📖 Lesezeit: 7 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2026
Was ist mit Edeka Feneberg passiert? Die Feneberg Lebensmittel GmbH hat am 9. Januar 2026 beim Amtsgericht Kempten ein Schutzschirmverfahren beantragt. Damit ist Edeka Feneberg insolvent – der größte selbstständige Edeka-Händler Deutschlands mit über 70 Filialen und 3.000 Mitarbeitern will sich unter gerichtlichem Schutz sanieren. Die Märkte bleiben geöffnet, Gutscheine können jedoch vorerst nicht eingelöst werden.
Edeka Feneberg insolvent – diese Nachricht hat am 16. Januar 2026 viele Kunden im Allgäu, in Schwaben und der Bodenseeregion überrascht. Das traditionsreiche Familienunternehmen kämpft im Schutzschirmverfahren um seine Zukunft. Obwohl die wirtschaftlichen Probleme seit Monaten bekannt waren, trifft die offizielle Bestätigung, dass Edeka Feneberg insolvent ist, viele unerwartet. Was bedeutet diese Entwicklung für die täglichen Einkäufe, die rund 3.000 Arbeitsplätze und die regionale Nahversorgung?
Edeka Feneberg insolvent: Das Schutzschirmverfahren im Detail
Die Feneberg Lebensmittel GmbH nutzt mit dem Schutzschirmverfahren nach § 270d InsO ein besonderes Instrument des Insolvenzrechts. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ermöglicht dieses Verfahren Unternehmen, sich unter gerichtlichem Schutz zu sanieren, ohne den Geschäftsbetrieb einstellen zu müssen. Anders als bei einer klassischen Insolvenz steht hier die Sanierung in Eigenverwaltung im Mittelpunkt. Die Geschäftsführung um Amelie Feneberg und den Sanierungsexperten Stephan Leibold bleibt am Steuer, wird jedoch vom Sachwalter Martin Hörmann überwacht.
Das Verfahren ermöglicht es dem insolventen Edeka Feneberg, sich unter dem Schutz des Gerichts neu aufzustellen, während der Geschäftsbetrieb normal weiterläuft. Die Sanierung wird von der renommierten Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger begleitet. Ziel ist es, bis Ende 2026 eine tragfähige Lösung zu finden und das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren.
🔍 Wichtig zu wissen: Dass Edeka Feneberg insolvent ist, bedeutet keine Liquidation. Das Schutzschirmverfahren greift, wenn ein Unternehmen zwar in einer schweren Krise steckt, aber noch nicht zahlungsunfähig ist. Das Ziel ist die Rettung, nicht die Abwicklung.
📅 Zeitplan: Die Sanierung soll im Laufe des Jahres 2026 weitgehend abgeschlossen werden.
💰 Finanzierung: Die Löhne der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert.
Warum ist Edeka Feneberg insolvent? Die Ursachen der Krise
Die Gründe, warum Edeka Feneberg insolvent wurde, sind vielschichtig. Seit dem Geschäftsjahr 2020/21 schreibt das Unternehmen keine schwarzen Zahlen mehr. Zuletzt belief sich der Verlust auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Mehrere Faktoren haben dazu geführt, dass der größte selbstständige Edeka-Händler nun insolvent ist.
Besonders belastend wirken die hohen Pensionsverpflichtungen, die das Unternehmen aus früheren Zeiten mitschleppt. Hinzu kommen strukturelle Defizite im Filialnetz: Einige Standorte arbeiten dauerhaft unwirtschaftlich und belasten das Gesamtergebnis. Die Insolvenz der Fleisch-Tochter Allgäu Fresh Foods (AFF), die im April 2025 ein eigenes Schutzschirmverfahren beantragt hatte, verschärfte die Lage zusätzlich und trug dazu bei, dass Edeka Feneberg insolvent ging.
Sanierer Stephan Leibold bringt es auf den Punkt: In den letzten Jahren wurde bei Feneberg vieles angestoßen, allerdings nicht alles konsequent zu Ende gebracht. Trotz eines zweistelligen Millionendarlehens von Edeka reichte die Unterstützung nicht aus, um die Sanierung aus eigener Kraft abzuschließen. Die Lebensmittel Zeitung berichtete, dass mehrere Investoren bereits Interesse an einzelnen Filialen signalisiert haben.
Welche Feneberg-Filialen sind von der Insolvenz betroffen?
Obwohl Edeka Feneberg insolvent ist, bleiben die über 70 Filialen in Süddeutschland und dem österreichischen Kleinwalsertal vorerst geöffnet. Das Sortiment ist vollständig verfügbar, und Kunden können wie gewohnt einkaufen. Allerdings steht eine kritische Überprüfung des gesamten Filialnetzes im Mittelpunkt der Sanierung des insolventen Unternehmens.
| Region | Filialen | Status |
|---|---|---|
| Allgäu (Kerngebiet) | ca. 40 Standorte | ✅ Geöffnet |
| Bodenseeregion | ca. 15 Standorte | ✅ Geöffnet |
| Oberschwaben | ca. 10 Standorte | ✅ Geöffnet |
| Oberbayern | ca. 5-8 Standorte | ⚠️ Wird geprüft |
| Kleinwalsertal (AT) | 1-2 Standorte | ✅ Geöffnet |
In den vergangenen Monaten wurden bereits rund zehn Filialen an Edeka Südbayern abgegeben, darunter Standorte in München und Oberbayern. Seit Edeka Feneberg insolvent ist, stehen weitere Schließungen oder Übertragungen im Raum. Die Kanzlei Grub Brugger betont jedoch: Ziel ist es, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu erhalten.
