Boots Netflix abgesetzt: Am 12. Dezember 2025 hat Netflix die queere Militärserie „Boots“ nach nur einer Staffel eingestellt – trotz 90 Prozent bei Rotten Tomatoes und 23,9 Millionen Views. Die Serie war das letzte Projekt des legendären Produzenten Norman Lear und geriet nach ihrer Premiere in den Fokus einer politischen Kontroverse. Das Pentagon bezeichnete die Serie als „woken Müll“.
📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2025
Was ist „Boots“ auf Netflix?
Boots ist eine achtteilige Militär-Dramedy auf Netflix, die am 9. Oktober 2025 veröffentlicht wurde. Die Serie basiert auf der Autobiografie „The Pink Marine“ von Greg Cope White und erzählt die Coming-of-Age-Geschichte eines schwulen Teenagers, der 1990 dem US Marine Corps beitritt. Trotz hervorragender Kritiken wurde die Serie nach nur einer Staffel abgesetzt.
Netflix setzt „Boots“ nach einer Staffel ab
Die Absetzung kam am 12. Dezember 2025 – nur gut zwei Monate nach der Premiere. Laut dem Branchenportal Deadline Hollywood war es keine „klassische Absetzung“. Die Serie hatte interne Unterstützung bei Netflix, und der Streamingdienst führte über Wochen Gespräche mit dem Produktionsstudio Sony Pictures Television.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Rotten Tomatoes Score | 90 % (Kritiker & Publikum) |
| IMDb-Bewertung | 7,9 / 10 |
| Views gesamt | 23,9 Millionen |
| Streaming-Stunden | 140 Millionen |
| Höchste Chartposition | Platz 2 (Netflix Top 10) |
| Wochen in Top 10 | 4 Wochen |
Die Zahlen sprechen eigentlich für die Serie: In der ersten vollen Woche erreichte „Boots“ 9,4 Millionen Views – eine Verdoppelung gegenüber der Startwoche. Vier Wochen lang hielt sich die Serie in den Netflix-Top-10 und erreichte Platz 2.
Worum geht es in „Boots“?
Die Serie spielt im Jahr 1990 und folgt dem 18-jährigen Cameron Cope. Er ist ein schüchterner, heimlich schwuler Teenager aus einer dysfunktionalen Familie. Impulsiv folgt er seinem besten Freund Ray McAffey in die Grundausbildung der US Marines.
In einer Zeit, in der Homosexualität beim Militär streng verboten war (die „Don’t Ask, Don’t Tell“-Regelung kam erst 1993), muss Cameron seine Identität verbergen. Gleichzeitig findet er in der harten Ausbildung unerwartet Freundschaft, Zusammenhalt – und sich selbst.
„Für mich ist aufregend zu sehen, wie viele Menschen auf die Serie reagieren. Dieses Maß an Resonanz war unglaublich – und ehrlich gesagt nicht etwas, das ich erwartet hatte.“
– Andy Parker, Showrunner und Creator von „Boots“
Die Besetzung von „Boots“
| Schauspieler | Rolle | Bekannt aus |
|---|---|---|
| Miles Heizer | Cameron Cope | „13 Reasons Why“ |
| Vera Farmiga | Barbara Cope (Mutter) | „Bates Motel“, „The Conjuring“ |
| Max Parker | Sgt. Sullivan | – |
| Liam Oh | Ray McAffey | – |
| Ana Ayora | Capt. Fajardo | – |
Miles Heizer, bekannt als Alex aus der Netflix-Serie „13 Reasons Why“, liefert laut Kritikern eine herausragende Performance. Rotten Tomatoes fasst zusammen: „Miles Heizers großartige Darstellung hat das richtige Zeug in Boots, einer sympathischen Dramedy, die Männlichkeit und Queerness wirkungsvoll erforscht.“
Pentagon nennt Serie „woken Müll“
Was „Boots“ von anderen Netflix-Absetzungen unterscheidet: Die Serie wurde zum politischen Streitthema. Kurz nach der Premiere meldete sich das Pentagon zu Wort. Pressesprecher Kingsley Wilson bezeichnete die Serie als „woken Müll“ und warf Netflix vor, eine „ideologische Agenda“ zu verfolgen.
