„Ich habe mich nie entschuldigt, jemanden gerettet zu haben.“ Mit diesem lakonischen Satz betritt Snake Plissken erneut die Bildfläche, diesmal in den postapokalyptischen Ruinen von Los Angeles. Ist *Escape from L.A.*, die Fortsetzung von John Carpenters Kultfilm *Die Klapperschlange*, tatsächlich besser als das Original? Für Carpenter selbst ist die Sache klar: Er hält den Film für den überlegenen Teil. Ob das auch für das Publikum gilt, muss jeder selbst entscheiden.

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| Titel | Escape from L.A. |
| Originaltitel | Escape from L.A. |
| Regie | John Carpenter |
| Drehbuch | John Carpenter, Debra Hill, Kurt Russell |
| Besetzung | Kurt Russell, Steve Buscemi, Stacy Keach |
| Genre | Action, Science-Fiction |
| Laufzeit | 101 Minuten |
| Kinostart | 1996 |
| FSK | 18 |
| Produktion | Paramount Pictures |
Unser Eindruck: Eine trashige, selbstironische Hommage an das Original, die mit einigen kreativen Ideen punktet, aber nicht dessen düstere Atmosphäre erreicht.
Die Rückkehr des Snake Plissken
Nach dem Erfolg von *Die Klapperschlange* im Jahr 1981 dauerte es 15 Jahre, bis John Carpenter und Kurt Russell sich erneut zusammentaten, um die Geschichte von Snake Plissken fortzusetzen. *Escape from L.A.* aus dem Jahr 1996 versetzt den Antihelden in ein nun von der Außenwelt abgetrenntes Los Angeles, das nach einem Erdbeben zu einer Insel geworden ist. Die Stadt dient als Deportationsort für all jene, die nicht den rigiden Moralvorstellungen des neuen, fundamentalistischen Präsidenten der USA entsprechen.
Die Prämisse ist ebenso absurd wie genial: Snake wird gezwungen, in die gefährliche Metropole einzudringen, um die Tochter des Präsidenten zu retten, die eine verheerende Superwaffe gestohlen hat. Was folgt, ist eine wilde Achterbahnfahrt durch ein postapokalyptisches Disneyland, bevölkert von schrägen Gestalten und absurden Situationen. Wie Moviepilot.de berichtet, hält Carpenter den Film selbst für besser als den ersten Teil, was angesichts des Kultstatus von *Die Klapperschlange* eine gewagte Aussage ist.
Was unterscheidet *Escape from L.A.* vom Original?
*Die Klapperschlange* zeichnete sich durch eine düstere, beklemmende Atmosphäre und einen zynischen Blick auf die Zukunft aus. *Escape from L.A.* hingegen ist deutlich überdrehter und selbstironischer. Der Film nimmt sich selbst nicht allzu ernst und spielt bewusst mit Genre-Konventionen. Wo das Original noch eine subtile politische Botschaft transportierte, geht die Fortsetzung mit ihrem Kommentar zur amerikanischen Gesellschaft und ihrem Hang zur moralischen Verurteilung in die Vollen. (Lesen Sie auch: TV Tipps Heute: Sci-Fi-Action-Kracher nicht Verpassen!)
Ein wesentlicher Unterschied liegt auch im Produktionswert. Während *Die Klapperschlange* mit einem vergleichsweise geringen Budget auskommen musste und gerade dadurch seinen Charme entwickelte, verfügte *Escape from L.A.* über deutlich mehr finanzielle Mittel. Dies spiegelt sich in den aufwendigeren Spezialeffekten und den größeren Schauwerten wider. Allerdings wirken einige der CGI-Effekte aus heutiger Sicht eher unfreiwillig komisch, was dem Trash-Faktor des Films zugutekommt.
Kultur-Kompakt
- *Escape from L.A.* ist eine Fortsetzung von John Carpenters Kultfilm *Die Klapperschlange*.
- Der Film spielt in einem postapokalyptischen Los Angeles, das zu einer Insel geworden ist.
- Kurt Russell kehrt in seiner Rolle als Snake Plissken zurück.
- Der Film ist deutlich überdrehter und selbstironischer als das Original.
Wie funktioniert die Welt von *Escape from L.A.*?
Die dystopische Welt von *Escape from L.A.* ist geprägt von einer fundamentalistischen Regierung, die Andersdenkende in das abgeriegelte Los Angeles deportiert. Die Stadt selbst ist ein gesetzloser Ort, in dem Gangs und religiöse Fanatiker um die Vorherrschaft kämpfen. Snake Plissken wird in diese Hölle geschickt, um eine gestohlene Superwaffe namens „Sword of Armageddon“ zurückzubeschaffen, die in den falschen Händen die gesamte Welt vernichten könnte.