Feneberg Gutscheine nach der Insolvenz: Können sie noch eingelöst werden?
Für viele Kunden die wichtigste Frage, nachdem Edeka Feneberg insolvent wurde: Nein, Gutscheine können derzeit nicht eingelöst werden. Feneberg hat unmittelbar nach Bekanntgabe des Schutzschirmverfahrens mitgeteilt, dass sämtliche Gutscheinkarten und Gutscheine bis auf Weiteres gesperrt sind. Dies betrifft auch die beliebten Erlebnisgutscheine aus dem VonHier-Bonusprogramm.
⚠️ Achtung Gutscheinbesitzer:
Wer noch Feneberg-Gutscheine besitzt, sollte sich mit folgenden Informationen an das insolvente Unternehmen wenden:
- Gutscheinnummer und Guthaben
- Kaufdatum (falls bekannt)
- Kontaktdaten
📧 Kontakt: Über die offizielle Feneberg-Website
Diese Einschränkung ist bei Insolvenzverfahren üblich: Gutscheinansprüche werden rechtlich als Forderungen behandelt, die im Verfahren gesondert bearbeitet werden müssen. Die Verbraucherzentrale Bayern rät dennoch, den Kontakt zum Unternehmen zu suchen – eine spätere Regelung im Rahmen des Sanierungsplans ist nicht ausgeschlossen.
Was bedeutet die Feneberg-Insolvenz für die 3.000 Mitarbeiter?
Die rund 3.000 Beschäftigten müssen sich auf unsichere Zeiten einstellen, seit Edeka Feneberg insolvent ist. Die gute Nachricht: Die Löhne und Gehälter sind zunächst über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, und die Arbeitsplätze sind nicht unmittelbar gefährdet.
Allerdings schließt das insolvente Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Im Rahmen des 100-Maßnahmen-Plans soll auch die Zentrale in Kempten schlanker aufgestellt werden. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das Management scharf und spricht von jahrelangem Missmanagement, das dazu führte, dass Edeka Feneberg insolvent wurde.
Geschäftsführerin Amelie Feneberg betont die Verantwortung der Familie für das Unternehmen: Der Schritt unter den Schutzschirm falle nicht leicht, werde aber bewusst und gemeinsam gegangen. Man sei sich der Verantwortung für 3.000 Arbeitsplätze, gewachsene Partnerschaften und das Vertrauen der Kunden bewusst.

VonHier-Produkte trotz Insolvenz: Bleibt das Regionalprogramm erhalten?
Die gute Nachricht für Fans regionaler Produkte: Obwohl Edeka Feneberg insolvent ist, bleibt das VonHier-Programm bestehen. Feneberg arbeitet mit über 600 Landwirten und Erzeugerbetrieben in einem Umkreis von 100 Kilometern um Kempten zusammen. Diese Partnerschaften sind laut Unternehmensangaben Teil der Zukunftsstrategie und nicht von der Krise betroffen.
Das VonHier-Konzept gilt als Herzstück der Feneberg-Philosophie. Seit 1998 vermarktet das Unternehmen unter dieser Marke Bioprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau und regionaler Erzeugung. Für viele Kunden im Allgäu ist dies ein entscheidender Grund, trotz der Insolvenz weiterhin bei Feneberg einzukaufen.
Wie geht es weiter, nachdem Edeka Feneberg insolvent ist? Der Zeitplan
Die Sanierung des insolventen Unternehmens folgt einem straffen Zeitplan. Bis Ende 2026 soll Feneberg wieder auf stabilen Beinen stehen. Die wichtigsten Meilensteine:
| Zeitraum | Maßnahme |
|---|---|
| Januar 2026 | Start Schutzschirmverfahren, Sicherung des laufenden Betriebs |
| Q1/Q2 2026 | Überprüfung des Filialnetzes, Investorenprozess |
| 2026 | Umsetzung Sanierungsplan, mögliche Filialübertragungen |
| Ende 2026 | Abschluss Sanierung, Rückkehr in schwarze Zahlen geplant |
| 2026/27 | Erstes Geschäftsjahr mit positivem Ergebnis angestrebt |
Parallel läuft ein Investorenprozess. Mehrere Interessenten haben laut Medienberichten bereits angeklopft, seit bekannt wurde, dass Edeka Feneberg insolvent ist. Eine Übernahme einzelner Filialen oder Filialpakete durch Dritte ist ebenso denkbar wie der Einstieg eines strategischen Partners. Die Rolle von Edeka könnte sich dadurch verändern.
Häufig gestellte Fragen: Edeka Feneberg insolvent
Fazit: Edeka Feneberg insolvent – aber nicht am Ende
Die Tatsache, dass Edeka Feneberg insolvent ist, markiert einen Wendepunkt für den traditionsreichen Allgäuer Lebensmittelhändler. Das Schutzschirmverfahren bietet die Chance auf einen Neuanfang, stellt aber auch Kunden, Mitarbeiter und regionale Partner vor Herausforderungen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das insolvente Unternehmen die Kurve kriegt.
Für Kunden gilt: Einkaufen ist weiterhin möglich, Gutscheine vorerst nicht. Für Mitarbeiter bleibt die Lage angespannt, die Arbeitsplätze sind aber zunächst gesichert. Und für die Region wäre ein Scheitern ein herber Verlust – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell. Das Familienunternehmen ist seit 1947 Teil des Allgäus, und die Hoffnung bleibt, dass Edeka Feneberg trotz Insolvenz eine Zukunft hat.
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Redaktion Mindelmedia News | Wirtschaft & Verbraucher
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