Lesezeit: 6 Minuten | Letzte Aktualisierung: 22.01.2026
Catania unter Wasser: Was ist passiert?
Catania unter Wasser – Zyklon Harry hat die sizilianische Küstenstadt mit voller Wucht getroffen. Meterhohe Wellen durchbrachen Schutzmauern, Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse. Der Mittelmeerzyklon brachte Windböen bis 130 km/h und Wellen von bis zu 16 Metern Höhe. Über 500 Millionen Euro Schaden, 200 Evakuierte – doch es gab keine Verletzten.
Das Wichtigste in Kürze zu Catania unter Wasser
- Zeitraum: 20.–22. Januar 2026
- Ursache: Zyklon Harry (Medicane/Mittelmeerzyklon)
- Windböen: Bis zu 130 km/h
- Wellenhöhe: 10–16 Meter an den Küsten
- Niederschlag: 200–400 Liter pro Quadratmeter
- Schäden: Über 500 Millionen Euro allein auf Sizilien
- Evakuierte: Rund 200 Menschen auf Sizilien
- Verletzte: Keine (Stand 22.01.2026)
Catania unter Wasser – diese Bilder schockieren Europa. Der Mittelmeerzyklon Harry hat Sizilien, Kalabrien und Sardinien in den vergangenen Tagen mit voller Wucht getroffen. Besonders die Ostküste Siziliens rund um Catania erlebte dramatische Szenen: Meterhohe Wellen durchbrachen Schutzmauern, das Meer drang in Straßen und Häuser ein. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat den Notstand für die betroffenen Regionen beantragt.
Was ist Zyklon Harry?
Zyklon Harry ist ein sogenannter Medicane – ein mediterraner Hurrikan. Diese seltenen Wirbelstürme entstehen über dem warmen Mittelmeer und können ähnlich zerstörerische Kräfte entwickeln wie tropische Hurrikane. Laut Euronews erreichte Harry Windgeschwindigkeiten von über 120 km/h und türmte Wellen von bis zu 10 Metern Höhe auf – an manchen Küstenabschnitten sogar 16 Meter.
| Region | Auswirkungen |
|---|---|
| Catania (Sizilien) | Straßen überflutet, Schutzmauern zerstört, Familien evakuiert |
| Aci Trezza | Boote zerstört, Sand und Geröll in Straßen gespült |
| Messina | Bahngleise unterspült, Schiffsverkehr eingestellt |
| Taormina | Schutzmauern zerstört, Strände überflutet |
| Kalabrien | 90 Feuerwehreinsätze allein in Catanzaro, Straßen unter Wasser |
| Sardinien | Fluss Cedrino drohte überzutreten, Straßensperrungen |
Catania unter Wasser: Die dramatischen Szenen
Die Bilder aus Catania erinnern an Filmszenen: Meterhohe Wellen brandeten gegen die Küste und überwanden die Schutzmauern im Hafenbereich. Augenzeugen sprachen von einer „Wasserwand“, die in kurzen Abständen auf die Stadt traf. Das Meerwasser drang in Küstenstraßen ein, Plätze und Zufahrten wurden überflutet.
Besonders dramatisch war die Lage im Küstenort Fondachello bei Catania. Videos in den sozialen Medien dokumentieren, wie die Wellen die Küstenschutzbarrieren regelrecht überrannten. Autos mussten umgeleitet werden, Fußgänger brachten sich hastig in Sicherheit. Im Ortsteil Primo Sole am südlichen Stadtrand von Catania mussten mehrere Familien von der Feuerwehr gerettet werden.
— Danilo Lo Giudice, Bürgermeister von Santa Teresa di Riva
Schwere Infrastrukturschäden
Die Infrastruktur Siziliens hat massive Schäden erlitten. An der ionischen Küste bei Scaletta Zanclea nahe Messina hat die Gewalt des Meeres die Bahngleise unterspült. Die Zugverbindungen zwischen Messina, Catania und Syrakus sind unterbrochen – die Gleise hängen teilweise buchstäblich in der Luft.