In einer offiziellen Stellungnahme hieß es: „Unter Präsident Trump und Verteidigungsminister Hegseth stellt das US-Militär den Krieger-Ethos wieder her. Unsere Standards sind elitär, einheitlich und geschlechtsneutral.“
💡 Hintergrund: Präsident Trump unterzeichnete zu Beginn seiner zweiten Amtszeit eine Executive Order, die Transgender- und nicht-binären Personen den Militärdienst verbietet. Die Serie „Boots“ thematisiert die historische Diskriminierung von LGBTQ+-Personen beim Militär in den 1990er Jahren.
Ironischerweise halfen die Pentagon-Kritik der Serie: Nach dem öffentlichen Aufruhr verdoppelten sich die Abrufzahlen. Die Kontroverse bescherte „Boots“ mehr Aufmerksamkeit, als jede Werbekampagne hätte erreichen können.
Norman Lears letzte Serie
„Boots“ trägt eine besondere Bedeutung: Es ist die letzte Fernsehserie des legendären Produzenten Norman Lear. Der hochdekorierte Veteran des Zweiten Weltkriegs und TV-Pionier (bekannt für „All in the Family“, „The Jeffersons“) gab im Mai 2023 grünes Licht für das Projekt.
Lear starb im Dezember 2023 im Alter von 101 Jahren – noch bevor die Dreharbeiten abgeschlossen waren. Er erlebte die Premiere seiner letzten Serie nicht mehr.
| Produktionsdetail | Information |
|---|---|
| Vorlage | „The Pink Marine“ (Autobiografie) |
| Autor der Vorlage | Greg Cope White |
| Creator & Showrunner | Andy Parker, Jennifer Cecil |
| Executive Producer | Norman Lear (†), Brent Miller |
| Produktionsstudio | Sony Pictures Television, Act III |
| Episoden | 8 |
Die Produktion hatte einen schwierigen Weg: Nach dem Start im Sommer 2023 mussten die Dreharbeiten nach einer Woche wegen der Hollywood-Streiks pausieren. Erst im März 2024 ging es weiter, im August 2024 waren die Aufnahmen abgeschlossen. Dann dauerte es über ein Jahr, bis Netflix die Serie ins Programm nahm.
Warum wurde „Boots“ abgesetzt?
Die genauen Gründe bleiben unklar. Netflix analysierte die langfristigen Abrufzahlen und entschied sich gegen eine Verlängerung. Branchenbeobachter spekulieren über mehrere Faktoren:
Politischer Druck: Die öffentliche Kritik aus dem Pentagon könnte Netflix verunsichert haben. In der aktuellen politischen Lage will der Streamingdienst möglicherweise keine zusätzliche Angriffsfläche bieten.
Langfristige Zahlen: Obwohl die ersten Wochen stark waren, könnten die späteren Abrufzahlen nachgelassen haben. Netflix bewertet Serien nach ihrer langfristigen Performance.
Kosten-Nutzen: Eine zweite Staffel hätte neue Geschichten erfordert – die Autobiografie endet mit dem Bootcamp. Das bedeutet höhere Entwicklungskosten für Original-Content.
Exklusivität: Aufgrund der strengen Netflix-Regeln ist ein Weiterverkauf an andere Plattformen praktisch ausgeschlossen. Die Serie endet damit endgültig.
Sony Pictures Television hatte im Vorfeld die Verträge mehrerer Hauptdarsteller verlängert – offenbar in der Hoffnung auf eine zweite Staffel.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wird es eine 2. Staffel von „Boots“ geben?
