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Gasspeicher Füllstand aktuell – Das müssen Sie wissen: Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland liegt Ende Januar 2026 bei nur noch rund 37 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit dem Krisenwinter 2021/22. Die Initiative Energien Speichern (INES) bezeichnet die Speicherbefüllung als „unzureichend“. Bei einem Extremwinter könnten die Reserven laut Experten bis Mitte Februar aufgebraucht sein.
Das Wichtigste in Kürze:
✓ Aktueller Gasspeicher Füllstand: 37,49 Prozent (Stand: 25.01.2026)
✓ Zum Jahresbeginn 2026: 57 Prozent – 23 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr
✓ Seit 1. Juli 2025 gilt die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas
✓ Gesetzliche Vorgabe zum 1. Februar: mindestens 30 Prozent
✓ Tägliche Entnahme: ca. 1.500 bis 2.000 GWh – Einspeisung nur 15-30 GWh
✓ EU-Vergleich: Deutschland mit 37% unter dem Durchschnitt von ca. 46 Prozent
Gasspeicher Füllstand – dieses Thema beherrscht am 27. Januar 2026 die Schlagzeilen: Die deutschen Erdgasspeicher haben einen historischen Tiefstand erreicht. Während der Extrem-Winter Deutschland fest im Griff hat, sinken die Reserven täglich um mehr als einen Prozentpunkt. Die Bundesnetzagentur betont zwar, dass die Versorgung gesichert sei. Doch Branchenverbände warnen vor strukturellen Risiken, falls die Kälte anhält.
Gasspeicher Füllstand aktuell: Die Zahlen im Überblick
Die Daten der europäischen Plattform AGSI (Aggregated Gas Storage Inventory) und der Bundesnetzagentur zeichnen ein klares Bild der aktuellen Lage beim Gasspeicher Füllstand:
| Kennzahl | Aktueller Wert | Vorjahr |
|---|---|---|
| Füllstand Deutschland | 37,49 % | ca. 60 % |
| Füllstand EU-Durchschnitt | 45,6 % | 56,5 % |
| Gespeicherte Menge | 94,1 TWh | ca. 150 TWh |
| Tägliche Entnahme | 1.500-2.000 GWh | ca. 1.200 GWh |
| Gesamtkapazität | 251 TWh | 251 TWh |
| Start Heizperiode (1.11.) | 75 % | 95 % |
Mit einer Gesamtkapazität von rund 251 Terawattstunden (TWh) verfügt Deutschland über die größten Gasspeicher in der EU. Diese Kapazität entspricht etwa 30 Prozent des jährlichen deutschen Gasverbrauchs. Aktuell sind davon nur noch gut 94 TWh verfügbar.
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Warum ist der Gasspeicher Füllstand so niedrig?
Mehrere Faktoren haben zum historisch niedrigen Gasspeicher Füllstand beigetragen:
1. Unzureichende Herbstbefüllung: Deutschland startete am 1. November 2025 mit nur 75 Prozent in die Heizperiode. Das sind 20 Prozentpunkte weniger als in den Vorjahren. Der Grund: Fehlende ökonomische Anreize für Händler, Gas einzuspeichern. Die erwarteten Winterpreise lagen nicht hoch genug über den Sommerpreisen.
2. Hoher Verbrauch in der Stromerzeugung: Im Sommer und Herbst 2025 wurde verstärkt Gas zur Stromerzeugung genutzt („Gas-to-Power“), weil die Windausbeute schwach ausfiel.
3. Extrem kalter Januar: Der Deutsche Wetterdienst meldete für weite Teile Deutschlands Temperaturen zwischen minus 10 und minus 20 Grad. Die Heiznachfrage stieg sprunghaft an.
4. Exporte an Nachbarländer: Besonders Österreich ist nach dem Ende der Ukraine-Pipeline auf deutsche Gaslieferungen angewiesen. Auch in die Schweiz und nach Tschechien fließen erhebliche Mengen.
Was sagt die INES zur Gasversorgung?
Die Initiative Energien Speichern e.V. (INES) vertritt über 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten. In ihrem Januar-Update vom 20. Januar 2026 warnt der Verband deutlich:
INES-Statement: „Der milde Winterverlauf hat die Lage kurzfristig entschärft, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherbefüllung vor dem Winter 2025/26 unzureichend war.“
INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann betont: Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reiche für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus. Er fordert eine Weiterentwicklung der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen.
