolves |
| Regie | Haile Gerima |
| Genre | Dokumentarfilm, Geschichte |
| Produktion | Negod Gwad Productions |
Unser Eindruck: Ein monumentales Werk, das äthiopische Stimmen gegen koloniale Lebenslügen setzt und zur Dekonstruktion kolonialer Bilder aufruft.
Ein vergessenes Kapitel der Geschichte
Der Film von Haile Gerima beleuchtet die brutale italienische Invasion Äthiopiens im Jahr 1935, ein Verbrechen, das in Italien paradoxerweise omnipräsent und doch vergessen ist. Mussolini und seine Faschisten sahen in der Eroberung Äthiopiens eine Möglichkeit, das Römische Reich wiederaufleben zu lassen, und schreckten dabei auch vor dem Einsatz von Giftgas nicht zurück. Der Film erinnert an den ersten italienischen Eroberungsversuch, der 1896 mit dem äthiopischen Sieg endete.
Was unterscheidet „Black Lions – Roman Wolves“ von anderen Geschichtsfilmen?
Im Gegensatz zu konventionellen Geschichtsdokumentationen, die oft von einer eurozentrischen Perspektive geprägt sind, stellt „Black Lions – Roman Wolves“ die äthiopischen Stimmen in den Vordergrund. Gerima nutzt Archivmaterial, das die Gräueltaten des Kolonialismus dokumentiert, und kombiniert es mit den persönlichen Erzählungen von Zeitzeugen. Diese Kombination schafft eine eindringliche und vielschichtige Darstellung des Konflikts, die den Widerstand und die Selbstbehauptung des äthiopischen Volkes hervorhebt. Der Film verzichtet bewusst auf die Reproduktion kolonialer Bilder und stellt stattdessen die Aufzeichnungen des Widerstands in den Mittelpunkt. (Lesen Sie auch: Nicolas Steiner Film: Surreale Reise in die…)
Film-Fakten
- Regisseur Haile Gerima arbeitete 30 Jahre an diesem Projekt.
- Der Film verwendet Archivmaterial, Zeitzeugengespräche und Theaterstücke.
- Er thematisiert den italienischen Kolonialismus und den äthiopischen Widerstand.
- Der Film setzt äthiopische Stimmen gegen koloniale Lebenslügen.
Wie gelingt es dem Film, die Komplizenschaft Europas zu thematisieren?
Der Black Lions Film zeigt nicht nur die direkte Gewalt der italienischen Besatzer, sondern auch die indirekte Unterstützung und das Schweigen anderer europäischer Nationen. Diese Komplizenschaft ermöglichte es Mussolini, seine imperialistischen Ambitionen zu verfolgen, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Der Film erinnert daran, dass Kolonialismus nicht nur ein Verbrechen der Täter, sondern auch eine Folge des Wegsehens und der Unterstützung durch andere Akteure war. Die Mechanismen der europäischen Komplizenschaft werden im Film durch die Darstellung historischer Dokumente und Analysen der politischen Verhältnisse der damaligen Zeit verdeutlicht.
Haile Gerima ist ein Veteran der L.A. Rebellion und des New Black Cinema, Bewegungen, die sich für die Repräsentation Schwarzer Perspektiven im Film einsetzen.
Welche neue Erkenntnisse bringt der Dokumentarfilm?
Der Film bietet keine bloße Nacherzählung historischer Ereignisse, sondern eine tiefgreifende Analyse der Mechanismen des Kolonialismus und seiner Auswirkungen auf die Identität und das Selbstverständnis des äthiopischen Volkes. Er zeigt, wie koloniale Narrative bis heute fortwirken und die Wahrnehmung von Geschichte und Kultur beeinflussen. Durch die Gegenüberstellung äthiopischer Stimmen und kolonialer Lebenslügen dekonstruiert der Film die eurozentrische Geschichtsschreibung und ermöglicht eine neue Perspektive auf die Ereignisse von 1935. Der Film macht aufmerksam auf die Notwendigkeit, die koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten und die Stimmen der Opfer zu hören, um eine gerechtere Zukunft zu gestalten, wie es beispielsweise auch in der Bundeszentrale für politische Bildung thematisiert wird.
Für wen lohnt sich „Black Lions – Roman Wolves“?
Dieser Film ist ein Muss für alle, die sich für Geschichte, Kolonialismus und die Perspektiven des globalen Südens interessieren. Wer Filme wie „Lumumba“ von Raoul Peck oder „I Am Not Your Negro“ schätzt, wird in „Black Lions – Roman Wolves“ eine ähnlich kraftvolle und aufrüttelnde Auseinandersetzung mit der Vergangenheit finden. Der Film ist besonders relevant für ein Publikum, das bereit ist, sich mit unbequemen Wahrheiten auseinanderzusetzen und die eigene Perspektive zu hinterfragen. (Lesen Sie auch: Transgender Film: Ein Mutiger Weg im Konservativen…)
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt die L.A. Rebellion im Schaffen von Haile Gerima?
Die L.A. Rebellion war eine Bewegung Schwarzer Filmemacher in Los Angeles, die sich in den 1960er und 1970er Jahren für eine unabhängige und authentische Darstellung Schwarzer Lebensrealitäten einsetzten. Gerima war ein wichtiger Teil dieser Bewegung, die sein Werk nachhaltig prägte.

Warum ist die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus heute noch relevant?
Der Kolonialismus hat tiefe Spuren in den betroffenen Gesellschaften hinterlassen und beeinflusst bis heute politische, wirtschaftliche und kulturelle Verhältnisse. Die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist notwendig, um koloniale Denkmuster zu überwinden und eine gerechtere Welt zu gestalten. (Lesen Sie auch: Jazzy Film: Ein Dschungelabenteuer für die Ganze…)
Wie unterscheidet sich „Black Lions – Roman Wolves“ von anderen Filmen über den Kolonialismus?
Der Film stellt die Perspektive der äthiopischen Opfer und Widerstandskämpfer in den Mittelpunkt und vermeidet die eurozentrische Sichtweise, die viele andere Filme über den Kolonialismus prägt. Er dekonstruiert koloniale Narrative und ermöglicht eine neue Sicht auf die Geschichte.
Welchen Beitrag leistet der Film zur Dekonstruktion kolonialer Bilder?
Der Film verzichtet bewusst auf die Reproduktion kolonialer Bilder und stellt stattdessen die Aufzeichnungen des Widerstands in den Mittelpunkt. Er setzt äthiopische Stimmen gegen koloniale Lebenslügen und ermöglicht so eine kritische Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit.
Wo kann man Standbilder aus dem Film „Black Lions – Roman Wolves“ sehen?
Ein Standbild aus dem Film ist unter der URL kino-zeit.de/sites/default/files/styles/grosse_klickstrecke_940x530_/public/2026-02/black_lions_2026_1.jpg?itok=VEVZzv8- zu finden.
Haile Gerimas „Black Lions – Roman Wolves“ ist ein kraftvolles und notwendiges Werk, das die koloniale Vergangenheit Äthiopiens beleuchtet und zur Reflexion über europäische Komplizenschaft und Schwarze Solidarität anregt. Der Black Lions Film ist ein wichtiger Beitrag zur Dekonstruktion kolonialer Narrative und zur Stärkung äthiopischer Stimmen. (Lesen Sie auch: Film Epilepsie im Fokus: „D Is For…)
