Das Urteil im Fall Elias, einem dreijährigen Buben, der im Mai 2024 in Kufstein an den Folgen von Hunger und Durst starb, ist gefallen: Das Landesgericht Innsbruck verurteilte die Eltern des Kindes zu lebenslangen Haftstrafen. Das Gericht sprach das Elternpaar wegen Mordes, Quälens und Freiheitsentziehung schuldig. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Fall als beispiellos.

Länder-Kontext
- Der Fall Elias hat in ganz Österreich für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über Kinderschutzmaßnahmen neu entfacht.
- Das Landesgericht Innsbruck ist für schwere Strafsachen in Tirol zuständig.
- Die Urteile des Landesgerichts können beim Oberlandesgericht angefochten werden.
- Die Mutter des Buben wird zusätzlich in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen, was die besondere psychische Belastung in diesem Fall unterstreicht.
Wie kam es zum Urteil im Fall Elias‘ Hungertod?
Am 9. Februar 2026 fällte das Landesgericht Innsbruck nach einem aufwühlenden Prozess das Urteil im Fall Elias. Die Geschworenen entschieden einstimmig auf schuldig, was in der Folge zur Verhängung lebenslanger Haftstrafen für beide Elternteile führte. Das Urteil basiert auf den Ergebnissen der Obduktion und den Zeugenaussagen während des Prozesses.
⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:
- Aktenzeichen: azit
Ein Geschworenengericht in Österreich besteht aus acht Laienrichtern, die über Schuld oder Unschuld des Angeklagten entscheiden. Das Urteil der Geschworenen ist bindend für den Richter, der das Strafmaß festlegt.
Der erschütternde Fall: Elias‘ Tod durch Hunger und Durst
Der kleine Elias wurde am 19. Mai 2024 tot in seinem Bett im Bezirk Kufstein aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass der Dreijährige an den Folgen von extremer Unterernährung gestorben war. Der Zustand des Kindes bei seinem Tod war erschütternd: Er wog nur vier Kilogramm, was dem Gewicht eines vier Monate alten Säuglings entspricht. Dabei war Elias körperlich gesund und wies keine Vorerkrankungen oder Missbildungen auf. (Lesen Sie auch: Events Stuttgart 2026: Zaubershows & Highlights im…)
Eine Gutachterin beschrieb vor Gericht, dass man jede einzelne Rippe des Kindes sehen konnte. Die Todesursache wurde eindeutig als Folge von Hunger und Durst festgestellt. Dieser Befund schockierte selbst erfahrene Gerichtsmediziner und Justizmitarbeiter zutiefst. Die Umstände von Elias‘ Tod verdeutlichen das Ausmaß der Vernachlässigung und Misshandlung, die dem Kind widerfahren sind.
Monatelange Isolation und Misshandlung
Elias war über Monate hinweg isoliert und massiv vernachlässigt worden. Die Eltern hatten ihn systematisch von der Außenwelt abgeschottet und ihm nicht die notwendige Nahrung und Flüssigkeit zukommen lassen. Diese Isolation trug maßgeblich zu seinem geschwächten Zustand und letztendlich zu seinem Tod bei. Die Staatsanwaltschaft warf den Eltern vor, den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen zu haben.
Die Beweislage vor Gericht umfasste neben den medizinischen Gutachten auch Zeugenaussagen von Nachbarn und Bekannten, die von auffälligem Verhalten der Eltern und dem schlechten Zustand des Kindes berichteten. Diese Aussagen trugen dazu bei, das Bild einer systematischen Vernachlässigung und Misshandlung zu zeichnen, die letztendlich zum Tod von Elias führte.
Die Anklagepunkte: Mord, Quälerei und Freiheitsentziehung
Das Elternpaar wurde wegen Mordes, Quälens eines Minderjährigen und Freiheitsentziehung angeklagt. Die Anklage wegen Mordes stützte sich auf den Vorwurf, dass die Eltern den Tod von Elias durch Unterlassen der notwendigen Versorgung billigend in Kauf genommen haben. Die Quälerei eines Minderjährigen bezieht sich auf die vorsätzliche Zufügung von Leid und Schmerzen durch die Vernachlässigung und Misshandlung. Die Freiheitsentziehung bezieht sich auf die Isolation des Kindes von der Außenwelt.
