Die Gasspeicher Füllstände in Deutschland haben am 16.02.2026 ein besorgniserregend niedriges Niveau erreicht. Mit Werten von teilweise unter 30 Prozent liegen die Reserven deutlich unter den Vorjahreswerten und sorgen für eine angespannte Debatte über die Versorgungssicherheit im restlichen Winter. Obwohl eine akute Gasmangellage laut Bundesnetzagentur derzeit nicht droht, wirft die Situation Fragen für die kommenden Monate und die Preisentwicklung auf. Deshalb ist es entscheidend, die aktuellen Daten und Hintergründe genau zu analysieren.
Aktuelle Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE) zeigen für Deutschland einen Füllstand von nur rund 24 bis 28 Prozent. Dieser historisch niedrige Wert für einen Februar ist das Ergebnis einer Rückkehr zu einer stärker marktorientierten Bewirtschaftung der Speicher, nachdem in den Vorjahren staatliche Eingriffe für maximale Füllstände gesorgt hatten. Folglich wird die Wiederbefüllung im Sommer 2026 eine erhebliche Herausforderung, die sich auf die Gaspreise auswirken könnte.
Das Wichtigste in Kürze
- Historischer Tiefstand: Die Gasspeicher Füllstände in Deutschland liegen im Februar 2026 bei nur ca. 24-28%, ein Rekordtief für diesen Monat.
- Gesetzliches Ziel knapp erreicht: Die gesetzliche Vorgabe eines Füllstands von 30% zum 1. Februar wurde zwar erreicht, jedoch sanken die Pegel seitdem weiter.
- Keine akute Mangellage: Trotz der niedrigen Füllstände wird die Versorgungssicherheit durch diversifizierte Importquellen wie LNG und Lieferungen aus Norwegen als stabil eingeschätzt.
- Österreich besser aufgestellt: Österreichs Speicher sind mit rund 41-45% deutlich besser gefüllt, auch wenn die Werte unter denen des Vorjahres liegen.
- Schweiz ist abhängig: Die Schweiz verfügt über keine eigenen großen Gasspeicher und ist daher von den Füllständen in den Nachbarländern, insbesondere Deutschland, abhängig.
- Preisausblick: Experten erwarten, dass die niedrigen Füllstände die Wiederbefüllung im Sommer verteuern, was zu steigenden Gaspreisen für Endverbraucher führen könnte.
- Physikalische Grenzen: Unter einem Füllstand von 20% sinkt nicht nur die verfügbare Gasmenge, sondern vor allem die Fähigkeit der Speicher, Gas schnell genug auszustoßen (Ausspeicherleistung).
Inhaltsverzeichnis
- Aktuelle Füllstände im DACH-Raum (Februar 2026)
- Warum sind die Gasspeicher Füllstände so niedrig?
- Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Gasspeicher?
- Die Rolle des größten deutschen Speichers in Rehden
- Auswirkungen niedriger Füllstände auf Preise und Sicherheit
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Angespannte Lage, aber keine Panik
Aktuelle Füllstände im DACH-Raum (Februar 2026)
Die Lage der Gasspeicher Füllstände stellt sich im deutschsprachigen Raum sehr unterschiedlich dar. Während Deutschland einen kritischen Punkt erreicht hat, ist die Situation in den Nachbarländern weniger angespannt. Die Daten der Bundesnetzagentur und europäischer Plattformen wie AGSI+ bilden hierfür die Grundlage.
In Deutschland ist die Situation besonders auffällig. Die Speicher sind nur noch zu etwa einem Viertel gefüllt. Das ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren, wo die Füllstände im Februar bei über 50% oder sogar 70% lagen. Diese Entwicklung sorgt für eine angespannte Beobachtung des Marktes, auch wenn die Gasversorgung durch alternative Quellen wie Flüssigerdgas (LNG) und Pipeline-Importe aus Norwegen und den Niederlanden diversifiziert wurde. Wie sich das Wetter entwickelt, spielt nun eine entscheidende Rolle für den weiteren Gasverbrauch, wie auch unser Artikel zum Rosenmontag Wetter zeigt.
