Die kontroverse russische Eiskunstlauf-Trainerin Eteri Tutberidze ist im Februar 2026 zu den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo zurückgekehrt – vier Jahre nach dem Doping-Skandal um Kamila Valieva. Ihre Präsenz löst bei Funktionären und in der Sportwelt erhebliches Unbehagen aus, obwohl ihr rechtlich keine direkte Beteiligung am Doping nachgewiesen werden konnte.
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Vier Jahre nach dem Drama von Peking steht die als „Eishexe“ bekannte Trainerin wieder auf der olympischen Bühne. Eteri Tutberidze trainiert in Mailand die russische Läuferin Adeliia Petrosian sowie den georgischen Europameister Nika Egadze. WADA-Präsident Witold Banka äußerte deutliche Kritik an ihrer Anwesenheit, betonte aber, dass es keine rechtliche Grundlage für einen Ausschluss gebe.
Das Wichtigste in Kürze
- Eteri Tutberidze ist als Trainerin für Georgien und die russische Läuferin Adeliia Petrosian bei Olympia 2026 akkreditiert
- WADA-Chef Witold Banka erklärte, er fühle sich „natürlich nicht wohl“ mit ihrer Anwesenheit bei den Olympischen Spielen
- Eine Verbindung zu Valievas positivem Dopingbefund konnte Tutberidze nicht nachgewiesen werden, daher gibt es keine rechtliche Grundlage für einen Ausschluss
- Kamila Valievas vierjährige Sperre endete im Dezember 2025, sie ist aber nicht bei den Spielen in Mailand dabei
- Tutberidze hat zahlreiche Olympiasiegerinnen trainiert, darunter Anna Shcherbakova (2022), Alina Zagitova (2018) und Yulia Lipnitskaya (2014)
- Ihre Trainingsmethoden werden seit Jahren kritisiert, insbesondere wegen der Förderung von Dehydration, Unterernährung und dem Training trotz Verletzungen
- Die Regeln wurden geändert, um das Mindestalter für Eiskunstläufer rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Mailand auf 17 Jahre anzuheben
Wer ist Eteri Tutberidze?
Eteri Georgievna Tutberidze, geboren am 24. Februar 1974, ist eine georgisch-russische Eiskunstlauf-Trainerin, die hauptsächlich mit weiblichen Einzelläuferinnen arbeitet und als Cheftrainerin im Sambo 70 Eislaufclub in Moskau tätig ist. Die 51-jährige gilt als eine der erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Trainerinnen im modernen Eiskunstlauf.
Ihre Karriere als Trainerin begann nach einer gescheiterten aktiven Laufbahn. Tutberidze begann im Alter von viereinhalb Jahren mit dem Eiskunstlauf, musste aber nach einem Wirbelbruch und einem Wachstumsschub von 22 cm vom Einzellauf zum Eistanz wechseln. In den 1990er Jahren arbeitete sie mehrere Jahre in Eisshows in den USA, bevor sie nach Russland zurückkehrte und ihre Trainerkarriere startete.
Erfolge und Medaillen ihrer Schützlinge
Die Liste der von Tutberidze trainierten Champions ist beeindruckend. Sie brachte eine ganze Generation russischer Eiskunstläuferinnen an die Weltspitze, die mit technisch extrem anspruchsvollen Elementen wie Vierfachsprüngen und dreifachen Axeln für Furore sorgten. Neben den bereits genannten Olympiasiegerinnen trainierte sie auch Evgenia Medvedeva (Olympia-Silber 2018) und Alena Kostornaia (Europameisterin 2020).
Der Skandal von Peking 2022
Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking stand die damals 15-jährige Kamila Valieva im Zentrum einer rechtlichen Auseinandersetzung, nachdem eine zwei Monate zuvor abgegebene Probe positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin getestet wurde – die Enthüllung erfolgte, nachdem Valieva mit anderen russischen Läuferinnen Team-Gold gewonnen hatte.
Besonders verstörend war das Verhalten Tutberidzes nach Valievas misslungener Kür. Statt die unter enormem Druck stehende Jugendliche zu trösten, stellte die Trainerin sie vor laufenden Kameras zur Rede. Es war der damalige IOC-Präsident Thomas Bach, der die Trainingsmethoden von Tutberidze als „schaurig anzusehen“ bewertete und von „enormer Kälte“ sprach.
Kritik an den Trainingsmethoden
Die Methoden der „Eishexe“, wie Tutberidze in Medien genannt wird, stehen seit Jahren in der Kritik. Ein Coach aus Montreal behauptete, dass Tutberidzes Training „missbräuchlich, geradezu militärisch“ sei und dass „sie nicht in die Nähe von Kindern gelassen würde“, wenn sie diese Praktiken in Montreal anwenden würde.
