Das FSME Risiko steigt: Trotz eines kalten Winters warnen Forscher vor einer Zunahme von Zecken in diesem Sommer. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird und zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen kann.

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- Fsme Risiko: Warum die Gefahr trotz kaltem Winter steigt
- Was ist FSME und wie wird es übertragen?
- Welche Symptome treten bei einer FSME-Infektion auf?
- Wie kann man sich vor FSME schützen?
- FSME-Risikogebiete: Wo ist die Gefahr am größten?
- Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft?
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- FSME ist eine Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird.
- Die Krankheit kann zu schweren neurologischen Schäden führen.
- Impfung ist die wirksamste Präventionsmaßnahme.
- Bestimmte Regionen Deutschlands gelten als FSME-Risikogebiete.
Fsme Risiko: Warum die Gefahr trotz kaltem Winter steigt
Die Annahme, dass ein kalter Winter die Zeckenpopulation und somit das FSME Risiko deutlich reduziert, ist ein Trugschluss. Zwar können extreme Minusgrade die Anzahl der Zecken kurzfristig verringern, jedoch überleben die widerstandsfähigen Tiere in der Regel unter einer Schneedecke oder in geschützten Verstecken. Sobald die Temperaturen steigen, werden sie wieder aktiv.
Wie Stern berichtet, beobachten Forscher seit Jahren eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Deutschland. Diese Entwicklung wird unter anderem auf den Klimawandel zurückgeführt, der zu milderen Wintern und längeren Aktivitätsperioden der Zecken führt. Auch die zunehmende Mobilität der Bevölkerung spielt eine Rolle, da infizierte Zecken unbemerkt in neue Regionen verschleppt werden können.
Ein weiterer Faktor ist die veränderte Landnutzung. Monokulturen und der Rückgang natürlicher Lebensräume begünstigen die Ausbreitung von Zecken, da sie weniger natürliche Feinde haben.
Was ist FSME und wie wird es übertragen?
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Es handelt sich um eine durch Viren verursachte Erkrankung, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Die Viren gelangen dabei direkt in die Blutbahn des Menschen. Anders als bei der Lyme-Borreliose, bei der die Erreger erst nach einiger Zeit übertragen werden, erfolgt die FSME-Infektion in der Regel sofort nach dem Zeckenstich.
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2023 in Deutschland 717 FSME-Erkrankungen gemeldet. Die meisten Fälle traten in Bayern und Baden-Württemberg auf. Das RKI bietet detaillierte Informationen zur FSME-Verbreitung und Risikogebieten. (Lesen Sie auch: Königskobra unter Liege: Frau Entdeckt Vier Meter…)
Welche Symptome treten bei einer FSME-Infektion auf?
Die FSME-Erkrankung verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase, die etwa eine Woche nach dem Zeckenstich beginnt, treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen auf. Diese Phase dauert in der Regel einige Tage und klingt dann wieder ab.
Bei einem Teil der Infizierten folgt nach einer symptomfreien Zeit von etwa einer Woche die zweite Phase. In dieser Phase kommt es zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks. Die Symptome sind vielfältig und können von starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Erbrechen bis hin zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen reichen. In schweren Fällen kann FSME tödlich verlaufen oder bleibende Schäden hinterlassen.
Prof. Dr. Jochen Klimek, Virologe am Universitätsklinikum Heidelberg, betont: „Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwere Verläufe zu verhindern. Bei Verdacht auf FSME sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.“
Wie kann man sich vor FSME schützen?
Die wirksamste Schutzmaßnahme gegen FSME ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die in Risikogebieten wohnen oder sich dort aufhalten und Kontakt zu Zecken haben könnten. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, die in bestimmten Zeitabständen verabreicht werden. Danach sind regelmäßige Auffrischimpfungen erforderlich, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Informationen zum Impfschema und den Kosten sind auf impfen-info.de verfügbar.
Neben der Impfung gibt es weitere Maßnahmen, um das FSME Risiko zu minimieren. Dazu gehört das Tragen von geschlossener Kleidung bei Aufenthalten im Grünen, insbesondere in Wäldern und Wiesen. Auch das Auftragen von Zeckenabwehrmitteln (Repellents) auf die Haut kann helfen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden.
