Die erschütternden Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bundesregierung offenbaren ein alarmierendes Ausmaß an Gewalt gegen Kinder in Deutschland. Demnach hat mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland in seiner Kindheit oder Jugend körperliche Gewalt erfahren. Eine Realität, die viele Betroffene aus Angst, Scham oder Loyalität gegenüber dem Partner verschweigen.

| Steckbrief: Bundesregierung Studie | |
|---|---|
| Vollständiger Name | Bundesregierung Studie zu Gewalt gegen Kinder |
| Geburtsdatum | Juli 2023 – Januar 2025 (Erhebungszeitraum) |
| Geburtsort | Deutschland |
| Alter | Nicht zutreffend |
| Beruf | Studie |
| Bekannt durch | Aufdeckung von Gewalt gegen Kinder |
| Aktuelle Projekte | Auswertung und Veröffentlichung der Studienergebnisse (2025/2026) |
| Wohnort | Nicht zutreffend |
| Partner/Beziehung | Nicht zutreffend |
| Kinder | Nicht zutreffend |
| Social Media | Nicht zutreffend |
Das erschreckende Ausmaß von Gewalt gegen Kinder in Deutschland
Die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie, die zwischen Juli 2023 und Januar 2025 bundesweit 15.479 Menschen im Alter von 16 bis 85 Jahren befragte, zeigt, dass 49,3 Prozent der Frauen als Minderjährige mindestens einmal geschlagen oder körperlich verletzt wurden. Bei den Männern liegt der Anteil sogar noch höher, bei 51,7 Prozent. Diese Zahlen sind alarmierend und verdeutlichen, dass körperliche Gewalt in der Kindheit in Deutschland weit verbreitet ist, wie Stern berichtet.
Kurzprofil
- Fast die Hälfte der Frauen in Deutschland hat als Kind körperliche Gewalt erfahren.
- Mehr als die Hälfte der Männer in Deutschland hat als Kind körperliche Gewalt erfahren.
- Sexuelle Übergriffe betreffen deutlich mehr Frauen als Männer.
- Nur ein geringer Prozentsatz der sexuellen Übergriffe wird angezeigt.
Sexuelle Übergriffe: Ein Dunkelfeld der Kriminalität
Neben körperlicher Gewalt deckt die Studie auch das Ausmaß sexueller Übergriffe auf. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: Fünf Prozent der Frauen gaben an, in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Übergriffe erlebt zu haben, während der Anteil bei den Männern bei 1,9 Prozent liegt. Diese Zahlen sind besonders besorgniserregend, da sexuelle Übergriffe oft mit Scham und Stigmatisierung verbunden sind, was die Hemmschwelle für eine Anzeige erhöht.
Die Studie ist eine sogenannte Dunkelfeldstudie, die versucht, das tatsächliche Ausmaß von Kriminalität aufzudecken, da viele Taten aus Scham, Misstrauen oder Angst nicht angezeigt werden. Solche Studien sind wichtig, um ein realistisches Bild der Kriminalität zu erhalten und gezielte Maßnahmen zur Prävention und Unterstützung von Opfern zu entwickeln. (Lesen Sie auch: Dunkelfeldstudie Gewalt: Wie Sicher Fühlen Wir Uns…)
Dunkelfeldstudien ergänzen die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die nur die der Polizei bekannt gewordenen Delikte erfasst. Sie helfen, das tatsächliche Ausmaß von Kriminalität zu erfassen und Ursachenforschung zu betreiben.
Warum werden sexuelle Übergriffe so selten angezeigt?
Ein besonders alarmierendes Ergebnis der Studie ist die niedrige Anzeigequote bei sexuellen Übergriffen. Nur drei Prozent der weiblichen Opfer bringen diese Taten zur Anzeige. Bei männlichen Opfern liegt die Anzeigequote laut Studie bei 14,5 Prozent, wobei die Forscher darauf hinweisen, dass diese Zahl aufgrund der geringen Fallzahl mit Messungenauigkeiten verbunden sein könnte. Die Gründe für die niedrige Anzeigequote sind vielfältig. Viele Opfer schämen sich, haben Angst vor den Tätern oder befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Zudem spielen oft auch Loyalitätskonflikte eine Rolle, insbesondere wenn der Täter ein Familienmitglied oder eine nahestehende Person ist.
Es ist wichtig zu betonen, dass Schläge in der Kindheit in Deutschland ausdrücklich verboten sind. Im entsprechenden Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches heißt es wörtlich: „Das Kind hat ein Recht auf Pflege und Erziehung unter Ausschluss von Gewalt, körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen.“ Trotz dieses klaren Verbots ist die Realität in vielen Familien leider eine andere.
