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Was bedeutet die DSL Abschaltung Telekom?
Die Bundesnetzagentur hat am 19. Januar 2026 ein Konzeptpapier vorgestellt, das die lokale Zwangsabschaltung von DSL-Anschlüssen vorsieht. Ab 2030 könnten erste Gebiete vom Kupfernetz getrennt werden, wenn dort mindestens 80 Prozent der Haushalte Glasfaser nutzen können.
Das Wichtigste in Kürze:
- Neu: Bundesnetzagentur stellt Konzeptpapier für DSL-Abschaltung vor (19.01.2026)
- Zeitplan: Erste lokale Abschaltungen frühestens ab 2030 möglich
- Bedingung: Mindestens 80% der Haushalte müssen Glasfaser (FTTH) haben
- Vorlauf: 3 Jahre vorher Information, 2 Jahre vorher Verkaufsstopp für DSL
- Open Access: Wettbewerber müssen ihre Glasfasernetze öffnen
- Betroffene: Aktuell noch 23 Millionen Haushalte mit DSL/VDSL
Die DSL Abschaltung Telekom wird konkreter: Am 19. Januar 2026 hat die Bundesnetzagentur ein wegweisendes Regulierungskonzept präsentiert. Behördenchef Klaus Müller bezeichnet den Wechsel auf Glasfaser als „zukunftsorientiertes Internet-Upgrade für Deutschland“. Für Millionen DSL-Kunden bedeutet das: Die Tage des Kupfernetzes sind gezählt – allerdings mit großzügigen Übergangsfristen.
Was genau plant die Behörde? Wer ist betroffen? Und muss ich meinen DSL-Vertrag jetzt kündigen? Dieser Artikel erklärt alle wichtigen Details zum Ende der DSL-Ära und zeigt, was Verbraucher tun sollten.
DSL Abschaltung Telekom: Das neue Konzeptpapier der Bundesnetzagentur
Die Bundesnetzagentur setzt die Deutsche Telekom unter Druck. Das am 19. Januar 2026 vorgestellte Konzeptpapier sieht eine lokale DSL Abschaltung Telekom vor. Das Ziel: Die Glasfaser-Nutzung steigern und Investitionen in die Zukunftstechnologie belohnen.
Der Hintergrund ist simpel: In Deutschland fließen zwar Milliarden in den Glasfaserausbau, doch die tatsächliche Nutzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Laut VATM-Marktstudie haben zum Jahreswechsel noch 23 Millionen Haushalte DSL oder VDSL – nur 700.000 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Glasfaseranschlüsse auf 24,8 Millionen.

Wann wird DSL abgeschaltet? Der Zeitplan im Detail
Die Kupfernetz-DSL Abschaltung Telekom erfolgt nicht bundesweit gleichzeitig, sondern regional gestaffelt. Das Konzeptpapier der Bundesnetzagentur sieht einen dreistufigen Prozess vor:
| Phase | Zeitpunkt | Was passiert? |
|---|---|---|
| Phase 1: Information | 3 Jahre vor Abschaltung | Nutzer werden schriftlich informiert |
| Phase 2: Vermarktungsstopp | 2 Jahre vor Abschaltung | Keine neuen DSL-Verträge mehr im Gebiet |
| Phase 3: Abschaltung | Frühestens 2030 | Kupfernetz wird stillgelegt |
Rechenbeispiel: Wird 2027 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, könnten erste lokale DSL-Abschaltungen ab 2030 erfolgen. Der gesamte Migrationsprozess könnte laut Bundesnetzagentur bis zu zehn Jahre dauern – also bis etwa 2040.
Die 80-Prozent-Regel: Wann darf das Kupfernetz abgeschaltet werden?
Nicht jede Region kann sofort vom DSL-Netz getrennt werden. Das Konzeptpapier nennt klare Voraussetzungen:
- 80% FTTH-Quote: Mindestens 80 Prozent der Haushalte und Unternehmen im Gebiet müssen Glasfaser bis in die Wohnung (Fiber to the Home) haben
- Open Access: Alle Glasfasernetze müssen für alle Anbieter zugänglich sein
- Alternativangebot: Verbraucher müssen ein qualitativ und preislich vergleichbares Angebot nutzen können
Aktueller Stand laut Bundesnetzagentur: Nur 21 Prozent der deutschen Haushalte haben bereits einen FTTH-Anschluss. In manchen Kommunen liegt der Wert jedoch deutlich höher – dort könnte die Abschaltung zuerst kommen.

