Eine militärische Evakuierung Nahost von deutschen Staatsbürgern aus der Golfregion ist laut Außenminister Johann Wadephul (CDU) derzeit nicht möglich. Die Schließung der Lufträume infolge der Eskalation zwischen Israel und dem Iran verhindert eine Evakuierungsaktion durch die Bundeswehr.

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Auf einen Blick
- Lufträume in der Golfregion sind gesperrt.
- Rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter betroffen.
- Konsularische Unterstützung und Information durch die Bundesregierung.
- Registrierung in Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts empfohlen.
Keine militärische Evakuierung deutscher Staatsbürger im Nahen Osten
Die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran hat zur Folge, dass viele deutsche Reisende im Nahen Osten gestrandet sind. Wie Stern berichtet, schloss Außenminister Johann Wadephul (CDU) eine Evakuierung durch die Bundeswehr aus. „Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen“, so Wadephul gegenüber der „Bild“-Zeitung.
Was bedeutet das für Bürger?
Für deutsche Urlauber und Staatsbürger in der Golfregion bedeutet die Situation erhebliche Einschränkungen. Gestrandete Reisende müssen sich auf unbestimmte Wartezeiten einstellen. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf konsularische Unterstützung und verstärkte Informationsangebote vor Ort. (Lesen Sie auch: Austin Schießerei: FBI prüft Terror-Hintergrund in Texas)
Wie viele Reisende sind betroffen?
Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) sind aktuell rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern betroffen. Diese befinden sich entweder bereits in der Region oder ihre Flüge sollten über die Drehkreuze im Nahen Osten führen. Die genaue Anzahl deutscher Staatsbürger in der Golfregion ist derzeit unklar, aber eine niedrige fünfstellige Zahl hat sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts registriert.
Die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ist ein freiwilliges Register, in dem sich Deutsche im Ausland aufhalten können, um im Krisenfall schneller erreicht und unterstützt zu werden.
Welche Alternativen zur Evakuierung gibt es?
Da eine militärische Evakuierung ausgeschlossen wurde, konzentriert sich die Bundesregierung auf andere Maßnahmen. „Alle Botschaften, alle Auslandsvertretungen sind geöffnet. Wir arbeiten intensiv daran, mit Informationen da zu sein“, erklärte Wadephul. Betroffene Deutsche sollen durch konsularische Unterstützung und aktuelle Informationen versorgt werden. Das Auswärtige Amt rät zudem zur Registrierung in der Krisenvorsorgeliste. (Lesen Sie auch: Drogenboss Verhaftet: Millionen-Kokainring Gesprengt in NRW)
Welche politische Perspektive gibt es?
Während die Regierung auf konsularische Hilfe setzt, fordern Oppositionspolitiker möglicherweise weitergehende Maßnahmen. Die Grünen könnten beispielsweise eine stärkere Unterstützung der Reiseveranstalter fordern, um Betroffene vor Ort besser zu versorgen. Die FDP könnte auf eine diplomatische Lösung drängen, um die Luftraumsperrungen schnellstmöglich aufzuheben. Bisher liegen aber keine konkreten Forderungen vor.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts?
Die Krisenvorsorgeliste (Elefand) ist ein Angebot des Auswärtigen Amts für Deutsche, die sich im Ausland aufhalten. Durch die Registrierung können Reisende im Krisenfall schnell erreicht und mit wichtigen Informationen versorgt werden. Die Eintragung ist freiwillig und kostenlos.
Wie können sich Betroffene jetzt verhalten?
Betroffene sollten sich zunächst bei ihrer Reiseleitung oder Fluggesellschaft über die aktuelle Lage informieren. Zudem ist es ratsam, sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen und die Informationen der deutschen Auslandsvertretungen zu verfolgen.
Welche Kosten entstehen den Reisenden durch die Situation?
Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung während der Zwangspause sind in der Regel von den Reisenden selbst zu tragen. Ob und inwieweit Reiseversicherungen oder Reiseveranstalter für die entstandenen Kosten aufkommen, hängt von den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. (Lesen Sie auch: Lawine Colorado: Snowbiker löst Tödliche Gefahr)
Gibt es eine Reisewarnung für die Golfregion?
Ob eine Reisewarnung ausgesprochen wird, entscheidet das Auswärtige Amt auf Grundlage der aktuellen Sicherheitslage. Es ist ratsam, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts vor und während einer Reise in die Golfregion zu beachten. Die Informationen werden laufend aktualisiert.