Die Sword of Armageddon ist in der Lage, elektromagnetische Pulse auszusenden, die elektronische Geräte lahmlegen können. Der Film spielt mit der Angst vor einem technologischen Kollaps und der Rückkehr zu primitiveren Lebensweisen. Die Ironie dabei ist, dass ausgerechnet die Technologie zur Rettung der Welt eingesetzt werden soll, die zuvor für deren Zerstörung verantwortlich war.
Ein Fest für Fans des B-Movie-Kinos
*Escape from L.A.* ist kein Film für jedermann. Wer eine tiefgründige Handlung oder realistische Charaktere erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen bietet der Film eine schamlose Mischung aus Action, Science-Fiction und schwarzem Humor. Kurt Russell spielt Snake Plissken mit gewohnt stoischer Miene und liefert einige unvergessliche One-Liner ab. Auch die zahlreichen Cameo-Auftritte bekannter Schauspieler wie Steve Buscemi und Pam Grier tragen zum Unterhaltungswert des Films bei.
Die Kameraarbeit von Gary B. Kibbe fängt die heruntergekommene Atmosphäre von Los Angeles gekonnt ein. Die Musik von John Carpenter selbst und Shirley Walker unterstreicht die trashige Ästhetik des Films. Der Schnitt von Pasquale Buba sorgt für ein hohes Tempo und lässt kaum Langeweile aufkommen. (Lesen Sie auch: Berlinale Highlights: Max Riemelt Begeistert in Thüringen)
Kurt Russell war nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Co-Autor des Drehbuchs von *Escape from L.A.* Er brachte viele seiner eigenen Ideen und Vorstellungen in die Geschichte ein.
Für wen lohnt sich *Escape from L.A.*?
Wer *Die Klapperschlange* mochte und eine Vorliebe für B-Movies und trashige Unterhaltung hat, wird an *Escape from L.A.* seine Freude haben. Der Film ist eine Hommage an das Original, aber auch eine eigenständige, überdrehte Vision einer dystopischen Zukunft. Fans von Filmen wie *Planet Terror* oder *Machete* werden hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen.
Wer jedoch eine realistische oder tiefgründige Science-Fiction-Geschichte erwartet, sollte lieber einen Bogen um *Escape from L.A.* machen. Der Film ist bewusst übertrieben und nimmt sich selbst nicht ernst. Wer sich darauf einlassen kann, wird mit einem unterhaltsamen und kurzweiligen Filmerlebnis belohnt. Laut IMDb erhielt der Film gemischte Kritiken, was seine polarisierende Natur unterstreicht.
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Warum hält John Carpenter *Escape from L.A.* für besser als *Die Klapperschlange*?
Carpenter hat sich nicht detailliert dazu geäußert, warum er die Fortsetzung bevorzugt. Es wird jedoch vermutet, dass er die größere kreative Freiheit und die Möglichkeit, seine Vision ohne Budgetbeschränkungen umzusetzen, schätzt.
Welche Rolle spielt Kurt Russell in *Escape from L.A.* über die Schauspielerei hinaus?
Kurt Russell war nicht nur der Hauptdarsteller, sondern auch am Drehbuch beteiligt. Er trug maßgeblich zur Entwicklung der Geschichte und der Figur des Snake Plissken bei und brachte eigene Ideen ein.
Wie unterscheidet sich die Atmosphäre von *Escape from L.A.* von der des Originals?
*Die Klapperschlange* ist düster und beklemmend, während *Escape from L.A.* überdrehter und selbstironischer ist. Die Fortsetzung nimmt sich selbst nicht allzu ernst und spielt bewusst mit Genre-Konventionen.
Was ist die „Sword of Armageddon“ und welche Bedeutung hat sie für die Handlung?
Die Sword of Armageddon ist eine Superwaffe, die elektromagnetische Pulse aussenden kann. Sie ist das Objekt der Begierde und der Grund für Snakes Mission in Los Angeles, da sie in den falschen Händen die Welt vernichten könnte. (Lesen Sie auch: Outlander Staffel 8: Droht das Gleiche Serien-Ende…)
Lohnt es sich, *Escape from L.A.* anzusehen, wenn man *Die Klapperschlange* mochte?
Ja, wenn man eine Vorliebe für B-Movies und trashige Unterhaltung hat. Der Film ist eine Hommage an das Original, aber auch eine eigenständige, überdrehte Vision einer dystopischen Zukunft. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass der Film nicht die gleiche düstere Atmosphäre wie das Original hat.
John Carpenter mag *Escape from LA* für den besseren Film halten, doch für viele Fans wird *Die Klapperschlange* immer der unangefochtene Klassiker bleiben. Fest steht, dass beide Filme auf ihre Art und Weise einzigartig sind und das Genre des Science-Fiction-Actionfilms nachhaltig geprägt haben. Es bleibt jedem selbst überlassen, sich ein Urteil zu bilden und in die postapokalyptische Welt von Snake Plissken einzutauchen.
