Fahrradreifen Wechseln ist mit dem richtigen Werkzeug und etwas Übung auch für Laien kein Problem. Ein platter Reifen muss also nicht gleich den Ausflug verderben.
Das Wichtigste in Kürze
- Diagnose stellen: Ist nur der Schlauch defekt oder auch der Mantel?
- Das richtige Werkzeug: Reifenheber mit Metallkern sind empfehlenswert.
- Auf die Reifengröße achten: Angaben finden sich auf der Reifenflanke.
- Satteltasche: Praktisch für die Aufbewahrung von Werkzeug und Ersatzschlauch.
Die richtige Vorbereitung
Bevor es losgeht, ist es wichtig, das richtige Material zur Hand zu haben. Neben einem oder zwei Reifenhebern sind ein neuer Schlauch in der passenden Größe, eventuell ein neuer Mantel und eine Luftpumpe essenziell. Die Reifengröße steht auf der Seitenwand des Reifens. Wer unterwegs ist, sollte außerdem eine kleine Satteltasche dabeihaben, in der Werkzeug und Ersatzschlauch Platz finden.
Was tun bei porösen Mänteln?
Sind die Reifenflanken rissig oder porös, reicht ein Schlauchwechsel allein nicht aus. In diesem Fall sollte der komplette Mantel ausgetauscht werden, um die Fahrsicherheit nicht zu gefährden.
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Ein Reifenheber mit Metallkern und ergonomischer Form hilft, den Reifen von der Felge zu hebeln, ohne den Schlauch zu beschädigen. Modelle wie der Topeak Shuttle Leaver Pro lassen sich zusammenstecken und platzsparend in einer Satteltasche verstauen. (Lesen Sie auch: Pannen-Selbsthilfe: Fahrradreifen selbst wechseln – Schritt für…)
Fahrradreifen Wechseln – Schritt für Schritt
1. **Rad ausbauen:** Je nach Fahrradtyp muss entweder nur das Rad gelöst oder zusätzlich die Bremse geöffnet werden.
2. **Luft ablassen:** Das Ventil öffnen und die restliche Luft aus dem Schlauch entweichen lassen.
3. **Reifen von der Felge hebeln:** Mit dem Reifenheber den Reifenwulst über den Felgenrand heben. Oftmals reicht es, eine Seite des Reifens komplett zu lösen.
4. **Schlauch entnehmen:** Den Schlauch vorsichtig herausziehen.
5. **Mantel prüfen:** Den Mantel auf Beschädigungen oder Fremdkörper wie Glas oder Steine untersuchen. Diese gegebenenfalls entfernen.
6. **Neuen Schlauch einsetzen:** Den neuen Schlauch leicht aufpumpen und einsetzen.
7. **Reifen aufziehen:** Den Reifenwulst wieder in die Felge drücken. Hierbei darauf achten, dass der Schlauch nicht eingeklemmt wird.
8. **Aufpumpen:** Den Reifen auf den empfohlenen Druck aufpumpen. Angaben dazu finden sich auf der Reifenflanke.
9. **Rad einbauen:** Das Rad wieder einsetzen und die Bremse schließen.
Vor dem Aufziehen des neuen Reifens die Felge und das Felgenband auf Beschädigungen prüfen. Ein beschädigtes Felgenband kann zu einem erneuten Defekt führen.
Das richtige Werkzeug erleichtert die Arbeit
Ein guter Reifenheber ist das A und O beim Reifenwechsel. Wie Stern berichtet, gibt es Modelle mit Metallkern und ergonomischer Form, die das Abhebeln auch festsitzender Mäntel erleichtern. Für zu Hause empfiehlt sich eventuell ein Montageständer, der das Arbeiten am Rad komfortabler macht.
Pannenset für unterwegs
Für unterwegs empfiehlt sich ein Pannenset, das neben Reifenhebern und einem Ersatzschlauch auch Flickzeug und eine Minipumpe enthält. So kann man kleinere Schäden direkt vor Ort beheben und die Fahrt fortsetzen.
Was tun, wenn der Reifen unterwegs platzt?
Wenn unterwegs ein platter Reifen auftritt, sollte man zunächst Ruhe bewahren. Das Fahrrad schieben, bis ein sicherer Ort erreicht ist. Dann das Pannenset auspacken und den Reifen wie oben beschrieben wechseln. Wer sich unsicher ist, kann auch den ADFC oder einen lokalen Fahrradhändler um Hilfe bitten. (Lesen Sie auch: Katharina Heyer: Zwischen „Dänemark-Krimi“ und rebellischer)
Fazit
Mit etwas Übung und dem richtigen Werkzeug ist das Fahrradreifen wechseln kein Hexenwerk. Wer regelmäßig sein Rad wartet und kleinere Reparaturen selbst durchführt, spart nicht nur Geld, sondern ist auch sicherer unterwegs. Wer sich unsicher ist, findet online zahlreiche Anleitungen und Videos oder besucht einen Kurs in der lokalen Werkstatt.

