Der sizilianische Regionalpräsident Renato Schifani bezifferte die Schäden auf der Insel bereits auf über 500 Millionen Euro. Betroffen sind:
Schäden durch Zyklon Harry auf Sizilien
- Küstenstraßen: Über 100 Kilometer beschädigt
- Ferienanlagen: Zahlreiche Resorts überflutet
- Wohnhäuser: Dutzende Familien evakuiert
- Hafenanlagen: Schwere Beschädigungen
- Bahnstrecken: Mehrere Abschnitte unterbrochen
- Boote: Dutzende zerstört in Aci Trezza
Evakuierungen und Schulschließungen
Die Behörden reagierten schnell: In über 150 sizilianischen Gemeinden, darunter die Großstädte Palermo, Catania und Messina, blieben die Schulen geschlossen. Rund 200 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Besonders betroffen waren:
⚠️ Evakuierungen auf Sizilien
- Marzamemi (Syrakus): Historisches Fischerdorf präventiv geräumt
- Giampilieri Marina: 32 Bewohner einer Seniorenresidenz in Sicherheit gebracht
- Acireale: 95 Häuser in Küstenfraktionen evakuiert
- Äolische Inseln: Zeitweise komplett von Außenwelt abgeschnitten
Bürgermeister von Monsterwelle erfasst
Für Aufsehen sorgte ein Video des Bürgermeisters von Taormina: Cateno De Luca streamte live auf Facebook, um die Bevölkerung vor den Gefahren des Sturms zu warnen – und wurde dabei selbst von einer riesigen Welle am Hafen von Santa Teresa di Riva erfasst. „Seht euch das an! Unglaublich!“, rief er in die Kamera, bevor ihn das Wasser traf. „Macht nicht das Gleiche wie ich“, schrieb er später dazu.
Italienische Regierung beantragt Notstand
Angesichts der dramatischen Lage hat Infrastrukturminister Matteo Salvini die Ausrufung des Ausnahmezustands für Sizilien, Kalabrien und Sardinien beantragt. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte den betroffenen Gemeinden volle Unterstützung zu. Meloni verfolge die Entwicklungen „aufmerksam“ und stehe in ständigem Kontakt mit dem Zivilschutz.
Regionalpräsident Schifani hat für den 22. Januar eine außerordentliche Sitzung der Regionalregierung einberufen, um den regionalen Notstand zu beschließen und die Zentralregierung um Ausrufung des nationalen Notstands zu bitten.

Klimawandel als Ursache?
Wissenschaftler sehen einen klaren Zusammenhang zwischen den extremen Wetterereignissen und dem Klimawandel. Das Mittelmeer ist deutlich wärmer als üblich, wodurch mehr Wasser verdunstet. Treffen dann kalte und warme Luftmassen zusammen, bilden sich extreme Unwetter.
Klimaphysiker wie Salvatore Pascale von der Universität Bologna bezeichnen das Mittelmeer als „Klima-Hotspot“. Die Häufigkeit und Intensität von Medicanes – mediterranen Hurrikanen – nimmt seit Jahren zu. In Kalabrien fielen während des Sturms Harry innerhalb von vier Tagen Regenmengen, die der Hälfte des durchschnittlichen Jahresniederschlags entsprechen.
Aktuelle Lage und Ausblick
Am 22. Januar 2026 hat der Zyklon Harry nach Einschätzung der Meteorologen seinen Höhepunkt überschritten. Der Zivilschutz hält jedoch die Alarmstufe Rot für Teile Siziliens und Kalabriens aufrecht. Betroffen sind insbesondere:
Weiterhin Alarmstufe Rot für:
- Kalabrien: Tyrrhenischer Südhang, ionischer Mittel- und Südhang
- Sizilien: Nordöstlicher Hang und ionische Küste
- Sardinien: Campidano und Flumendosa-Becken
Die gute Nachricht: Trotz der massiven Zerstörungen wurden bislang keine Verletzten gemeldet. In den betroffenen Gebieten arbeiten Bürger und Einsatzkräfte solidarisch zusammen, um die Schäden zu beheben. Die Feuerwehr verzeichnete allein in den Provinzen Ragusa und Syrakus hunderte Einsätze.
Häufig gestellte Fragen zu Catania unter Wasser
Fazit
Catania unter Wasser – Zyklon Harry hat Sizilien und Süditalien eine der schlimmsten Unwetterkatastrophen der letzten Jahre beschert. Die Bilder von meterhohen Wellen, die Schutzmauern durchbrechen, und überfluteten Straßen werden in Erinnerung bleiben. Dass es trotz der massiven Schäden keine Verletzten gab, ist dem schnellen Handeln der Behörden und der Disziplin der Bevölkerung zu verdanken. Die italienische Regierung hat den Notstand beantragt – nun beginnt der mühsame Wiederaufbau.
- Euronews – Sturm Harry Süditalien Alarmstufe Rot
- Italien.news – Infrastrukturminister fordert Notstand
- Vulkane.net – Meterhohe Wellen bei Catania
- 20 Minuten – Zyklon Harry trifft Sizilien
- Blick.ch – Bürgermeister von Monsterwelle erfasst












