Die Frage, wie stark die Stern berichtet, ist die Deutschland China Abhängigkeit, die in den letzten Jahren immer wieder diskutiert wurde. Die Volksrepublik ist für die deutsche Wirtschaft sowohl wichtiger Handelspartner als auch zunehmend Konkurrent.

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- Wie stark ist die Abhängigkeit Deutschlands von China wirklich?
- Welche Waren werden zwischen Deutschland und China gehandelt?
- Warum ist China für deutsche Unternehmen so wichtig?
- Wie kann sich Deutschland aus der Abhängigkeit von China lösen?
- Welche Rolle spielen Exportkontrollen in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen?
Wie stark ist die Abhängigkeit Deutschlands von China wirklich?
Die Deutschland China Abhängigkeit manifestiert sich vor allem im Handel. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Allerdings übersteigen die Importe aus China die Exporte dorthin deutlich. Ein wachsendes Handelsbilanzdefizit und der zunehmende Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter in Schlüsselbranchen der deutschen Industrie sind deutliche Anzeichen für diese Abhängigkeit.
International
- China ist neben den USA Deutschlands wichtigster Handelspartner.
- Das Handelsdefizit Deutschlands gegenüber China belief sich 2025 auf rund 90 Milliarden Euro.
- Deutsche Unternehmen investierten 2025 rund sieben Milliarden Euro neu in China.
- Autobauer verlagern zunehmend Forschung und Entwicklung nach China.
Welche Waren werden zwischen Deutschland und China gehandelt?
Deutschland importiert vor allem elektronische Geräte wie Computer und Smartphones, Batterien, Maschinen, Textilien sowie chemische Erzeugnisse aus China. Auf der anderen Seite exportiert Deutschland vor allem Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte nach China. Diese Warenströme verdeutlichen die enge Verflechtung der beiden Volkswirtschaften, zeigen aber auch, wo Deutschland besonders auf Importe aus China angewiesen ist. (Lesen Sie auch: Ruhestand: Welche Jahrgänge in Deutschland die niedrigsten…)
Warum ist China für deutsche Unternehmen so wichtig?
Trotz der genannten Herausforderungen bleibt China für viele deutsche Unternehmen ein wichtiger Standort, insbesondere in Zeiten globaler Unsicherheit. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet weiterhin Wachstumspotenzial und ist ein wichtiger Absatzmarkt. Deutsche Autobauer verlagern sogar Forschung und Entwicklung nach China, um mit dem hohen Innovationstempo im chinesischen Markt Schritt zu halten und ihre Produkte besser an die Bedürfnisse der lokalen Kundschaft anzupassen.
Für die Schweiz ist die Situation ähnlich. Auch hier ist China ein bedeutender Handelspartner, und es gibt eine wachsende Diskussion über die Abhängigkeit von chinesischen Importen. Schweizer Unternehmen, insbesondere im Maschinenbau und der Pharmaindustrie, sind stark auf den chinesischen Markt ausgerichtet.
Wie kann sich Deutschland aus der Abhängigkeit von China lösen?
Die Reduktion der Deutschland China Abhängigkeit ist ein komplexes Unterfangen, das verschiedene Strategien erfordert. Eine Möglichkeit ist die Diversifizierung der Handelspartner, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern. Zudem könnte die Förderung der heimischen Produktion in Schlüsselindustrien dazu beitragen, die Importabhängigkeit zu reduzieren. Auch Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, sind wichtige Schritte. Die deutsche Wirtschaft muss sich breiter aufstellen und neue Märkte erschließen, um widerstandsfähiger gegen wirtschaftliche Schocks zu werden. (Lesen Sie auch: Möbelindustrie Krise: Deutsche Hersteller in Notlage?)
Welche Rolle spielen Exportkontrollen in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen?
Exportkontrollen sind ein wichtiger Faktor in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. Sie zeigen, welchen Druck Peking ausüben kann, und verdeutlichen die strategische Bedeutung bestimmter Güter und Technologien. Durch Exportbeschränkungen kann China versuchen, seine eigenen Interessen durchzusetzen und Druck auf andere Länder auszuüben. Für Deutschland bedeutet dies, dass es seine Exportstrategien überdenken und sich auf weniger sensible Bereiche konzentrieren muss, um die Abhängigkeit zu verringern und die eigene Souveränität zu wahren. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Die Diskussion um die Abhängigkeit von China ist nicht neu. Bereits seit einigen Jahren warnen Experten vor den Risiken einer zu großen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Volksrepublik. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lieferengpässe haben diese Problematik nochmals verstärkt.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) betont in ihren Konjunkturumfragen, dass chinesische Anbieter sich zu ernstzunehmenden Konkurrenten in Kernbranchen der deutschen Industrie entwickelt haben. Diese Entwicklung verschärft die ohnehin schwierige Lage vieler Unternehmen und unterstreicht die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. (Lesen Sie auch: Goldpreis Prognose: Wie geht es weiter mit…)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Deutschland China Abhängigkeit ein komplexes und vielschichtiges Thema ist. Einerseits ist China ein wichtiger Handelspartner und Standort für deutsche Unternehmen. Andererseits besteht eine wachsende Abhängigkeit von chinesischen Importen und ein zunehmender Konkurrenzdruck durch chinesische Anbieter. Um die eigene wirtschaftliche Souveränität zu wahren, muss Deutschland seine Handelsbeziehungen diversifizieren, die heimische Produktion stärken und in Forschung und Entwicklung investieren. Dies ist auch für die Schweiz von Bedeutung, da auch hier die Abhängigkeit von China ein Thema ist, das sorgfältig beobachtet und angegangen werden muss.