Wichtig ist, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen, um das Risiko einer Infektion zu verringern. Verwenden Sie dazu am besten eine Zeckenzange oder Pinzette und ziehen Sie die Zecke langsam und gerade heraus. Desinfizieren Sie die Stichstelle anschließend gründlich. (Lesen Sie auch: Königskobra Gefunden: Frau Entdeckt Riesenschlange unter Liege)
FSME-Risikogebiete: Wo ist die Gefahr am größten?
In Deutschland gibt es bestimmte Regionen, die als FSME-Risikogebiete gelten. Dazu gehören vor allem Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen und Rheinland-Pfalz. Die genaue Verbreitung der Risikogebiete wird vom RKI kontinuierlich überwacht und angepasst.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das FSME Risiko nicht auf die ausgewiesenen Risikogebiete beschränkt ist. Auch außerhalb dieser Gebiete können vereinzelt infizierte Zecken vorkommen. Daher ist es ratsam, sich auch in anderen Regionen vor Zeckenstichen zu schützen.
Dr. med. Astrid Weber, Fachärztin für Allgemeinmedizin, rät: „Informieren Sie sich vor Reisen in unbekannte Gebiete über das dortige FSME Risiko und treffen Sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Auch wenn Sie nicht in einem Risikogebiet wohnen, sollten Sie sich impfen lassen, wenn Sie häufig im Grünen unterwegs sind.“
Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die steigende Zahl von FSME-Erkrankungen und die Ausweitung der Risikogebiete sind besorgniserregende Entwicklungen. Der Klimawandel und die veränderte Landnutzung werden voraussichtlich dazu führen, dass das FSME Risiko in Zukunft weiter zunimmt.

Es ist daher wichtig, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und die Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Auch die Forschung an neuen Impfstoffen und Therapien ist von großer Bedeutung, um die Behandlung von FSME-Erkrankungen zu verbessern.
Die Eigenverantwortung jedes Einzelnen spielt eine entscheidende Rolle bei der Prävention von FSME. Durch das Tragen von geeigneter Kleidung, die Verwendung von Zeckenabwehrmitteln und das gründliche Absuchen des Körpers nach Zeckenstichen können wir das FSME Risiko deutlich reduzieren. (Lesen Sie auch: Toter Pottwal an Israels Küste Gefunden –…)
Ursprünglich berichtet von: Stern
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis nach einem Zeckenstich FSME-Symptome auftreten?
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Zeckenstich und dem Auftreten erster Symptome, beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage. In manchen Fällen können die Symptome aber auch früher oder später auftreten.
Kann man FSME mit Antibiotika behandeln?
Nein, FSME ist eine Viruserkrankung und kann daher nicht mit Antibiotika behandelt werden. Die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung der Körperfunktionen.
Wie oft muss man sich gegen FSME impfen lassen?
Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Danach sind regelmäßige Auffrischimpfungen erforderlich, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. Die genauen Abstände der Auffrischimpfungen hängen vom verwendeten Impfstoff ab. (Lesen Sie auch: Toter Pottwal an Küste Gefunden – Rätsel…)
Gibt es eine Meldepflicht für FSME-Erkrankungen?
Ja, FSME-Erkrankungen sind in Deutschland meldepflichtig. Ärzte und Labore müssen jeden Verdachtsfall, jede Erkrankung und jeden Todesfall im Zusammenhang mit FSME dem Gesundheitsamt melden.
Sind Haustiere auch von FSME betroffen?
Ja, auch Hunde und Katzen können an FSME erkranken, allerdings seltener als Menschen. Für Hunde gibt es einen Impfstoff gegen FSME. Katzen sind weniger gefährdet, da sie seltener von Zecken befallen werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das FSME Risiko eine ernstzunehmende Gefahr darstellt, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Durch Impfung und geeignete Verhaltensmaßnahmen kann man sich jedoch wirksam schützen. Es ist wichtig, sich über die Risiken zu informieren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um die eigene Gesundheit zu schützen.




