Der Klimawandel beeinflusst die Erdrotation. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die menschengemachte Erderwärmung zu einer Verlangsamung der Erdrotation führt. Dies geschieht, weil schmelzende Eismassen die Verteilung der Erdmasse verändern, was wiederum die Rotationsgeschwindigkeit beeinflusst. Erdrotation Klimawandel steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- Die Erdrotation verlangsamt sich messbar.
- Der Klimawandel trägt zur Verlangsamung bei.
- Schmelzende Eismassen verteilen sich über die Ozeane.
- Die Tageslänge nimmt minimal zu.
Auswirkungen der veränderten Erdrotation
Die Erdrotation ist nicht konstant. Verschiedene Faktoren beeinflussen sie, darunter die Anziehungskraft des Mondes sowie Prozesse im Erdinneren, an der Oberfläche und in der Atmosphäre. Laut einer Meldung von Stern hat eine aktuelle Studie der Universität Wien und der ETH Zürich ergeben, dass sich die Erdrotation in den vergangenen Jahrzehnten ungewöhnlich stark verlangsamt hat. (Lesen Sie auch: Rettungseinsatz: Deutsche campen auf der Ostsee –…)
Wie stark verlangsamt sich die Erdrotation?
Die Verlangsamung der Erdrotation ist gering, aber messbar. Aktuell verlängert sich der Tag um etwa 1,33 Millisekunden pro Jahrhundert. Diese Veränderung mag im Alltag unbemerkt bleiben, könnte aber Auswirkungen auf Bereiche haben, die auf präzise Zeitmessung angewiesen sind, wie beispielsweise die Navigation von Raumfahrzeugen oder Satelliten.
Die minimalen Veränderungen der Erdrotation werden durch hochpräzise Atomuhren gemessen, die als Grundlage für globale Navigationssysteme dienen. Diese Systeme müssen die Veränderungen berücksichtigen, um eine genaue Positionsbestimmung zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Rettungseinsatz Ostsee: Deutsche Camper Treiben auf Eisscholle)
Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Erdrotation
Frühere Studien der beteiligten Forscher haben bereits gezeigt, dass der steigende Meeresspiegel, verursacht durch das Abschmelzen von Polareis und Gletschern, die Erdrotation verlangsamt. Wenn große Eismassen schmelzen, verteilt sich das Wasser stärker über die Ozeane. Dieser Effekt ist vergleichbar mit einer Eiskunstläuferin, die ihre Rotationsgeschwindigkeit verringert, wenn sie ihre Arme ausstreckt. Eine Studie von Forschenden der Universität Bergen aus dem Jahr 2016 zeigt ähnliche Ergebnisse.
Um zu untersuchen, ob ähnliche Entwicklungen schon früher vorgekommen sind, analysierten die Wissenschaftler die chemische Zusammensetzung fossiler Meeresorganismen. Diese liefert Hinweise auf frühere Meeresspiegelstände. Mithilfe mathematischer Modelle berechneten sie daraus, wie sich die Länge eines Tages im Laufe der vergangenen 3,6 Millionen Jahre verändert hat. Um noch aussagekräftigere Schlussfolgerungen zu ziehen, verwendete das Team einen speziellen Deep-Learning-Algorithmus, das sogenannte physik-informierte Diffusionsmodell. (Lesen Sie auch: Mette-Marit Sohn Prozess: Was wird Marius Borg…)
Welche Rolle spielt der Meeresspiegelanstieg?
Der Meeresspiegelanstieg durch das Schmelzen von Eis führt zu einer veränderten Massenverteilung auf der Erde. Das zusätzliche Wasser verteilt sich über die Ozeane, was die Trägheit des Planeten erhöht und somit die Rotation verlangsamt. Dieser Effekt ist zwar gering, aber messbar und langfristig relevant.
Die Rolle von Deep Learning bei der Analyse
Das von den Forschern verwendete Deep-Learning-Modell ermöglichte es, die komplexen Zusammenhänge zwischen Meeresspiegeländerungen und Erdrotation über lange Zeiträume hinweg zu analysieren. „Dieses Modell erfasst die Physik der Meeresspiegeländerung, ist aber gleichzeitig robust gegenüber den großen Unsicherheiten“ von Klimadaten aus früheren Zeiten, so die Forschenden der ETH Zürich. Ein ähnliches Modell wurde vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zur Analyse von Klimadaten verwendet. (Lesen Sie auch: Jugendschutz: Social-Media-Bremse für Kinder rückt näher)