Österreich steht deutlich besser da. Anfang Februar 2026 meldeten die Speicher einen Füllstand von rund 45 Prozent. Obwohl auch dieser Wert unter dem des Vorjahres (ca. 62%) liegt, wird die Lage von der Regulierungsbehörde E-Control als nicht besorgniserregend eingestuft. Ein Grund dafür ist die strategische Gasreserve, die Österreich nach der Energiekrise angelegt hat, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Die Schweiz nimmt eine Sonderrolle ein, da sie über keine eigenen nennenswerten Gasspeicherkapazitäten verfügt. Das Land ist vollständig auf Importe und die Nutzung von Speichern in den Nachbarländern, vor allem in Deutschland, Frankreich und Italien, angewiesen. Folglich sind die niedrigen Gasspeicher Füllstände in Deutschland für die Schweizer Versorgungssicherheit von direkter Relevanz.
Vergleich der Gasspeicher Füllstände: Februar 2024 vs. 2025 vs. 2026
Die folgende Tabelle verdeutlicht den dramatischen Rückgang der Speicherstände in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren, während Österreich eine stabilere, wenn auch sinkende Tendenz aufweist.
| Land | Füllstand Februar 2024 (ca.) | Füllstand Februar 2025 (ca.) | Füllstand Februar 2026 (ca.) |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 76 % | 58 % | 28 % |
| Österreich | – | 62 % | 45 % |
| EU-Durchschnitt | – | – | 35 % |
Warum sind die Gasspeicher Füllstände so niedrig?
Der Hauptgrund für die aktuell geringen Gasspeicher Füllstände in Deutschland ist ein Strategiewechsel. Im Gegensatz zu den Krisenjahren, in denen der Staat mit teuren Maßnahmen eine maximale Befüllung sicherstellte, überließ man dies im Sommer 2025 wieder stärker den Marktkräften. Private Speicherbetreiber hatten jedoch kaum wirtschaftliche Anreize, teures Gas für den Winter einzulagern, da die Preisdifferenz zwischen Sommer und Winter (Summer-Winter-Spread) zu gering war. Folglich startete Deutschland bereits mit einem vergleichsweise niedrigen Füllstand von rund 75% in die Heizperiode, anstatt der zuvor üblichen 90-95%.
Zusätzlich sorgte ein kälterer Winter im Vergleich zu den Vorjahren für einen erhöhten Gasverbrauch, was die Speicher schneller leerte. Die Kombination aus geringerer Ausgangsbasis und höherem Verbrauch führte schließlich zu den historisch niedrigen Werten im Februar 2026. Dieses Szenario verdeutlicht die hohe Abhängigkeit vom Wetter, eine Thematik, die auch bei Wetterchaos zum Faschingsfinale eine Rolle spielt.
Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Gasspeicher?
Um eine Gasmangellage zu verhindern, hat der deutsche Gesetzgeber Füllstandsvorgaben im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert. Diese wurden zuletzt angepasst und gelten bis April 2027. Die wichtigsten Stichtage und Ziele sind:
- 1. November: 80 Prozent (für die meisten Speicher)
- 1. Februar: 30 Prozent
Für einige Speicheranlagen, wie die bayerischen Porenspeicher, gelten abweichende, teils höhere Vorgaben, da sie für die regionale Versorgungssicherheit eine besondere Rolle spielen. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt primär bei den Marktteilnehmern. Erreichen diese die Ziele nicht, kann der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) eingreifen und selbst Gas zur Einspeicherung beschaffen.
Porenspeicher vs. Kavernenspeicher: Ein wichtiger Unterschied
Für die Versorgungssicherheit ist nicht nur die Gesamtmenge des gespeicherten Gases relevant, sondern auch die Art des Speichers. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen Poren- und Kavernenspeichern.
