Die Gelderziehung Kinder ist ein wichtiger Baustein für ihre finanzielle Zukunft. Eltern können dabei einiges richtig, aber auch falsch machen. Eine fundierte Gelderziehung vermittelt Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und legt den Grundstein für ein bewusstes Konsumverhalten. Es geht darum, den Wert des Geldes zu verstehen und zu lernen, wie man spart, ausgibt und plant.

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- Gelderziehung Kinder: Was Eltern oft falsch machen
- Ab wann mit der Gelderziehung beginnen?
- Wie viel Taschengeld ist angemessen?
- Was, wenn das ganze Taschengeld für Süßigkeiten draufgeht?
- Wie funktioniert Gelderziehung Kinder in verschiedenen Familienmodellen?
- Welche Rolle spielen digitale Medien bei der Gelderziehung?
- Häufig gestellte Fragen
Familien-Tipp
- Frühzeitig mit der Gelderziehung beginnen, auch wenn es nur kleine Beträge sind.
- Taschengeld altersgerecht anpassen und regelmäßig auszahlen.
- Gespräche über Geld führen und Vorbild sein.
- Kinder in finanzielle Entscheidungen einbeziehen (z.B. beim Einkauf).
Gelderziehung Kinder: Was Eltern oft falsch machen
Viele Eltern sind unsicher, wann und wie sie mit der Gelderziehung ihrer Kinder beginnen sollen. Oftmals fehlt es an klaren Richtlinien und altersgerechten Strategien, um den Nachwuchs an einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranzuführen. Einige der häufigsten Fehler sind:
- Zu spätes Beginnen: Viele Eltern warten zu lange, bis sie ihren Kindern Taschengeld geben oder über Geld sprechen.
- Inkonsequenz: Unregelmäßige Auszahlung oder willkürliche Kürzungen des Taschengelds verwirren Kinder und erschweren die Planung.
- Kontrollverlust: Wenn Kinder ihr gesamtes Taschengeld für ungesunde Süßigkeiten ausgeben, greifen Eltern oft ein, was kontraproduktiv ist.
- Fehlende Gespräche: Es werden zu wenige Gespräche über den Wert des Geldes, Sparen und Konsum geführt.
- Schlechtes Vorbild: Eltern, die selbst einen unüberlegten Umgang mit Geld pflegen, können ihren Kindern schwerlich einen verantwortungsvollen Umgang vermitteln.
Wie Stern berichtet, gibt es viele Stolpersteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Gelderziehung. Stern hat sich mit einer Expertin unterhalten, die offizielle Empfehlungen verfasst hat und wertvolle Einblicke in die Thematik gibt.
Nutzen Sie den Schulstart nach den Sommerferien, um die Taschengeldregeln zu überdenken und gegebenenfalls anzupassen. Ein guter Zeitpunkt, um neue Vereinbarungen zu treffen und gemeinsam Ziele zu setzen.
Ab wann mit der Gelderziehung beginnen?
Es gibt keinen allgemeingültigen Zeitpunkt, ab dem Kinder Taschengeld bekommen sollten. Experten empfehlen jedoch, bereits im Vorschulalter spielerisch mit dem Thema Geld in Berührung zu kommen. Das kann durch Rollenspiele im Kaufladen oder durch das Zählen von Münzen geschehen. Ab dem Schulalter ist es dann sinnvoll, regelmäßig Taschengeld auszuzahlen. Die Höhe des Taschengeldes sollte sich am Alter und den Bedürfnissen des Kindes orientieren.
Ein guter Richtwert für den Einstieg in die Gelderziehung ist das Alter von etwa sechs Jahren, also mit dem Schuleintritt. Zu diesem Zeitpunkt können Kinder in der Regel einfache Rechenaufgaben lösen und verstehen, dass Geld einen Wert hat. Das Taschengeld sollte anfangs nicht zu hoch sein, damit Kinder nicht überfordert sind und Erfolgserlebnisse beim Sparen haben können. (Lesen Sie auch: Schaeffler neue Geschäftsfelder: Plan zur Auto-Unabhängigkeit)
Wichtig ist, dass die Gelderziehung altersgerecht und spielerisch erfolgt. Kinder sollten nicht mit komplizierten Finanzkonzepten überfordert werden. Stattdessen sollte der Fokus auf praktischen Erfahrungen und dem Erwerb grundlegender Kompetenzen im Umgang mit Geld liegen.
Wie viel Taschengeld ist angemessen?