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Droht eine Gasmangellage 2026?
Die INES hat drei Szenarien für den Winterverlauf modelliert. Entscheidend ist dabei die weitere Wetterentwicklung:
Szenario A – Milder Winter (Wetterjahr 2020): Die gesetzliche Vorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar wird sicher erreicht. Ende März verbleiben Restmengen von etwa 47 Prozent. Keine Versorgungsengpässe.
Szenario B – Normaler Winter (Wetterjahr 2016): Das 30-Prozent-Ziel wird knapp erreicht. Ende März liegen die Speicher bei 20 bis 25 Prozent. Keine physische Mangellage, aber das System arbeitet ohne Sicherheitspuffer.
Szenario C – Extremwinter (Wetterjahr 2010): Bei anhaltenden Temperaturen unter minus 5 Grad über mehrere Wochen könnten die Speicher bereits Mitte Februar auf ein kritisches Minimum fallen. In diesem Fall wäre die Gasnachfrage nicht mehr vollständig zu decken.
Wichtig: Eine „Gasmangellage“ im rechtlichen Sinne bedeutet nicht, dass kein Gas mehr fließt. Vielmehr würden sich Engpässe zunächst durch starke Preissteigerungen am Großhandelsmarkt zeigen. Privathaushalte sind besonders geschützt und würden weiter beliefert.
Was passiert bei Gasspeicher Füllstand unter 20 Prozent?
Gasspeicher funktionieren nicht linear. Sinkt der Füllstand unter etwa 50 Prozent, nimmt der Druck im Speicher ab. Die Folge: Die maximale Ausspeicherleistung pro Tag sinkt deutlich.
Besonders kritisch sind die sogenannten Porenspeicher, wie sie in Bayern betrieben werden. Sie verfügen zwar über große Volumina, weisen aber eine geringere Entnahmeleistung auf als Kavernenspeicher. Zudem ist ein erheblicher Teil des Gases als „Kissengas“ technisch nicht nutzbar.
Bei einem Füllstand unter 20 Prozent könnte die Summe aus Importen (LNG und Pipeline) und maximaler Speicherleistung den Tagesverbrauch nicht mehr vollständig decken. Das wäre die sogenannte „Unterdeckung“.
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Wie ist die aktuelle Versorgungslage?
Die Bundesnetzagentur gibt aktuell Entwarnung. In ihrer jüngsten Mitteilung heißt es: „Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.“
Deutschland verfügt über mehrere Importwege:
• Pipeline-Gas aus Norwegen: Größter Lieferant nach dem Wegfall russischer Importe
• LNG-Terminals: Mehrere schwimmende und feste Terminals in Betrieb (Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin)
• Importe über Niederlande und Belgien: Westliche Gasflüsse wurden ausgebaut
• Importe über Frankreich: Zusätzliche Importkapazitäten erschlossen
Allerdings zeigt sich: Die LNG-Importe liegen deutlich unter den Speicherentnahmen. Während täglich etwa 7,79 TWh aus den Speichern entnommen werden, erreichen die LNG-Importe weniger als die Hälfte dieses Wertes.
Gasspeicher Füllstand: EU-Vergleich
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland unter dem Durchschnitt. Einige Länder haben deutlich höhere Reserven:
| Land | Füllstand |
|---|---|
| Portugal | 93 % |
| Polen | 80 % |
| Italien | 62,6 % |
| Österreich | 51,5 % |
| EU-Durchschnitt | 45,6 % |
| Deutschland | 37,5 % |
| Frankreich | 36,4 % |
| Niederlande | 31,1 % |
Gaspreise: So wirkt sich der niedrige Füllstand aus
Die angespannte Speicherlage macht sich bereits am Markt bemerkbar. Der TTF-Gaspreis (niederländischer Handelspunkt) stieg am 23. Januar 2026 auf 39,37 Euro pro Megawattstunde – der höchste Stand seit Juni. Im Wochenvergleich ein Plus von über 6 Prozent.