Die Staatsanwältin Verena Pezzei betonte in ihrem Schlussplädoyer die besondere Schwere der Tat und forderte lebenslange Haftstrafen für beide Elternteile. Sie argumentierte, dass die Eltern ihre Fürsorgepflicht in gravierender Weise verletzt und Elias dem sicheren Tod überlassen hätten. Die Verteidigung versuchte, die Umstände zu mildern, konnte die Geschworenen jedoch nicht von der Schuld der Angeklagten überzeugen. (Lesen Sie auch: Vorarlberg Landesregierung Geheim: Abstimmungen unter Verschluss)
Reaktionen und Konsequenzen nach dem Urteil im Fall Elias Hungertod
Das Urteil im Fall Elias hat in der österreichischen Öffentlichkeit eine Welle der Bestürzung und Trauer ausgelöst. Viele Menschen äußerten ihr Entsetzen über die Grausamkeit der Tat und forderten eine umfassende Aufarbeitung des Falles. Kinderschutzorganisationen kritisierten die Versäumnisse der zuständigen Behörden und forderten eine Verbesserung der Kinderschutzmaßnahmen. Die Debatte über die Rechte und den Schutz von Kindern in Österreich wurde neu entfacht.
Die Einweisung der Mutter in ein forensisch-therapeutisches Zentrum unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden psychologischen Betreuung und Behandlung in diesem Fall. Es wird erwartet, dass das Urteil eine Signalwirkung hat und dazu beiträgt, das Bewusstsein für Kindeswohlgefährdung zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Schulen und Kinderschutzorganisationen zu verbessern.
Forensisch-therapeutische Zentren sind Einrichtungen, in denen psychisch kranke Straftäter behandelt werden. Ziel ist es, die Patienten zu resozialisieren und die Gefahr weiterer Straftaten zu reduzieren.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Berufung einlegen kann. Es bleibt abzuwarten, ob der Fall vor dem Oberlandesgericht erneut verhandelt wird. Unabhängig vom Ausgang des Berufungsverfahrens hat der Fall Elias jedoch bereits jetzt eine tiefe Narbe in der österreichischen Gesellschaft hinterlassen und die Notwendigkeit eines besseren Kinderschutzes verdeutlicht.

Das Bundesministerium für Justiz bietet Informationen zum österreichischen Rechtssystem und zu Gerichtsverfahren.
Der ORF berichtete ausführlich über den Prozess.
Kinderschutzorganisationen wie die Diakonie setzen sich für den Schutz von Kindern ein und bieten Unterstützung für Familien in schwierigen Situationen.
Was bedeutet das Urteil elias hungertod urteil für die Eltern des Kindes?
Das Urteil bedeutet, dass beide Elternteile zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Zudem wurde die Mutter in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Berufung einlegen kann.
Welche Rolle spielte die Staatsanwaltschaft im Fall Elias?
Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Verena Pezzei, forderte lebenslange Haftstrafen für die Eltern und betonte die besondere Schwere der Tat. Sie argumentierte, dass die Eltern ihre Fürsorgepflichten in gravierender Weise verletzt hätten.
Was waren die Hauptanklagepunkte gegen die Eltern von Elias?
Die Eltern wurden wegen Mordes, Quälens eines Minderjährigen und Freiheitsentziehung angeklagt. Der Mordvorwurf basierte darauf, dass sie den Tod des Kindes durch Unterlassen der notwendigen Versorgung billigend in Kauf genommen haben.
Wie reagierte die österreichische Öffentlichkeit auf den Fall?
Der Fall löste eine Welle der Bestürzung und Trauer aus. Viele forderten eine umfassende Aufarbeitung und kritisierten Versäumnisse der Behörden. Kinderschutzorganisationen nutzten den Fall, um auf die Notwendigkeit besserer Kinderschutzmaßnahmen hinzuweisen. (Lesen Sie auch: Präsidentschaftswahl Portugal: Seguro schlägt Ventura Klar)
Welche Konsequenzen hat der Fall Elias für den Kinderschutz in Österreich?
Der Fall hat die Debatte über die Rechte und den Schutz von Kindern in Österreich neu entfacht. Es wird erwartet, dass er dazu beiträgt, das Bewusstsein für Kindeswohlgefährdung zu schärfen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden zu verbessern.
Das Urteil im Fall Elias unterstreicht die Bedeutung des Kinderschutzes und die Verantwortung der Eltern für das Wohl ihrer Kinder. Es bleibt zu hoffen, dass dieser tragische Fall dazu beiträgt, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern und den Schutz von Kindern in Österreich zu verbessern. Die lebenslangen Haftstrafen, die im elias hungertod urteil verhängt wurden, sollen ein Zeichen setzen, dass solche Taten nicht toleriert werden.
