Elterntaxi Datenschutz: Darf man Fotos von Elterntaxis machen, die vermeintlich falsch parken? Nein, das ist datenschutzrechtlich problematisch. Das unbefugte Anfertigen und Speichern von Fotos, insbesondere von Fahrzeugkennzeichen und Personen, verstößt gegen Datenschutzbestimmungen.

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Familien-Tipp
- Sprecht mit euren Kindern über sichere Schulwege.
- Bildet Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern.
- Nutzt öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad, wenn möglich.
- Meldet gefährliche Situationen der Schule oder der Gemeinde.
Elterntaxi und Datenschutz: Was ist erlaubt?
Ein Vater aus München, der sich über sogenannte „Elterntaxis“ vor der Schule seiner Kinder ärgerte, fotografierte diese und zeigte die vermeintlichen Falschparker an. Wie Stern berichtet, hat er nun Post vom Landesamt für Datenschutzaufsicht erhalten. Der Fall wirft Fragen zum Thema Elterntaxi Datenschutz auf.
Viele Eltern kennen das Problem: Morgens herrscht reges Treiben vor Schulen, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Oftmals kommt es dabei zu chaotischen Situationen und Falschparken.
Warum sind Elterntaxis ein Problem?
Elterntaxis erhöhen das Verkehrsaufkommen rund um Schulen und tragen somit zur Luftverschmutzung bei. Zudem gefährden sie andere Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die unübersichtliche Verkehrslage und das ständige Anhalten und Losfahren bergen ein hohes Unfallrisiko. (Lesen Sie auch: Kampf gegen „Elterntaxis“: Vater zeigt 600 Falschparker…)
Ein weiteres Problem ist, dass Kinder, die regelmäßig mit dem Auto zur Schule gebracht werden, weniger Bewegung haben und weniger selbstständig werden. Der Schulweg bietet eine gute Gelegenheit, sich an der frischen Luft zu bewegen und soziale Kontakte zu knüpfen.
Organisieren Sie mit anderen Eltern einen „Geh-Tag“, an dem die Kinder gemeinsam zu Fuß zur Schule gehen. Das fördert die Bewegung und die Gemeinschaft.
Wie funktioniert die Rechtslage beim Thema Elterntaxi Datenschutz?
Das Anfertigen und Veröffentlichen von Fotos, auf denen Personen oder Kennzeichen erkennbar sind, ist grundsätzlich nur mit deren Einwilligung erlaubt. Dies ergibt sich aus dem Recht am eigenen Bild und den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Ohne Einwilligung dürfen solche Fotos nur in Ausnahmefällen gemacht und verwendet werden, beispielsweise wenn ein berechtigtes Interesse besteht und die Interessen der Betroffenen nicht überwiegen. Dies ist jedoch bei der Dokumentation von Falschparken im Regelfall nicht gegeben. (Lesen Sie auch: Stadtmobil: Fünf Gründe, warum ich jetzt E-Roller…)
Welche Alternativen gibt es zum Elterntaxi?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Schulweg für Kinder sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten. Schulen können beispielsweise sogenannte „Hol- und Bringzonen“ einrichten, die etwas abseits liegen. Dort können Eltern ihre Kinder sicher aussteigen lassen, ohne den direkten Bereich vor der Schule zu blockieren.
Auch die Förderung von Fußwegen und Fahrradwegen ist wichtig. Die Gemeinde kann beispielsweise Zebrastreifen einrichten oder Schulwegpläne erstellen, die sichere Routen aufzeigen. Eltern können sich zudem in Elterngruppen organisieren und Fahrgemeinschaften bilden oder abwechselnd die Kinder zu Fuß zur Schule begleiten.
Geeignet für Kinder ab 6 Jahren: Üben Sie mit Ihrem Kind den sicheren Schulweg, bevor es diesen alleine antritt. Besprechen Sie Gefahrenstellen und vereinbaren Sie Verhaltensregeln.
Was können Schulen und Kommunen tun?
Schulen und Kommunen spielen eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Elterntaxis. Sie können Aufklärungskampagnen starten, um Eltern über die Gefahren und Nachteile zu informieren. Zudem können sie Anreize schaffen, auf das Auto zu verzichten, beispielsweise durch die Einrichtung von Fahrradabstellplätzen oder die Organisation von Schulbuslinien. (Lesen Sie auch: Schüsse Bramsche: Zwei Tote nach großem Polizeieinsatz)
Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei ist wichtig. Diese kann verstärkt Kontrollen durchführen und Falschparker verwarnen oder mit Bußgeldern belegen. Wichtig ist, dass die Maßnahmen in einem Gesamtkonzept eingebettet sind und alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Informationen zum Thema Datenschutz bietet beispielsweise die Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht.

Es ist wichtig, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die sowohl den Bedürfnissen der Eltern als auch den Interessen der Kinder und der Umwelt gerecht werden. Die ADFC bietet hierzu weitere Informationen.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich mein Kind vor der Schule aus dem Auto aussteigen lassen, auch wenn es dort nicht erlaubt ist?
Auch wenn es zeitsparend erscheint: Nein. Das Aussteigenlassen an ungeeigneten Stellen gefährdet Ihr Kind und andere. Nutzen Sie ausgewiesene Haltezonen oder suchen Sie einen sicheren Parkplatz etwas abseits.
Was droht mir, wenn ich als „Elterntaxi“ erwischt werde und falsch parke?
Falschparken wird mit Bußgeldern geahndet. Die Höhe richtet sich nach der Schwere des Verstoßes und kann je nach Kommune variieren. Im schlimmsten Fall drohen sogar Punkte in Flensburg.
Wie kann ich meinen Kindern einen sicheren Schulweg ermöglichen?
Üben Sie den Schulweg mit Ihrem Kind, zeigen Sie ihm sichere Übergänge und erklären Sie Verkehrsregeln. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind gut sichtbar ist, insbesondere in der dunklen Jahreszeit.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Reduzierung von Elterntaxis?
Schulen können Aufklärungskampagnen starten, sichere Hol- und Bringzonen einrichten und den Fuß- und Radverkehr fördern. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern und der Gemeinde ist wichtig.













