Gastronomie Insolvenzen erreichen Höchststand: Mehr Pleiten als seit 2011
Gastronomie Insolvenzen in Deutschland haben ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Laut einer Analyse von Creditreform ist die Zahl der Pleiten in der Gastronomie im Jahr 2025 auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen. Mehr als 2.900 Betriebe mussten Insolvenz anmelden, was einem Anstieg von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Gastronomie ist damit deutlich stärker von Insolvenzen betroffen als die Gesamtwirtschaft.

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- Gastronomie Insolvenzen erreichen Höchststand: Mehr Pleiten als seit 2011
- Warum steigen die Gastronomie Insolvenzen so stark an?
- Was bedeutet das für Verbraucher und Arbeitnehmer?
- Wie ist die Situation im Vergleich zu früheren Krisen?
- Welche Rolle spielen staatliche Hilfen und Förderprogramme?
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Im Jahr 2025 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
- Mehr als 2.900 Betriebe waren im vergangenen Jahr von Insolvenz betroffen.
- Zwischen 2020 und 2025 wurden über 11.200 Insolvenzen in der Gastronomie gezählt.
- Fast 40 Prozent der Unternehmen weisen eine Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent auf.
| Unternehmen | Details |
|---|---|
| Insolvenzen 2025 | Über 2.900 Betriebe |
| Anstieg zum Vorjahr | Fast 30 Prozent |
| Insolvenzen 2020-2025 | Mehr als 11.200 |
Warum steigen die Gastronomie Insolvenzen so stark an?
Laut Stern, der über die Analyse von Creditreform berichtet, haben mehrere Faktoren zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Pandemie, die Energiekrise und die Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe konnten diese aufeinanderfolgenden Krisen nicht überleben. Staatliche Hilfen während der Pandemie konnten zwar zunächst Schließungen verhindern, aber die langfristigen Auswirkungen der Krisen belasten die Branche weiterhin.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, sieht auch in den gestiegenen Lohnkosten und dem veränderten Konsumverhalten der Bevölkerung Gründe für die Misere. Die Menschen sparen in vielen Bereichen, was sich auch auf Restaurant- und Barbesuche auswirkt. Stattdessen bestellen sie häufiger Essen nach Hause oder verzichten auf Extras wie Aperitifs, Desserts oder Wein.
Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Eine niedrige Eigenkapitalquote deutet auf eine hohe Verschuldung hin und macht Unternehmen anfälliger für wirtschaftliche Schwankungen. (Lesen Sie auch: Insolvenzen: So viele Gastronomie-Pleiten wie seit 2011)
Was bedeutet das für Verbraucher und Arbeitnehmer?
Die steigende Zahl der Gastronomie Insolvenzen führt zu einem Ausdünnen des Angebots, insbesondere in kleineren Städten und Dörfern. Verbraucher müssen mit weniger Auswahlmöglichkeiten rechnen, während Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren können. Die ohnehin schon angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt könnte sich dadurch weiter verschärfen.
Für die verbleibenden Betriebe bedeutet die Situation einen erhöhten Wettbewerbsdruck. Sie müssen sich stärker denn je um die Gunst der Kunden bemühen und innovative Konzepte entwickeln, um zu überleben. Eine Möglichkeit ist die Anpassung der Speisekarten und Angebote an das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung. Auch die Digitalisierung und die Nutzung von Online-Bestellsystemen können helfen, Kosten zu senken und neue Kunden zu gewinnen.
Wie ist die Situation im Vergleich zu früheren Krisen?
Die aktuelle Situation in der Gastronomie ist vergleichbar mit der Zeit nach der Finanzkrise 2008/2009. Auch damals kam es zu einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen in der Branche. Allerdings waren die Ursachen damals andere. Die Finanzkrise führte zu einer allgemeinen Verunsicherung und einem Rückgang der Konsumausgaben. Heute sind es vor allem die direkten Auswirkungen der Pandemie, die Energiekrise und die Inflation, die die Gastronomie belasten.
Ein Blick auf die historischen Daten zeigt, dass die Gastronomie immer wieder von Krisen betroffen war. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und nach der Terroranschläge vom 11. September 2001 gab es ebenfalls einen Rückgang der Restaurant- und Barbesuche. Die aktuelle Krise ist jedoch insofern besonders, als sie von mehreren Faktoren gleichzeitig ausgelöst wurde und die Branche bereits geschwächt hat. (Lesen Sie auch: Insolvenzen Deutschland: Anstieg – Wirtschaftslage Angespannt)
Das Handelsblatt berichtet regelmäßig über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und die Herausforderungen, vor denen die Gastronomie steht.
Welche Rolle spielen staatliche Hilfen und Förderprogramme?
Staatliche Hilfen und Förderprogramme können einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Gastronomie leisten. Während der Pandemie haben sie vielen Betrieben das Überleben gesichert. Auch in der aktuellen Situation gibt es verschiedene Programme, die Unternehmen bei der Bewältigung der Energiekrise und der Inflation unterstützen sollen. Allerdings reichen diese Hilfen oft nicht aus, um die gestiegenen Kosten vollständig aufzufangen.
Kritiker fordern eine stärkere Fokussierung auf langfristige Lösungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Gastronomie nachhaltig verbessern. Dazu gehören beispielsweise die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants und die Förderung von Investitionen in energieeffiziente Technologien. Auch die Bürokratie sollte abgebaut werden, um den Betrieben mehr Spielraum zu geben.
Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft beschlossen. Informationen dazu finden sich auf der Website des Bundesregierung.

Häufig gestellte Fragen
Welche konkreten Auswirkungen haben die Gastronomie Insolvenzen auf die Preise?
Die Gastronomie Insolvenzen können zu steigenden Preisen führen, da weniger Betriebe mehr Nachfrage bedienen müssen. Dies kann besonders in Regionen mit wenigen Alternativen spürbar sein, wo Restaurants und Bars ihre Preise erhöhen, um Verluste auszugleichen oder höhere Betriebskosten zu decken.
Wie können Gastronomiebetriebe sich vor einer Insolvenz schützen?
Gastronomiebetriebe können sich durch Kostenmanagement, innovative Angebote, Digitalisierung und Kundenbindungsprogramme schützen. Die Anpassung an veränderte Konsumgewohnheiten, die Nutzung von Fördermöglichkeiten und die Beratung durch Experten können ebenfalls helfen, eine Insolvenz abzuwenden.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Bekämpfung von Gastronomie Insolvenzen?
Die Digitalisierung kann eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Online-Bestellungen, effizientes Marketing und optimierte Betriebsabläufe ermöglicht. Digitale Lösungen helfen, Kosten zu senken, neue Kunden zu gewinnen und die Kundenbindung zu stärken, was zur finanziellen Stabilität beiträgt. (Lesen Sie auch: öpnv Streik Aktuell: Verdi legt Nahverkehr Lahm!)
Welche Branchen sind neben der Gastronomie besonders von Insolvenzen betroffen?
Neben der Gastronomie sind auch Branchen wie der Einzelhandel, das Baugewerbe und die Tourismusbranche besonders von Insolvenzen betroffen. Diese Sektoren leiden ebenfalls unter den Auswirkungen der Pandemie, der Energiekrise und der Inflation, was zu finanziellen Schwierigkeiten und Betriebsschließungen führt.