Für Verbraucher bedeutet das:
• Neukunden: Durchschnittlich 7,8 bis 8 Cent pro Kilowattstunde
• Bestandskunden: Durchschnittlich 10,74 Cent pro Kilowattstunde
• Grundversorgung: Rund 13,6 Cent pro Kilowattstunde
Der Energieverband BDEW stellt in seiner Gaspreisanalyse für Januar 2026 fest: Trotz der angespannten Speicherlage sind die Verbraucherpreise aktuell auf dem niedrigsten Stand seit 2022.
Häufige Fragen zum Gasspeicher Füllstand
Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland aktuell?
Der aktuelle Gasspeicher Füllstand in Deutschland liegt bei 37,49 Prozent (Stand: 25. Januar 2026). Das entspricht einer Füllmenge von rund 94 Terawattstunden. Die Gesamtkapazität der deutschen Gasspeicher beträgt etwa 251 TWh. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Füllstand um etwa 23 Prozentpunkte niedriger.
Reicht das Gas für den Winter 2025/26?
Bei normalem oder mildem Winterverlauf ist die Gasversorgung gesichert. Die gesetzliche Mindestvorgabe von 30 Prozent zum 1. Februar kann voraussichtlich eingehalten werden. Bei einem Extremwinter mit anhaltend tiefen Temperaturen wie im Jahr 2010 könnte es jedoch eng werden. Die Bundesnetzagentur betont aktuell, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist.
Wer ist bei einer Gasmangellage zuerst betroffen?
Bei einer Gasmangellage sind Privathaushalte und Unternehmen, die lebenswichtige Produkte herstellen, besonders geschützt. Sie würden als Letzte von Einschränkungen betroffen sein. Zuerst müssten große Industriebetriebe ihren Gasverbrauch reduzieren. Eine vollständige Abschaltung von Haushalten ist nur im extremsten Notfall vorgesehen.
Wo kann ich den aktuellen Gasspeicher Füllstand prüfen?
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht täglich aktuelle Daten zur Gasversorgung auf ihrer Webseite. Zusätzlich bietet die europäische Plattform AGSI (Aggregated Gas Storage Inventory) eine Übersicht aller europäischen Gasspeicher. Der DVGW stellt ebenfalls eine Grafik mit Reichweitenprognose zur Verfügung.
Was bedeutet die Frühwarnstufe beim Gas?
Die Frühwarnstufe ist die erste Stufe des Notfallplans Gas. Sie wurde am 1. Juli 2025 von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ausgerufen. Die Stufe signalisiert, dass eine Verschlechterung der Gasversorgung eintreten kann. Sie dient der erhöhten Aufmerksamkeit und Vorbereitung. Es folgen gegebenenfalls die Alarmstufe und die Notfallstufe.
Warum sind die deutschen Gasspeicher so leer?
Mehrere Faktoren haben zum niedrigen Gasspeicher Füllstand beigetragen: Die Herbstbefüllung war mit nur 75 Prozent zum 1. November unzureichend. Der erhöhte Gasverbrauch zur Stromerzeugung im Sommer 2025 hat die Reserven zusätzlich belastet. Die aktuelle Kältewelle führt zu hohen Entnahmen. Zudem exportiert Deutschland Gas an Nachbarländer wie Österreich und die Schweiz.
Fazit: Gasspeicher Füllstand bleibt angespannt
Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland ist auf einem historischen Tiefstand angelangt. Mit rund 37 Prozent liegen die Reserven deutlich unter dem Vorjahr und unter dem EU-Durchschnitt. Die Initiative Energien Speichern warnt: Die Befüllung vor dem Winter war „unzureichend“. Bei einem anhaltenden Extremwinter könnten die Speicher bis Mitte Februar kritisch niedrig fallen.
Für Verbraucher besteht aktuell kein Grund zur Panik. Die Bundesnetzagentur bestätigt: Die Versorgung ist gesichert. Privathaushalte genießen besonderen Schutz. Dennoch bleibt ein sparsamer Gasverbrauch wichtig. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Winter mild genug ausfällt, um die Speicher ohne größere Engpässe durch die Heizperiode zu bringen.
Über den Autor: Dieser Artikel wurde von der Redaktion mindelmedia-news.de erstellt. Wir informieren aktuell und faktenbasiert über Themen rund um Energie, Wirtschaft und Verbraucherschutz.