Nachdem in Sachsen-Anhalt unbefugt Sirenenalarme ausgelöst wurden, hält der Bund an seinen Plänen für einen bundesweiten Warntag fest. Die Vorfälle, bei denen in Halle (Saale) und Querfurt Sirenen missbräuchlich aktiviert wurden, haben keine Auswirkungen auf die geplanten Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen der Sireneninfrastruktur. Cyberangriff Sirenen steht dabei im Mittelpunkt.

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- Welche Konsequenzen haben die Cyberangriffe auf Sirenen für den bundesweiten Warntag?
- Was ist über die Cyberangriffe auf Sirenen in Sachsen-Anhalt bekannt?
- Wie reagiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf die Vorfälle?
- Welche technischen Unterschiede gibt es bei den Sirenen in Halle und Querfurt?
- Wie geht es mit dem Ausbau der Sireneninfrastruktur in Deutschland weiter?
Welche Konsequenzen haben die Cyberangriffe auf Sirenen für den bundesweiten Warntag?
Die unbefugte Auslösung von Sirenen in Halle und Querfurt ändert nichts an den Vorbereitungen für den bundesweiten Warntag. Ob die Sirenenwarnung am 10. September zentral vom Bund oder dezentral von den Kommunen ausgelöst wird, ist weiterhin offen und hängt nicht von den Hintergründen der mutmaßlichen Cyberangriffe ab.
Chronologie der Ereignisse
- 10. Januar: Unbefugte lösen kurz nach 22 Uhr in Halle (Saale) Sirenenalarm aus.
- 16. Januar: In Querfurt wird kurz nach 19 Uhr eine von zwei Sirenen ausgelöst.
- Aktuell: Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ermittelt zu den Vorfällen.
- Geplant: Der bundesweite Warntag soll weiterhin stattfinden, ungeachtet der Vorfälle.
Was ist über die Cyberangriffe auf Sirenen in Sachsen-Anhalt bekannt?
Am 10. Januar kam es kurz nach 22 Uhr zu einer mehrminütigen Auslösung aller Katastrophenschutzsirenen im Stadtgebiet von Halle (Saale). Nur wenige Tage später, am 16. Januar, wurde kurz nach 19 Uhr eine von zwei Katastrophenschutzsirenen in Querfurt aktiviert. In beiden Fällen verunsicherte ein schriller Warnton die Bevölkerung. (Lesen Sie auch: Nicole Junkermann Epstein: Fühlte sich von Getäuscht)
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Verantwortlichen für die Fehlalarme zu identifizieren. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen ausländischen Auftraggeber. Die Angriffe liefen technisch nicht nach einem einheitlichen Muster ab, was die Aufklärung zusätzlich erschwert, wie Stern berichtet.
Der bundesweite Warntag dient dazu, die Bevölkerung auf unterschiedliche Gefahrenlagen aufmerksam zu machen und die Funktionstüchtigkeit der Warnsysteme zu testen. Dazu gehören Sirenen, Warn-Apps wie NINA und Cell Broadcast.
Wie reagiert das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf die Vorfälle?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hält an den Plänen für den Ausbau und die Modernisierung der Sireneninfrastruktur fest. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte auf Anfrage mit, dass die Vorfälle in Halle und Querfurt keinen Einfluss auf die freiwillige Teilnahme der Länder und Kommunen am bundesweiten Warntag haben. Innenministerin Tamara Zieschang betonte, dass Sirenen als Warnmittel unverzichtbar seien, insbesondere bei Katastrophen. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Mission: NASA Probt Bemannten Mondflug…)
Der ehemalige BBK-Präsident Ralph Tiesler hatte das Ziel formuliert, bis 2025 alle Sirenen bundesweit auslösen zu können. Ob dieses Ziel erreicht wird oder erst beim Warntag 2027, ist derzeit unklar.
Welche technischen Unterschiede gibt es bei den Sirenen in Halle und Querfurt?
Die beiden Kommunen, Halle und Querfurt, verwenden unterschiedliche Technologien zum Auslösen ihrer Sirenen. Diese Tatsache hat Katastrophenschutz-Experten aufgeschreckt, da die Angreifer offenbar in der Lage waren, unterschiedliche Systeme zu manipulieren. Die genauen technischen Details der Angriffe sind jedoch noch Gegenstand der Ermittlungen des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt.
Die Analyse der Angriffe soll helfen, Schwachstellen in den Systemen zu identifizieren und zukünftige Manipulationen zu verhindern. Es wird geprüft, ob die Systeme besser gegen unbefugten Zugriff geschützt werden können. Die betroffenen Kommunen arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um die Sicherheit der Sireneninfrastruktur zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Kerstin G Großglockner: -Drama: Urteil im Prozess…)
Wie geht es mit dem Ausbau der Sireneninfrastruktur in Deutschland weiter?
Bund und Länder arbeiten kontinuierlich am Ausbau und der Modernisierung der Sireneninfrastruktur. Ziel ist es, ein flächendeckendes Warnsystem zu schaffen, das die Bevölkerung im Katastrophenfall schnell und zuverlässig informiert. Neben Sirenen spielen auch andere Warnmittel wie Warn-Apps und Cell Broadcast eine wichtige Rolle. Cell Broadcast ermöglicht es, Warnmeldungen direkt auf das Mobiltelefon zu senden, ohne dass eine App installiert sein muss. Dieses System wurde beim letzten Warntag erstmals getestet und soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Die Modernisierung der Sirenen umfasst auch die Umstellung auf digitale Technik, die eine präzisere und gezieltere Auslösung der Alarme ermöglicht. Zudem sollen die Sirenen in das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes integriert werden, um eine zentrale Steuerung und Koordination der Warnmeldungen zu gewährleisten. Das BBK informiert umfassend über die verschiedenen Warnmittel und deren Funktionsweise.
Die Vorfälle in Halle und Querfurt haben gezeigt, wie wichtig die Sicherheit der Sireneninfrastruktur ist. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt werden dazu beitragen, die Schwachstellen zu identifizieren und die Systeme besser zu schützen. Der bundesweite Warntag soll weiterhin stattfinden und dazu dienen, die Bevölkerung für das Thema Katastrophenschutz zu sensibilisieren und die Funktionstüchtigkeit der Warnsysteme zu überprüfen. Wie die Bundesregierung auf ihrer Webseite bekannt gibt, sind regelmäßige Übungen und Tests unerlässlich, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein. (Lesen Sie auch: Alpinismus: Freundin starb am Großglockner – Alpinist…)
Trotz der erfolgten Cyberangriffe auf Sirenen in Sachsen-Anhalt hält der Bund an seinem Alarmplan fest. Die Modernisierung der Sireneninfrastruktur und die Vorbereitung auf den bundesweiten Warntag werden fortgesetzt, um die Bevölkerung bestmöglich vor Gefahren zu schützen.