Die Höhe des Taschengeldes ist ein viel diskutiertes Thema. Es gibt keine pauschale Antwort, da die individuellen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Familie eine Rolle spielen. Allerdings gibt es Richtwerte, die als Orientierung dienen können. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) gibt regelmäßig aktualisierte Taschengeldempfehlungen heraus. Diese Empfehlungen berücksichtigen das Alter des Kindes und die Aufgaben, die es mit dem Taschengeld selbstständig erledigen soll.
Laut den aktuellen Empfehlungen des DJI (Stand: 2024) sind folgende Beträge angemessen:
- 6-7 Jahre: 2,00 bis 2,50 Euro pro Woche
- 8-9 Jahre: 3,00 bis 3,50 Euro pro Woche
- 10-11 Jahre: 4,00 bis 5,00 Euro pro Woche
- 12-13 Jahre: 15,00 bis 20,00 Euro pro Monat
- 14-15 Jahre: 20,00 bis 30,00 Euro pro Monat
- 16-17 Jahre: 30,00 bis 50,00 Euro pro Monat
Diese Beträge sind lediglich Richtwerte. Eltern sollten die individuellen Umstände berücksichtigen und das Taschengeld entsprechend anpassen. Es ist auch wichtig, regelmäßig mit den Kindern über ihre Ausgaben und Wünsche zu sprechen und das Taschengeld bei Bedarf anzupassen.
Beziehen Sie Ihre Kinder in die Festlegung der Taschengeldhöhe mit ein. Das fördert das Verantwortungsbewusstsein und die Akzeptanz der Regeln.
Was, wenn das ganze Taschengeld für Süßigkeiten draufgeht?
Ein häufiges Problem ist, dass Kinder ihr gesamtes Taschengeld für Süßigkeiten, kleine Spielsachen oder andere kurzlebige Konsumgüter ausgeben. Das ist zunächst einmal nicht schlimm, denn es gehört zur Lernerfahrung dazu. Wichtig ist, dass Eltern nicht sofort eingreifen und das Taschengeld kürzen oder verbieten. Stattdessen sollten sie das Gespräch suchen und gemeinsam mit dem Kind überlegen, wie es sein Geld sinnvoller einsetzen kann. (Lesen Sie auch: Nvidia Aktien: Aktie erlebt Höhenflug: Rekordumsatz treibt)
Eltern können ihren Kindern helfen, Prioritäten zu setzen und langfristige Ziele zu verfolgen. Das kann beispielsweise das Sparen für ein größeres Spielzeug oder ein gemeinsamer Ausflug sein. Es ist auch wichtig, den Kindern zu erklären, dass nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann und dass es sich lohnt, für etwas zu sparen.
Ein Beispiel aus dem Familienalltag: Die 8-jährige Lisa bekommt wöchentlich 3 Euro Taschengeld. Meistens gibt sie das Geld direkt für Süßigkeiten aus. Ihre Eltern haben ihr daraufhin vorgeschlagen, einen Teil des Geldes für ein neues Fahrrad zu sparen. Sie erstellten gemeinsam einen Sparplan und Lisa freute sich, als sie nach einigen Wochen ihr Ziel erreicht hatte und sich das Fahrrad kaufen konnte.
Wie funktioniert Gelderziehung Kinder in verschiedenen Familienmodellen?
Die Gelderziehung kann je nach Familienmodell unterschiedlich gestaltet werden. Alleinerziehende Eltern haben möglicherweise weniger finanzielle Mittel zur Verfügung und müssen daher besonders sparsam wirtschaften. Patchworkfamilien müssen darauf achten, dass alle Kinder gleich behandelt werden und dass es keine Ungleichheiten beim Taschengeld gibt. Auch bei Familien mit Migrationshintergrund können kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Familie zu berücksichtigen und die Gelderziehung entsprechend anzupassen.
In Familien mit geringem Einkommen ist es besonders wichtig, den Kindern den Wert des Geldes zu vermitteln und ihnen zu zeigen, wie man auch mit wenig Geld gut wirtschaften kann. Das kann beispielsweise durch das gemeinsame Kochen mit günstigen Zutaten oder durch das Reparieren von Gegenständen statt des sofortigen Neukaufs geschehen. Es ist auch wichtig, den Kindern zu erklären, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können und dass es wichtig ist, Prioritäten zu setzen.