- Porenspeicher: Dies sind ausgeförderte Erdgas- oder Erdöllagerstätten in porösem Gestein. Sie haben eine riesige Kapazität, können das Gas aber nur langsam ein- und ausspeichern. Mit sinkendem Füllstand lässt der Druck nach, was die tägliche Entnahmemenge (Ausspeicherleistung) stark reduziert.
- Kavernenspeicher: Diese werden in Salzstöcken künstlich angelegt. Sie sind kleiner, aber dafür sehr flexibel und können Gas schnell zur Verfügung stellen, um kurzfristige Verbrauchsspitzen abzudecken. Sie agieren wie ein „Turbolader“ für das Gasnetz.
Die niedrigen Füllstände sind besonders bei Porenspeichern problematisch, da ihre Leistungsfähigkeit bei unter 20% Füllstand überproportional abnimmt. Das bedeutet: Obwohl noch Gas vorhanden ist, kann es bei Bedarf nicht schnell genug geliefert werden.
Die Rolle des größten deutschen Speichers in Rehden
Der Gasspeicher in Rehden (Niedersachsen) ist der größte Porenspeicher Deutschlands und einer der größten in Westeuropa. Mit einer Kapazität von rund 3,9 Milliarden Kubikmetern kann er allein etwa ein Fünftel der gesamten deutschen Speicherkapazität aufnehmen und spielt eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit.
In der Vergangenheit stand Rehden im Fokus, als der damalige Betreiber Gazprom den Speicher vor der Energiekrise 2022 kaum befüllte, was als strategischer Druckmittel interpretiert wurde. Mittlerweile steht der Speicher unter staatlicher Kontrolle durch die Securing Energy for Europe (SEFE). Auch Anfang 2026 wies der Speicher Rehden mit teilweise unter 10% einen extrem niedrigen Füllstand auf, was die Verletzlichkeit des Gesamtsystems unterstreicht.
Auswirkungen niedriger Füllstände auf Preise und Sicherheit
Obwohl die Bundesnetzagentur die Versorgungslage als stabil einstuft, haben die niedrigen Gasspeicher Füllstände konkrete Folgen. Die größte Herausforderung wird die Wiederbefüllung der Speicher im Sommer 2026 sein. Da eine deutlich größere Menge Gas als im Vorjahr eingekauft werden muss, steigt die Nachfrage auf dem Weltmarkt. Dies führt bereits jetzt zu höheren Preisen für Gaslieferungen im Sommer, was sich letztlich auch auf die Tarife für Endverbraucher auswirken wird.
Die Versorgungssicherheit ist zwar durch LNG-Terminals und eine diversifizierte Importstruktur grundsätzlich robuster als noch 2022. Allerdings sinkt mit leeren Speichern der Puffer für unvorhergesehene Ereignisse, wie etwa einen extremen Kälteeinbruch, technische Ausfälle an Pipelines oder geopolitische Spannungen, die LNG-Lieferungen beeinträchtigen könnten. Die Resilienz des Systems nimmt ab, je leerer die Speicher sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Fazit: Angespannte Lage, aber keine Panik
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Gasspeicher Füllstände in Deutschland im Februar 2026 zwar auf einem historisch niedrigen Niveau sind, eine unmittelbare Gasmangellage aber unwahrscheinlich ist. Die Diversifizierung der Importwege hat die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten reduziert. Dennoch markiert die Situation eine neue Phase der Anfälligkeit: Die Puffer sind kleiner geworden, und die Kosten für die Versorgungssicherheit werden voraussichtlich steigen. Die Wiederbefüllung der Speicher im Sommer wird zur zentralen Herausforderung und ein entscheidender Faktor für die Gaspreise im Winter 2026/2027. Für Verbraucher bleibt ein sparsamer Umgang mit Gas daher weiterhin das Gebot der Stunde.