Der China Außenhandel hat zum Jahresbeginn überraschend stark zugelegt. Exporte und Importe stiegen deutlich stärker als von Analysten erwartet. Allerdings dürften sich die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten erst in den kommenden Zahlen zeigen.

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Kernpunkte
- Chinas Exporte stiegen im Januar und Februar um 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
- Die Importe legten im gleichen Zeitraum um 19,8 Prozent zu.
- Der Handelsüberschuss belief sich auf 213,6 Milliarden US-Dollar.
- Analysten hatten lediglich mit einem Exportwachstum von 7,1 Prozent gerechnet.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Exportwachstum (Jan/Feb) | 21,8 % |
| Importwachstum (Jan/Feb) | 19,8 % |
| Handelsüberschuss | 213,6 Mrd. US-Dollar |
China Außenhandel: Überraschend starker Anstieg
Die chinesischen Exporte legten im Januar und Februar um 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Die Importe stiegen ebenfalls deutlich um 19,8 Prozent. Daraus resultierte ein Handelsüberschuss von 213,6 Milliarden US-Dollar (fast 184 Milliarden Euro). Wie Stern berichtet, hatten Analysten im Vorfeld lediglich mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent bei den Exporten und 6,3 Prozent bei den Importen gerechnet.
Die zusammengefassten Zahlen für Januar und Februar sind in China üblich, da das chinesische Neujahrsfest, das dieses Jahr im Februar stattfand, die Handelsaktivitäten beeinflussen kann. Durch die Zusammenlegung soll eine Verzerrung der Daten vermieden werden. (Lesen Sie auch: Welthandel: China überrascht mit deutlichem Plus im…)
Wie beeinflusst der Iran-Konflikt den China Außenhandel?
Der starke Anstieg des Außenhandels fiel in eine Zeit vor der Zuspitzung des Konflikts im Nahen Osten. Die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer könnten sich jedoch in den kommenden Monaten negativ auf den China Außenhandel auswirken. China importiert vor allem Öl aus dem Iran, und Störungen der Schifffahrt könnten die Lieferketten beeinträchtigen.
„Die Auswirkungen des Konflikts auf den China Außenhandel sind noch nicht vollständig absehbar“, sagt Dr. Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel). „Sollte es zu einer Eskalation kommen, wären die Folgen für die Weltwirtschaft erheblich.“
Die Rolle des Handelsstreits mit den USA
Vor einem Jahr belasteten noch die Zölle von US-Präsident Donald Trump den China Außenhandel. Es kam zu einem Schlagabtausch mit Aufschlägen und Gegenaufschlägen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Laut den chinesischen Zolldaten sanken die Exporte in die USA im Januar und Februar um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Importe aus den Vereinigten Staaten gingen sogar um 26,7 Prozent zurück. Das Statistische Bundesamt liefert detaillierte Zahlen zum deutschen Außenhandel. (Lesen Sie auch: Abhängigkeit von China: USA wollen Handelsallianz für…)
Ein Treffen zwischen Vertretern der USA und China Ende des Monats könnte neue Impulse für die Handelsbeziehungen setzen. Der Zollstreit und das Handelsverhältnis beider Länder dürften weit oben auf der Agenda stehen.
Chinas Exporte in die USA sanken im Januar und Februar um 11 Prozent, während die Importe aus den USA um 26,7 Prozent zurückgingen.
Schere im Handel mit Deutschland
Auch im Handel mit Deutschland zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Während die Exporte nach Deutschland zulegten, blieben die Importe aus Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Dies könnte auf eine Verlagerung der Nachfrage oder auf veränderte Wettbewerbsbedingungen hindeuten. (Lesen Sie auch: Autobranche: China verbietet versteckte Auto-Türgriffe)

Die deutsche Wirtschaft ist stark auf den Export nach China angewiesen. Ein Rückgang der chinesischen Nachfrage könnte daher negative Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur haben. Das Handelsblatt berichtet regelmäßig über die Entwicklung des deutsch-chinesischen Handels.











