Claudia Pechstein, die Eisschnelllauf-Ikone, erlebt die Olympischen Spiele 2026 in Mailand in einer neuen Rolle: nicht als aktive Sportlerin, sondern als Teil des Betreuerteams. Parallel dazu wird der Deutsche Eisschnelllauf-Verband (DESG) von einer ARD-Recherche über Missstände erschüttert, was nun auch die Politik auf den Plan ruft.

Claudia Pechstein: Zwischen Triumph und neuer Rolle
Claudia Pechstein, eine der erfolgreichsten deutschen Eisschnellläuferinnen, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Achtmal nahm sie an Olympischen Spielen teil und gewann dabei neun Medaillen. Ihr vierter Olympiasieg, den sie 2002 in Salt Lake City über 5000 Meter feierte, bleibt unvergessen. Ein besonderes Detail dieses Triumphs war die schwarz-rot-goldene Perücke, die sie bei der Ehrenrunde trug. Diese sollte sie eigentlich schon nach dem ersten Gold tragen, hatte sie aber aus Aberglaube zu Hause gelassen. Ihr Manager ließ sie dann extra für die 5000 Meter einfliegen, wie BILD berichtet. (Lesen Sie auch: Cooper Woods holt überraschend Gold im Moguls)
In Mailand 2026 ist Claudia Pechstein nun als Betreuerin dabei und wird als gern gesehener Gast am Rande des Eises wahrgenommen. Sie posiert mit prominenten Persönlichkeiten wie dem niederländischen König Willem-Alexander und Königin Maxima und trifft sich mit Ex-DEB-Präsident Franz Reindl zum Eishockey.
ARD-Recherche deckt Missstände im Eisschnelllauf auf
Während Claudia Pechstein in Mailand die Spiele erlebt, sieht sich der Deutsche Eisschnelllauf-Verband (DESG) mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Eine ARD-Recherche hat zahlreiche Missstände innerhalb des Verbandes aufgedeckt. Diese Enthüllungen haben nun auch die Politik alarmiert. Das Bundeskanzleramt hat angekündigt, die Zuwendungen an die DESG zu überprüfen. Jährlich fließen rund 1,5 Millionen Euro Steuergelder an den Verband. (Lesen Sie auch: Rietberg im Karnevalsfieber: Rotes Kreuz sichert närrische)
Die für Sport zuständige Staatsministerin Christiane Schenderlein nimmt die ARD-Berichterstattung zum Anlass, den Sachverhalt zu prüfen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den DESG ermahnt, und auch die Athleten könnten von einem möglichen „rechtswidrigen Verhalten“ profitieren, wie es in dem Bericht heißt. Die DESG und ihr Präsident Matthias Große geraten immer stärker unter Druck.
Hendrik Dombek: Zwischen Olympia-Premiere und Verbandsdiskussionen
Auch für die aktiven Athleten sind die Vorwürfe gegen den Verband ein Thema. Eisschnellläufer Hendrik Dombek, der in Mailand seine Olympia-Premiere feierte, wird nach seinem 16. Platz im 1.000-Meter-Sprint immer wieder auf den in Verruf geratenen Verband angesprochen. Wie die taz berichtet, engagiert sich Dombek bei „Athleten Deutschland“ und räumt ein, dass der Auftakt bei den Qualifikationsrennen nicht einfach gewesen sei. Trotzdem genießt er die Zeit bei Olympia und die besondere Atmosphäre. (Lesen Sie auch: Werder Bremen Füllkrug: in der Krise: Filbry…)
Die Zukunft des deutschen Eisschnelllaufs
Die aktuellen Entwicklungen werfen einen Schatten auf den deutschen Eisschnelllauf. Die Untersuchung des Bundeskanzleramtes und die Kritik am DESG könnten tiefgreifende Veränderungen innerhalb des Verbandes nach sich ziehen.Für Claudia Pechstein bedeutet die Situation eine Zerreißprobe zwischen ihrer Verbundenheit zum Sport und den kritischen Stimmen gegenüber dem Verband.
Ausblick auf die kommenden Wettbewerbe
Trotz der Turbulenzen im Hintergrund laufen die Wettbewerbe in Mailand weiter. Die deutschen Eisschnellläuferinnen und -läufer sind weiterhin gefordert, ihr Bestes zu geben und Deutschland würdig zu vertreten.Die Athleten selbst versuchen, sich auf ihre sportlichen Leistungen zu konzentrieren und die Nebengeräusche auszublenden. (Lesen Sie auch: Pia Fink bei Olympia 2026: Deutsche Langläuferin…)

Häufig gestellte Fragen zu claudia pechstein
Wie viele olympische Medaillen hat Claudia Pechstein gewonnen?
Claudia Pechstein hat in ihrer Karriere insgesamt neun olympische Medaillen gewonnen. Davon sind fünf Goldmedaillen, zwei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen. Sie ist damit eine der erfolgreichsten deutschen Olympionikinnen im Eisschnelllauf.
In welcher Funktion ist Claudia Pechstein bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand?
Bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand ist Claudia Pechstein nicht als aktive Sportlerin am Start, sondern als Teil des Betreuerteams der Eisschnellläufer. Sie unterstützt die Athleten mit ihrer Erfahrung und Expertise.
Welche Vorwürfe gibt es gegen den Deutschen Eisschnelllauf-Verband (DESG)?
Gegen den Deutschen Eisschnelllauf-Verband (DESG) gibt es Vorwürfe von Missständen, die durch eine ARD-Recherche aufgedeckt wurden. Diese Vorwürfe haben dazu geführt, dass das Bundeskanzleramt die Zuwendungen an den Verband überprüft.
Was bedeutet die Untersuchung des Bundeskanzleramtes für den DESG?
Die Untersuchung des Bundeskanzleramtes bedeutet für den DESG, dass die Verwendung von Steuergeldern genau geprüft wird. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnten Konsequenzen wie Kürzungen von Fördermitteln oder personelle Veränderungen drohen.
Wie geht es für Hendrik Dombek nach seiner Olympia-Premiere weiter?
Hendrik Dombek wird sich weiterhin auf seine sportliche Karriere konzentrieren und versuchen, seine Leistungen zu verbessern. Er engagiert sich zudem bei „Athleten Deutschland“ und setzt sich für die Interessen der Athleten ein. Sein Ziel ist es, auch in Zukunft erfolgreich im Eisschnelllauf zu sein.
Weitere Informationen zum Thema Sport finden sich auf der Seite des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.