Was bedeutet „Open Access“ für Verbraucher?
Ein zentraler Punkt des Konzeptpapiers ist die Open-Access-Pflicht. Diese betrifft nicht nur die Telekom, sondern auch deren Wettbewerber wie Deutsche Glasfaser oder lokale Stadtwerke:
Open Access bedeutet: Wer ein Glasfasernetz betreibt, muss es auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Beispiel: Liegt bei Ihnen Deutsche-Glasfaser-Infrastruktur, könnten Sie theoretisch trotzdem einen Telekom-Tarif buchen – und umgekehrt.
Bislang sind solche Kooperationen freiwillig. Künftig sollen sie zur Pflicht werden – eine „bittere Pille“ für alle Netzbetreiber, wie es in Branchenkreisen heißt.
Reaktion der Telekom: „Keine Zwangsabschaltung“
Die Deutsche Telekom reagiert kritisch auf das Konzeptpapier. Ein Sprecher erklärte gegenüber der dpa:
„Nicht Zwang, sondern der Wettbewerb um den Kunden ist entscheidend. Die Netzagentur blendet aus, dass Verbraucher selbst entscheiden sollten.“
Die Telekom betont: Es gibt aktuell keinen festen Abschalttermin – weder regional noch bundesweit. Der Konzern möchte selbst entscheiden, wann er wo den DSL Abschaltung Telekom einstellt. Ein wichtiger Grund: Frustrierte Kunden, denen das DSL abgestellt wird, könnten zur Konkurrenz wechseln statt einen Telekom-Glasfaservertrag abzuschließen.
Gleichzeitig fordert die Telekom, auch Kabelnetze (TV-Kupferkabel von Vodafone) in die Migrationspläne einzubeziehen – das sieht das Bundesnetzagentur-Papier bislang nicht vor.
Wer ist von der DSL Abschaltung betroffen?
Betroffen sind alle Nutzer, deren Internetanschluss über klassische Kupferleitungen läuft. Das erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
- Ihr Vertrag heißt „DSL“, „VDSL“ oder „Vectoring“
- Ihr Router ist an eine TAE-Dose angeschlossen
- Ihre maximale Geschwindigkeit liegt unter 250 Mbit/s
| Technologie | Nutzer in Deutschland | Betroffen? |
|---|---|---|
| DSL/VDSL (Kupfer) | ~23 Millionen | ✅ Ja |
| Kabel-Internet (Koax) | ~8 Millionen | ❌ Nein (vorerst) |
| Glasfaser (FTTH) | ~5 Millionen aktiv | ❌ Nein |
| LTE/5G (Mobilfunk) | ~2 Millionen | ❌ Nein |
Glasfaser vs. DSL: Warum der Wechsel sinnvoll ist
Unabhängig von der geplanten Abschaltung bietet Glasfaser handfeste Vorteile gegenüber dem alten Kupfernetz:
| Kriterium | DSL/VDSL | Glasfaser (FTTH) |
|---|---|---|
| Download-Speed | Bis 250 Mbit/s | Bis 1.000+ Mbit/s |
| Upload-Speed | Bis 40 Mbit/s | Bis 1.000 Mbit/s |
| Störanfälligkeit | Hoch (Wetter, Entfernung) | Sehr gering |
| Latenz (Ping) | 10-30 ms | 1-5 ms |
| Energieverbrauch | Höher | Niedriger |
| Zukunftssicherheit | Auslaufmodell | Jahrzehnte nutzbar |
Was sollten DSL-Kunden jetzt tun? 5 konkrete Tipps
- Verfügbarkeit prüfen: Auf den Websites von Telekom, Vodafone oder lokalen Anbietern checken, ob Glasfaser bei Ihnen verfügbar ist
- Keine Panik: Es gibt aktuell keinen festen Abschalttermin – Sie haben mehrere Jahre Zeit
- Angebote vergleichen: Bei Glasfaser-Ausbau in Ihrer Straße: Kostenlose Hausanschlüsse nutzen
- Vertragslaufzeit beachten: Bei Neuabschluss eines DSL-Vertrags die mögliche Abschaltung einkalkulieren
- Eigentümer ansprechen: Als Mieter den Vermieter auf Glasfaser-Ausbau hinweisen
Tipp: Glasfaser-Verfügbarkeit prüfen
Nutzen Sie den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur oder die Verfügbarkeitschecks der Anbieter
Häufige Fragen zur DSL Abschaltung Telekom
Wann wird DSL Abschaltung Telekom erfolgen?