Besonders besorgniserregend ist das Muster, dass viele ihrer Schützlinge ihre Karrieren sehr früh beenden müssen. Mehrere ehemalige Athletinnen haben über extreme Belastungen, Verletzungen und Essstörungen berichtet. Die kurze „Haltbarkeit“ ihrer Stars wird in der Eiskunstlauf-Community kritisch diskutiert.
Tutberidze bei Olympia 2026 in Mailand
Die renommierte russische Eiskunstlauf-Trainerin Eteri Tutberidze kam am 2. Februar 2026 in Mailand an, wie ein Eisschnellläufer aus Kasachstan durch ein Foto in den sozialen Medien aus dem olympischen Dorf dokumentierte. Ihre Rückkehr auf die olympische Bühne war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden.
Tutberidze ist als Trainerin der russischen Läuferin Adelia Petrosian in Italien und gilt zusätzlich als Teil der georgischen Delegation, wo sie mit Europameister Nika Egadze arbeiten soll. Auch ihre Tochter Diana Davis ist bei den Spielen dabei – sie startet für Georgien im Eistanz mit ihrem Partner Gleb Smolkin.
WADA-Chef äußert Unbehagen
Die Anwesenheit Tutberidzes stößt nicht bei allen auf Zustimmung. „Es ist nicht unsere Entscheidung, dass die Trainerin hier ist“, sagte Banka bei einer Pressekonferenz in Mailand und fügte hinzu: „Die Untersuchung fand keine Beweise dafür, dass diese Person in diesen Dopingprozess verwickelt war, daher gibt es keine rechtliche Grundlage, sie von der Anwesenheit bei den Olympischen Spielen auszuschließen – aber wenn Sie mich persönlich nach meinen Gefühlen fragen, fühle ich mich mit ihrer Anwesenheit bei den Olympischen Spielen nicht wohl“.
Regeländerungen nach dem Valieva-Skandal
Der Fall Valieva hatte weitreichende Konsequenzen für den Eiskunstlauf. Das Mindestalter für Eiskunstläufer wurde angehoben, um minderjährige Athleten besser zu schützen. Die WADA hat außerdem ihren Anti-Doping-Kodex überarbeitet, um den Fokus stärker auf das Umfeld minderjähriger Athleten zu legen.
Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass junge Sportlerinnen und Sportler unter Druck gesetzt werden oder Opfer von Doping-Praktiken in ihrem Umfeld werden. Experten betonen, dass es unwahrscheinlich sei, dass eine 15-jährige Eiskunstläuferin ohne fremde Hilfe zu verbotenen Substanzen greife.
Adeliia Petrosian: Die neue Hoffnung
Die russische Läuferin Adeliia Petrosian tritt als Individual Neutral Athlete an und gilt als Kandidatin für die Goldmedaille bei den Damen, nachdem sie seit Jahren von Tutberidze trainiert wird. Die 18-jährige aus Moskau wird als eine der Favoritinnen gehandelt, hatte aber in der Vorbereitung mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.
Ob Petrosian den Erwartungen gerecht werden kann, wird sich zeigen. Die Eiskunstlauf-Wettbewerbe der Damen finden am 17. und 19. Februar 2026 statt und versprechen spannende Duelle um die olympischen Medaillen.
Die Zukunft des Eiskunstlaufs
Die Debatte um Eteri Tutberidze wirft grundsätzliche Fragen über die ethischen Grenzen im Leistungssport auf. Wie weit darf der Drang nach Perfektion und Erfolg gehen? Wo sind die Grenzen zum Kindeswohl zu ziehen? Und wie können junge Athletinnen und Athleten effektiv geschützt werden?
Die internationale Eiskunstlauf-Community ist gespalten. Während einige ihre Erfolge bewundern und sie als geniale Trainerin sehen, verweisen Kritiker auf die kurzen Karrieren und gesundheitlichen Probleme vieler ihrer Schützlinge. Die Diskussion über angemessene Trainingsmethoden und den Schutz minderjähriger Sportler wird auch nach Olympia 2026 weitergehen.
| Trainerin | Eteri Tutberidze |
|---|---|
| Geburtsdatum | 24. Februar 1974 |
| Nationalität | Georgisch-Russisch |
| Trainingsort | Sambo 70, Moskau |
| Olympiasiegerinnen | Yulia Lipnitskaya (2014 Team), Alina Zagitova (2018), Anna Shcherbakova (2022) |
| Aktuelle Schützlinge bei Olympia 2026 | Adeliia Petrosian (Russland), Nika Egadze (Georgien), Diana Davis (Georgien, Eistanz) |
| Hauptkritikpunkte | Harte Trainingsmethoden, kurze Karrieredauer der Athletinnen, mangelnde Empathie |
| Status bei Olympia 2026 | Akkreditiert für Georgien, keine rechtliche Grundlage für Ausschluss |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist Eteri Tutberidze bei Olympia 2026 dabei?