Nein. Netflix hat am 12. Dezember 2025 offiziell bestätigt, dass „Boots“ nach einer Staffel nicht fortgesetzt wird. Aufgrund der strengen Exklusivitätsregeln von Netflix ist auch ein Weiterverkauf an andere Streamingdienste praktisch ausgeschlossen. Die acht Episoden bleiben die einzige Staffel der Serie.
Auf welcher wahren Geschichte basiert „Boots“?
„Boots“ basiert auf der Autobiografie „The Pink Marine“ von Greg Cope White. Das Buch erschien 2016 und schildert Whites eigene Erfahrungen als schwuler Mann in der Grundausbildung der US Marines im Jahr 1990. White ist auch Autor der Serie und Executive Producer. Die Geschichte endet mit dem Abschluss des Bootcamps.
Warum hat das Pentagon „Boots“ kritisiert?
Pentagon-Pressesprecher Kingsley Wilson bezeichnete die Serie als „woken Müll“ und warf Netflix vor, eine „ideologische Agenda“ zu verfolgen. Das Verteidigungsministerium unter Minister Pete Hegseth sieht die Darstellung von LGBTQ+-Themen im Militär kritisch. Die Trump-Regierung hatte zu Beginn ihrer zweiten Amtszeit Transgender-Personen vom Militärdienst ausgeschlossen.
Wer spielt Cameron Cope in „Boots“?
Die Hauptrolle des Cameron Cope wird von Miles Heizer gespielt. Der US-amerikanische Schauspieler wurde durch seine Rolle als Alex Standall in der Netflix-Serie „13 Reasons Why“ bekannt. Kritiker loben seine Performance in „Boots“ als herausragend. Die Rolle der Mutter Barbara Cope übernimmt Vera Farmiga, bekannt aus „Bates Motel“ und „The Conjuring“.
Kann ich „Boots“ noch auf Netflix schauen?
Ja, alle acht Episoden der ersten und einzigen Staffel sind weiterhin auf Netflix verfügbar. Die Absetzung bedeutet nur, dass keine neuen Episoden produziert werden. Wie lange die Serie im Katalog bleibt, ist unklar. Netflix entfernt regelmäßig Inhalte, eine konkrete Deadline für „Boots“ wurde nicht genannt.
Wer war Norman Lear?
Norman Lear (1922–2023) war einer der einflussreichsten TV-Produzenten der amerikanischen Geschichte. Er schuf legendäre Sitcoms wie „All in the Family“, „The Jeffersons“ und „Maude“, die gesellschaftliche Themen wie Rassismus und Abtreibung erstmals im Fernsehen thematisierten. „Boots“ war sein letztes Projekt. Lear war selbst Veteran des Zweiten Weltkriegs und starb im Dezember 2023 mit 101 Jahren.
Fazit: Politische Kontroverse beendet Norman Lears letzte Serie
Die Absetzung von Boots ist ein Verlust für Fans queerer Geschichten – und ein bitteres Ende für das Vermächtnis von Norman Lear. Die Serie vereinte starke Kritiken, respektable Zuschauerzahlen und eine wichtige Botschaft über Identität, Freundschaft und das Recht, man selbst zu sein.
Dass ausgerechnet das Pentagon die Serie ins Rampenlicht rückte, war paradox: Die Kritik brachte mehr Zuschauer, nicht weniger. Trotzdem reichte das nicht für eine Verlängerung. Ob politischer Druck, enttäuschende Langzeitwerte oder schlicht wirtschaftliches Kalkül den Ausschlag gaben, bleibt Spekulation.
„Boots“ wird vielen Zuschauern als Symbol für queere Repräsentation in Erinnerung bleiben – und als Beweis dafür, dass gute Geschichten manchmal dennoch kein langes Leben haben.
Hinweis: Dieser Artikel dient Informationszwecken. Quellen: Deadline Hollywood, Rotten Tomatoes, Variety, TV Insider, Serienjunkies. Stand: 17. Dezember 2025.