Es gibt aktuell keinen festen Abschalttermin für eine DSL Abschaltung Telekom. Die ersten lokalen Abschaltungen könnten laut Bundesnetzagentur frühestens 2030 erfolgen – und auch nur in Gebieten, wo bereits 80 Prozent der Haushalte Glasfaser haben. Sie werden mindestens 3 Jahre vorher schriftlich informiert.
Muss ich zwingend auf Glasfaser wechseln?
Langfristig ja, wenn in Ihrer Region das Kupfernetz abgeschaltet wird. Ihr DSL-Vertrag wäre dann technisch nicht mehr erfüllbar. Alternativen könnten Kabel-Internet oder LTE/5G-Tarife sein. Die Bundesnetzagentur stellt jedoch sicher, dass Sie ein qualitativ vergleichbares Angebot erhalten.
Was kostet der Wechsel von DSL auf Glasfaser?
Während der Ausbauphase ist der Hausanschluss bei den meisten Anbietern kostenlos. Erst nach Abschluss des Ausbaus fallen Gebühren von 500-1.500 Euro an. Die monatlichen Tarifkosten sind oft vergleichbar mit DSL – bei deutlich höherer Geschwindigkeit. Wechselkosten für neue Hardware (Glasfaser-Router) liegen bei 0-100 Euro je nach Anbieter.
Was passiert mit meinem laufenden DSL-Vertrag?
Ihr Vertrag läuft normal weiter, bis die Abschaltung in Ihrer Region erfolgt. Zwei Jahre vor dem lokalen DSL-Aus dürfen keine neuen DSL-Verträge mehr verkauft werden. Bei Abschaltung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können zu einem Glasfaser-Anbieter Ihrer Wahl wechseln.
Kann ich auch ohne Glasfaser schnelles Internet bekommen?
Ja, es gibt Alternativen: Kabel-Internet (Vodafone/Pyur) bietet bis zu 1.000 Mbit/s, ist aber vom Konzeptpapier vorerst nicht betroffen. LTE- und 5G-Tarife für Zuhause (Telekom, O2, Vodafone) liefern bis zu 500 Mbit/s per Mobilfunk. In ländlichen Regionen kann auch Starlink-Satelliteninternet eine Option sein.
Fazit: DSL Abschaltung kommt – aber nicht über Nacht
Die DSL Abschaltung Telekom ist beschlossene Sache – die Frage ist nur noch wann, nicht ob. Das Konzeptpapier der Bundesnetzagentur vom 19. Januar 2026 zeichnet den Weg vor: Lokale Abschaltungen ab 2030, großzügige Übergangsfristen und Open-Access-Pflicht für alle Netzbetreiber.
Für Verbraucher bedeutet das: Keine Panik, aber vorausschauend handeln. Wer bei einem Glasfaser-Ausbau die Chance auf einen kostenlosen Hausanschluss hat, sollte zugreifen. Die Zukunft gehört der Glasfaser – und der Abschied vom Kupfer ist nur noch eine Frage der Zeit. Die DSL Abschaltung Telekom kann auch für Vodafone Kunden interessant sein.
Über den Autor: Dieser Artikel wurde von der Technik-Redaktion erstellt. Quellen: Bundesnetzagentur, Deutsche Telekom, dpa, heise online, VATM-Marktstudie 2026













