Dokumentarfilm Migrationskrise: „On the Border“ zeigt, wie die Europäische Union in Niger eine unsichtbare Grenze zieht, um Migrationsströme zu kontrollieren. Der Film gibt den Menschen in der Wüstenstadt Agadez eine Stimme und beleuchtet die Auswirkungen dieser Politik auf ihr Leben.
Serien-Fakten
- Langzeitdokumentation über die Migrationspolitik der EU in Niger
- Fokus auf die Auswirkungen auf die Bevölkerung von Agadez
- Thematisiert die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit
- Wirft Fragen nach eigennützigen Interessen hinter milliardenschweren Zahlungen auf
„On the Border“ ist ein aufwühlender Dokumentarfilm, der die Migrationskrise aus einer ungewohnten Perspektive beleuchtet und zum Nachdenken anregt.
| Titel | On the Border |
|---|---|
| Regie | Gerald Igor Hauzenberger, Gabriela Schild |
| Genre | Dokumentarfilm |
| Produktion | FrameLab Film |
Unser Eindruck: Ein wichtiger und sehenswerter Film, der die komplexen Zusammenhänge der Migrationskrise und die Rolle Europas in Afrika kritisch hinterfragt.
Europas unsichtbare Grenze in der Sahara
Der Dokumentarfilm „On the Border“ von Gerald Igor Hauzenberger und Gabriela Schild wirft einen Blick auf die Migrationspolitik der Europäischen Union in Niger. Genauer gesagt, auf die Auswirkungen dieser Politik auf die Menschen in Agadez, einer Wüstenstadt, die bis 2023 als sicherheitspolitischer Anker der EU in Westafrika galt. Wie Die Zeit berichtet, beobachtete man von hier aus Migrationsströme und bildete Polizisten und Grenzsoldaten aus.
Ein Filmstill aus „On the Border“ ist unter der URL kino-zeit.de/sites/default/files/styles/grosse_klickstrecke_940x530_/public/2025-03/ontheborder.jpg?itok=vLfiou41 zu finden.

Was unterscheidet „On the Border“ von anderen Dokumentationen über Migration?
Anders als viele andere Filme zum Thema Migrationskrise konzentriert sich „On the Border“ nicht auf die Migranten selbst, sondern auf die Bevölkerung in den Transitländern. Der Film zeigt, wie die EU versucht, Migration durch die Stärkung der Grenzkontrollen in den Herkunftsländern zu verhindern. Dabei werden jedoch oft die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung ignoriert. Hauzenberger und Schild geben den Menschen in Agadez eine Stimme und zeigen, wie sie unter den Auswirkungen der EU-Politik leiden.
Wie funktioniert die Migrationskontrolle in Agadez?
Die EU hat in Agadez eine „virtuelle Grenze“ errichtet. Durch die Ausbildung von Polizisten und Grenzsoldaten sowie die Bereitstellung von Ausrüstung soll verhindert werden, dass Migranten ohne Genehmigung in Richtung Mittelmeer weiterreisen. Im Gegenzug versprach man den Bürgern der Stadt, Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität und Korruption zu bekämpfen. Ob diese Versprechen eingehalten wurden, wird im Film kritisch hinterfragt.
Welche Rolle spielen finanzielle Anreize?
Die EU investiert hohe Summen in die Migrationskontrolle in Afrika. Kritiker bemängeln jedoch, dass diese Gelder oft nicht den Menschen vor Ort zugutekommen, sondern in korrupten Strukturen versickern. „On the Border“ geht der Frage nach, ob hinter den milliardenschweren Zahlungen tatsächlich eigennützige Interessen stecken und ob die EU in erster Linie ihre eigenen Grenzen schützen will, ohne Rücksicht auf die Folgen für die afrikanischen Staaten. Weitere Informationen zur Partnerschaft EU-Afrika sind auf der Webseite der Europäischen Kommission zu finden.
Für wen lohnt sich „On the Border“?
Wer sich für die komplexen Zusammenhänge der Migrationskrise interessiert und einen kritischen Blick auf die Rolle Europas in Afrika werfen möchte, sollte sich „On the Border“ unbedingt ansehen. Der Film ist keine leichte Kost, regt aber zum Nachdenken an und vermittelt ein differenziertes Bild der Situation vor Ort. Wer Filme wie „Fuocoammare“ von Gianfranco Rosi mochte, wird auch von „On the Border“ beeindruckt sein.
Häufig gestellte Fragen
Wo liegt die Stadt Agadez, die im Film thematisiert wird?
Agadez liegt im Niger und wird oft als das „Tor zur Wüste“ bezeichnet. Bis 2023 war die Stadt ein wichtiger Stützpunkt für die Migrationskontrollpolitik der Europäischen Union in Westafrika. (Lesen Sie auch: „Kannst du aufhören, alle anderen zu beleidigen?“:…)
Welche Kritik wird an der Migrationspolitik der EU geäußert?
Kritiker bemängeln, dass die EU durch die Fokussierung auf Grenzkontrollen die Ursachen von Migration nicht ausreichend bekämpft und die Lebensbedingungen der Menschen in den Herkunftsländern ignoriert.
Was ist die „virtuelle Grenze“, die im Film erwähnt wird?
Die „virtuelle Grenze“ bezieht sich auf die Maßnahmen, die die EU in Agadez ergriffen hat, um die Migration in Richtung Europa zu kontrollieren. Dazu gehören die Ausbildung von Sicherheitskräften und die Überwachung von Migrationsrouten. (Lesen Sie auch: Bruce Campbell Krebs: Horror-Ikone Teilt Diagnose)

Welche Versprechen wurden den Bürgern von Agadez gegeben?
Im Gegenzug für die Unterstützung der Migrationskontrollpolitik versprach die EU, die Jugendarbeitslosigkeit, Kriminalität und Korruption in Agadez zu bekämpfen. Der Film hinterfragt jedoch, ob diese Versprechen tatsächlich eingehalten wurden.

















