Warmherzig und feinfühlig: Brad Falchuk zeigt in der Netflix-Reihe „Famous Last Words“ seine größte Gabe.
Wenn man in seine blauen Augen schaut, kann man sich leicht verlieren. Oder man findet Neugier und Wertschätzung darin – einen Seelenspiegel. Als sich der todkranke Eric Dane vorvergangene Woche in der Netflix-Reihe „Famous Last Words“ eine knappe Stunde den Fragen von Produzent und Moderator Brad Falchuk, 54, stellte, fand er all das. Und noch viel mehr: einen Menschen, der feinfühlig zuhört, winzige Gefühlsnuancen erkennt und darauf subtil reagieren kann. Der es vollbringt, traurige Momente einzufangen und gleichzeitig Raum für gemeinsames Lachen zu schaffen.
Brad Falchuks empathische Art
Falchuk selbst nennt diese besondere Gesprächssituation, in der er sich mit der jeweiligen Person, die sich zum allerletzten Mal der Öffentlichkeit stellt, um ihre Botschaft zu hinterlassen, „ein Tennisspiel“. Er kommt seinen Gesprächspartnern (zuvor unterhielt er sich mit Naturforscherin Jane Goodall) sehr nahe – aber nicht so, dass es unangenehm wird, sondern dass sie sich bereitwillig von ihm durch die oft schmerzhaften, manchmal auch schönen Erinnerungen führen lassen. Als würden sie einem engen Freund oder Familienmitglied davon erzählen.
Wie kommt es, dass der Mann,den viele bislang nur als den zweiten Ehemann von Hollywoodstar Gwyneth Paltrow, 53, wahrgenommen haben, eine Art therapeutisches Gen hat? Paltrow selbst erzählte im „Goop“-Podcast: „Wenn wir zum Essen eingeladen sind, sagen die Leute hinterher zu mir: ‚Dein Mann sollte für die CIA arbeiten, ich habe ihm in zehn Minuten all meine Geheimnisse anvertraut.'“ Er ist der empathische, warmherzige Typ, dem man alles erzählen kann, und weiß, dass es bei ihm sicher aufgehoben ist.
Eine tägliche Bedrohung
Das rührt auch daher, dass Brad Falchuk selbst erfahren hat, was Rückschläge im Leben bedeuten – und wie man gestärkt daraus hervorgehen kann. Als Teenager wurde eine Lese-Rechtschreibschwäche bei ihm diagnostiziert, zuvor hatte er lange geglaubt, nicht schlau genug zu sein. Im Alter von 36 Jahren fand man eine Rückenmarksveränderung. Bei der OP wurden Nerven verletzt, sodass er bis heute Schmerzen hat und Medikamente nehmen muss. Gleichzeitig fand man eine Veränderung in seinem Gehirn, die jederzeit eine Blutung hervorrufen könnte. Eine tägliche Bedrohung.
Diese Erfahrung hat Brad, dessen Vater Arzt war und dessen Schwester Psychotherapeutin ist, zu einem anderen Menschen gemacht. „Es hat mich gelehrt, im Moment zu leben und das Beste aus jedem Tag zu machen“, sagt er. Das Bewusstsein, dass jederzeit alles vorbei sein könnte, ließ ihn zu einem guten Zuhörer werden – auch als Vater und Partner. „Brad ist der erste Mann, mit dem ich eine erwachsene Beziehung führe“, erklärt Gwyneth. „Er zeigt sich, wie er ist, mit allen Schwächen – und er möchte das genauso von mir. Ich habe mich noch nie jemandem so geöffnet wie ihm.“ Damit ist sie nicht allein.
Quelle: Gala