Eine Verbindung zum positiven Dopingbefund von Kamila Valieva konnte Tutberidze nicht nachgewiesen werden, daher gibt es keine rechtliche Grundlage, sie von den Olympischen Spielen auszuschließen. Sie ist als Trainerin für die georgische Delegation akkreditiert.
Für welche Athleten arbeitet Tutberidze bei Olympia 2026?
Tutberidze trainiert bei den Olympischen Spielen in Mailand die russische Eiskunstläuferin Adeliia Petrosian und den georgischen Europameister Nika Egadze. Auch ihre Tochter Diana Davis startet für Georgien im Eistanz.
Was ist der Kamila Valieva Skandal?
Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking wurde bekannt, dass die damals 15-jährige russische Eiskunstläuferin Kamila Valieva positiv auf das verbotene Herzmedikament Trimetazidin getestet wurde. Der Fall löste eine internationale Kontroverse aus und führte zu einer vierjährigen Sperre für Valieva.
Warum wird Eteri Tutberidze als „Eishexe“ bezeichnet?
Der Spitzname „Eishexe“ bezieht sich auf Tutberidzes als kalt und gefühllos wahrgenommenes Auftreten sowie ihre harten Trainingsmethoden. Besonders nach dem emotionalen Zusammenbruch von Kamila Valieva in Peking wurde ihre mangelnde Empathie weltweit kritisiert.
Welche Erfolge hat Eteri Tutberidze als Trainerin erzielt?
Tutberidze hat mehrere Olympiasiegerinnen trainiert, darunter Yulia Lipnitskaya (2014, Team), Alina Zagitova (2018) und Anna Shcherbakova (2022). Zu ihren Schützlingen gehörten auch Evgenia Medvedeva, Alena Kostornaia und Kamila Valieva – alle Weltklasse-Athletinnen.
Warum enden viele Karrieren ihrer Schützlinge früh?
Kritiker hatten bereits vor Peking bemerkt, dass Tutberidzes Schülerinnen regelmäßig mit schweren Verletzungen vor dem 18. Lebensjahr ihre Karriere beenden mussten, wobei der Sambo-70-Club bekanntermaßen Dehydration, Unterernährung und ein unverändertes Trainingsregime trotz Verletzungen förderte. Mehrere ehemalige Athletinnen berichteten von Essstörungen und chronischen Verletzungen.
Hat sich seit dem Valieva-Skandal etwas geändert?
Ja, das Mindestalter für Eiskunstläufer wurde auf 17 Jahre angehoben. Die WADA hat zudem ihren Anti-Doping-Kodex überarbeitet, um das Umfeld minderjähriger Athleten stärker in den Fokus zu nehmen und verpflichtende Untersuchungen bei Dopingfällen mit Minderjährigen vorzusehen.
Fazit: Eine umstrittene Rückkehr
Die Präsenz von Eteri Tutberidze bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand bleibt ein kontroverses Thema. Während sie rechtlich nicht für den Doping-Skandal um Kamila Valieva verantwortlich gemacht werden kann, werfen ihre Trainingsmethoden weiterhin ethische Fragen auf. Die „Eishexe“ bleibt eine der polarisierendsten Figuren im internationalen Eiskunstlauf – bewundert für ihre Erfolge, kritisiert für ihre Methoden. Ob ihre Schützlinge in Mailand erneut für Schlagzeilen sorgen werden, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Diskussion über angemessene Trainingsmethoden und den Schutz junger Athleten im Hochleistungssport ist längst nicht beendet.
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Über den Autor: Dieser Artikel wurde von der Sportredaktion von Mindelmedia News verfasst. Wir berichten tagesaktuell über nationale und internationale Sportereignisse mit Fokus auf Olympia, Bundesliga und weitere Top-Events.
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Die Rückkehr von Eteri Tutberidze zu den Olympischen Spielen 2026 wirft wichtige Fragen über ethische Grenzen im Leistungssport auf. Trotz fehlender rechtlicher Handhabe gegen die russische Trainerin nach dem Valieva-Skandal äußert WADA-Präsident Witold Banka deutliches Unbehagen. Ein Blick auf eine der kontroversesten Figuren im modernen Eiskunstlauf. #Sports #Ethics #Olympics2026
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🥇 Die „Eishexe“ ist zurück! Eteri Tutberidze, die umstrittene russische Eiskunstlauf-Trainerin, coacht bei Olympia 2026 in Mailand – vier Jahre nach dem Doping-Skandal um Kamila Valieva. WADA-Chef kritisiert ihre Anwesenheit scharf. Lest jetzt die ganze Geschichte über eine der erfolgreichsten und gleichzeitig umstrittensten Trainerinnen im Sport! ⛸️❄️ #Olympia2026 #Eiskunstlauf