Unabhängig vom Familienmodell ist es wichtig, dass Eltern ein gutes Vorbild sind und ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vorleben. Das bedeutet, dass sie selbst sparsam wirtschaften, ihre Ausgaben planen und regelmäßig sparen. Nur so können sie ihren Kindern die notwendigen Kompetenzen für eine erfolgreiche finanzielle Zukunft vermitteln.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet auf seiner Webseite weitere Informationen und Tipps zur Gelderziehung. (Lesen Sie auch: Nvidia Quartalszahlen: Rekordumsatz Schockt den Markt!)
Welche Rolle spielen digitale Medien bei der Gelderziehung?
Digitale Medien spielen heutzutage eine immer größere Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen. Das betrifft auch den Umgang mit Geld. Viele Kinder haben bereits in jungen Jahren ein eigenes Smartphone oder Tablet und nutzen es für Online-Spiele, soziale Netzwerke oder Online-Shopping. Es ist daher wichtig, dass Eltern ihre Kinder auch im Umgang mit digitalen Medien und Geld schulen.
Eltern sollten ihren Kindern erklären, wie Online-Banking funktioniert, welche Risiken beim Online-Shopping bestehen und wie man sich vor Betrug schützt. Es ist auch wichtig, den Kindern bewusst zu machen, dass virtuelle Güter in Online-Spielen oder sozialen Netzwerken oft sehr teuer sind und dass man nicht wahllos Geld dafür ausgeben sollte. Eine Möglichkeit ist, den Kindern eine eigene Prepaid-Kreditkarte zu geben, mit der sie online bezahlen können. So behalten Eltern die Kontrolle über die Ausgaben und die Kinder lernen, mit einem begrenzten Budget umzugehen.
Eine weitere Möglichkeit ist, Apps zur Gelderziehung zu nutzen. Diese Apps helfen Kindern, ihre Einnahmen und Ausgaben zu verwalten, Sparziele zu setzen und den Überblick über ihre Finanzen zu behalten. Es gibt eine Vielzahl von Apps für verschiedene Altersgruppen und Bedürfnisse. Eltern sollten sich vorab informieren und eine App auswählen, die für ihr Kind geeignet ist. Eine empfehlenswerte App ist beispielsweise „MoneyPlan“, die spielerisch den Umgang mit Geld vermittelt.
Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Alter sollten Kinder Taschengeld bekommen?
Experten empfehlen, mit etwa sechs Jahren, also mit dem Schuleintritt, mit der Taschengeldzahlung zu beginnen. Zu diesem Zeitpunkt können Kinder in der Regel einfache Rechenaufgaben lösen und verstehen, dass Geld einen Wert hat. (Lesen Sie auch: Aktie Nvidia: erlebt Höhenflug nach Rekordzahlen –…)
Wie viel Taschengeld ist für ein 10-jähriges Kind angemessen?
Laut den Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) sind für 10- bis 11-Jährige etwa 4,00 bis 5,00 Euro pro Woche angemessen. Dies dient jedoch nur als Richtwert und sollte an die individuellen Umstände angepasst werden.
Was tun, wenn mein Kind sein Taschengeld sofort ausgibt?
Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind und überlegen Sie gemeinsam, wie es sein Geld sinnvoller einsetzen kann. Helfen Sie ihm, Prioritäten zu setzen und langfristige Ziele zu verfolgen, wie das Sparen für ein größeres Spielzeug.
Welche Rolle spielen digitale Medien bei der Gelderziehung?
Digitale Medien spielen eine immer größere Rolle. Eltern sollten ihren Kindern erklären, wie Online-Banking funktioniert, welche Risiken beim Online-Shopping bestehen und wie man sich vor Betrug schützt.
Wie kann ich als Elternteil ein gutes Vorbild sein?
Eltern sollten selbst sparsam wirtschaften, ihre Ausgaben planen und regelmäßig sparen. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie Sie bewusste finanzielle Entscheidungen treffen und erklären Sie Ihre Beweggründe.
Die Gelderziehung von Kindern ist ein fortlaufender Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Es ist wichtig, dass Eltern ihren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld vorleben und sie bei ihren finanziellen Entscheidungen unterstützen. So legen sie den Grundstein für eine erfolgreiche und selbstbestimmte finanzielle Zukunft ihrer Kinder. Ein konkreter Tipp zum Abschluss: Führen Sie ein regelmäßiges „Finanzgespräch“ mit Ihren Kindern, in dem Sie gemeinsam über Einnahmen, Ausgaben und Sparziele sprechen. Dies fördert das Verständnis und das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Geld.
