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Home Klatsch
digitale gewalt frauen

Collien Fernandes bei "Caren Miosga": Über besseren Schutz und ihren Fall

30. März 2026
in Klatsch

In Deutschland ist eine Debatte um besseren Schutz für Frauen entfacht. Bei „Caren Miosga“ spricht Collien Fernandes darüber.

Seit wenigen Tagen findet in Deutschland eine wichtige politische und gesellschaftliche Debatte über gesetzliche Lücken unter anderem im Zusammenhang mit Identitätsbetrug im Internet und der Veröffentlichung von pornografischen Inhalten – etwa durch KI erstellte Bilder und Videos – ohne die Zustimmung einer betroffenen Person statt. Die Betroffenen sind in den meisten Fällen Frauen. In der Talkrunde „Caren Miosga“ lautete am Sonntag daher das Thema: „Digitale Gewalt – wie können Frauen besser geschützt werden?“

Zum Gespräch begrüßte die Moderatorin Caren Miosga, 56, unter anderem Collien Fernandes, 44, die bereits seit geraumer Zeit auf digitalisierte sexualisierte Gewalt hinweist. Die aktuelle Diskussion geht auf den persönlichen Fall der Moderatorin und Schauspielerin zurück, die im Gespräch mit dem „Spiegel“ gegen ihren ehemaligen Partner Christian Ulmen, 50, schwere Vorwürfe erhoben hat. Tausende Menschen gingen seit der Veröffentlichung des Artikels auf die Straßen, um sich mit Fernandes sowie anderen Betroffenen sexualisierter und digitaler Gewalt zu solidarisieren sowie auf gesetzliche Lücken in Deutschland aufmerksam zu machen.

„So eine wahnsinnige Bewegung“

Eine der zentralen Forderungen in der Debatte ist ein besserer Schutz für Frauen durch den Gesetzgeber. Im Talk mit Miosga erklärt Fernandes, dass sie teils mit der Reaktion auf den angesprochenen Artikel gerechnet habe, teilweise aber auch nicht. So sei es nicht überraschend für sie gewesen, dass ihr so viel Hass entgegenschlagen würde. Auf der anderen Seite habe sie „im Leben nicht“ erwartet, „dass das so eine wahnsinnige Bewegung auslöst […]“.

Es sei wichtig, Frauen „geht raus“ zu sagen, da sich nichts ändern könne, wenn man nicht auf Missstände hinweise. Darüber hinaus fordert sie eine Aufklärung in der Thematik schon in den Schulen und bei Kindern. Schulungen für Menschen, die Anzeigen entgegennehmen, seien ihrer Ansicht nach ebenfalls ratsam. Jene müssten sensibel mit solchen Fällen umgehen, „denn es kostet Überwindung“. Verfahren würden in Deutschland häufig „wegen Geringfügigkeit“ eingestellt. Es habe „eine gewisse Signalwirkung, wenn man den Frauen sagt: ‚Das was euch passiert nehmen wir als geringfügig wahr.'“ Und wenn man Erfahrungsberichte von Frauen höre, müsse man sich „nicht wundern, dass wir dieses riesige Dunkelfeld“ haben.

Besseres Bewusstsein und härtere Strafen

Fernandes fordere ein besseres Bewusstsein zu schaffen. In dem Gespräch kommen sie und Miosga zudem auf Spanien zu sprechen, das im Gegensatz zu Deutschland vorbildlich im Umgang mit Gewalt gegen Frauen sei – und wo es auch „schärfere Gesetze“ gebe, wie Fernandes sagt. „In Spanien gibt es weitaus härtere Strafen für all diese Dinge, die in erster Linie Frauen betreffen – sowohl die häusliche Gewalt als auch die digitale Gewalt. Und das finde ich wichtig, dass man den Tätern ganz klar zeigt: ‚Das geht so nicht.'“ Vor etwas mehr als einer Woche hatte Fernandes im Gespräch mit den Tagesthemen Deutschland als „absolutes Täterparadies“ bezeichnet.

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Fernandes wirft Ulmen unter anderem vor, mutmaßlich Fake-Profile im Netz unter ihrem Namen betrieben und pornografische Inhalte verbreitet zu haben, die offenbar den Eindruck erwecken sollten, dass sie darauf zu sehen wäre. Sie schildert in der Sendung auch ihren persönlichen Fall. Wie die Moderatorin erklärt, hätten sich mehrere Männer bei ihr oder ihrem Management gemeldet und hätten auf solche Fake-Profile hingewiesen. Jemand, mit dem sie beruflich zu tun hatte, habe sie etwa auf eine angebliche Online-Affäre angesprochen, von der sie nichts wusste.

Fernandes geht es „gerade nicht immer gut“

Im Rahmen der Ausstrahlung der Sendung hat sich Fernandes auch bei Instagram zu Wort gemeldet. Sie dankte in ihrem Beitrag zunächst allen Personen, die Solidarität zeigen und demonstrieren: „Ich habe gerade erst von Caren Miosga erfahren, dass heute in München eine Demo in Solidarität mit mir stattgefunden hat. Danke an all die tausenden Menschen, die heute in München, gestern in Köln und in diversen anderen Städten für mich auf die Straße gegangen sind! Das bedeutet mir wirklich unendlich viel!“

Danach deutet die Moderatorin an, wie seelisch fordernd dies alles derzeit für sie sein muss. „Wie ihr euch denken könnt, geht es mir gerade nicht immer gut“, schreibt Fernandes. „Es ist ein emotionales Auf und Ab, trotzdem freue ich mich natürlich darüber, dass die politische Debatte Fahrt aufgenommen hat, Frauen (und es betrifft tatsächlich in erster Linie Frauen) künftig besser vor digitalem Missbrauch geschützt sein sollen.“

Christian Ulmens Anwalt Schertz meldete sich ebenso zu Wort und übte bereits vor Ausstrahlung der Sendung scharfe Kritik. Er befürchtete auf Anfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: „Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin.“ Gemeint ist Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), die ebenfalls in der Sendung war. Er betonte, dass dies „bei einem gerade erst eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen einen Beschuldigten“ geschehe. Alleine diesen Umstand halte er für „eklatant rechtsstaatswidrig“. Die Redaktion entgegnete ebenso noch vor Ausstrahlung, dass dieser Vorwurf keine rechtliche Grundlage besitze und es in Deutschland Pressefreiheit gebe. Ermittlungen begründeten kein Verbot für eine Berichterstattung. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Tags: Caren MiosgaCollien FernandesCybermobbingDigitale Gewaltdigitale gewalt frauenFrauenrechteIdentitätsbetrugKI-generierte InhaltePornografische InhalteSchutz für Frauen
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