Wenn Sie selbst von Gewalt betroffen sind oder jemanden kennen, der Hilfe benötigt, gibt es zahlreiche Anlaufstellen. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der Nummer 08000 116 016 erreichbar. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer: 116 111. (Lesen Sie auch: Gewalt im Zug: Zugbegleiter tot: „Der Verlust…)
Welche Konsequenzen hat Gewalt in der Kindheit?
Die Folgen von Gewalt in der Kindheit können gravierend sein und sich ein Leben lang auswirken. Betroffene leiden oft unter psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Essstörungen. Auch körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem können die Folge sein. Darüber hinaus haben Betroffene oft Schwierigkeiten, stabile Beziehungen aufzubauen und ein erfülltes Leben zu führen. Die erlittenen Traumata können sich in Form von Bindungsängsten, Misstrauen und einem geringen Selbstwertgefühl äußern. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um die erlittenen Traumata zu verarbeiten und ein neues Lebensgefühl zu entwickeln. Angebote wie Traumatherapien, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen können wertvolle Unterstützung leisten. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet beispielsweise eine erste Anlaufstelle und vermittelt an spezialisierte Beratungsstellen weiter.
Vorname Nachname privat: Was ist aktuell über [sie/ihn] bekannt?
Die Studie selbst ist ein nüchterner Bericht, der wenig Raum für persönliche Geschichten lässt. Doch hinter den Zahlen verbergen sich unzählige individuelle Schicksale. Es ist wichtig, diesen Opfern eine Stimme zu geben und ihr Leid sichtbar zu machen. Nur so kann das Bewusstsein für das Problem der Gewalt gegen Kinder geschärft und ein gesellschaftlicher Wandel angestoßen werden.
Es ist wichtig zu betonen, dass Gewalt gegen Kinder kein Tabuthema sein darf. Offene Gespräche in Familien, Schulen und in der Öffentlichkeit sind notwendig, um das Schweigen zu brechen und Betroffenen Mut zu machen, sich Hilfe zu suchen. Auch die Politik ist gefordert, präventive Maßnahmen zu stärken und den Schutz von Kindern zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise die Förderung von Elternbildungsprogrammen, die Stärkung von Beratungsstellen und die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Gewalt gegen Kinder.
Die Studie der Bundesregierung ist ein wichtiger Schritt, um das Ausmaß von Gewalt gegen Kinder in Deutschland zu beleuchten. Es liegt nun an uns allen, die Ergebnisse ernst zu nehmen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass Kinder in einer sicheren und gewaltfreien Umgebung aufwachsen können. Dies erfordert ein Umdenken in der Gesellschaft und ein konsequentes Handeln von Politik, Institutionen und jedem einzelnen von uns. (Lesen Sie auch: Block Kinder Entführung: Spionage vor der Tat…)
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Menschen in Deutschland haben als Kind körperliche Gewalt erlebt?
Laut einer aktuellen Studie der Bundesregierung hat mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland in seiner Kindheit oder Jugend körperliche Gewalt erfahren. Der Anteil liegt bei Frauen bei 49,3 Prozent und bei Männern bei 51,7 Prozent.
Wie hoch ist der Anteil der Frauen, die in ihrer Kindheit sexuelle Übergriffe erlebt haben?
Die Studie zeigt, dass fünf Prozent der Frauen in Deutschland angegeben haben, in ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Übergriffe erlebt zu haben. Dies ist ein deutlich höherer Anteil als bei Männern (1,9 Prozent). (Lesen Sie auch: Block Kinder Entführung: Spionage für Rückführung Geplant?)
Warum werden sexuelle Übergriffe so selten angezeigt?
Die Gründe für die niedrige Anzeigequote sind vielfältig. Viele Opfer schämen sich, haben Angst vor den Tätern oder befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Auch Loyalitätskonflikte können eine Rolle spielen, insbesondere wenn der Täter ein Familienmitglied ist.
Welche Folgen kann Gewalt in der Kindheit haben?
Die Folgen von Gewalt in der Kindheit können gravierend sein und sich ein Leben lang auswirken. Betroffene leiden oft unter psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen.
Wo können Betroffene Hilfe finden?
Es gibt zahlreiche Anlaufstellen für Betroffene von Gewalt. Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der Nummer 08000 116 016 erreichbar. Für Kinder und Jugendliche gibt es die Nummer gegen Kummer: 116 111. Außerdem bieten viele Beratungsstellen und Therapeuten professionelle Hilfe an.
Die Ergebnisse der Studie sind ein Weckruf für die Gesellschaft. Nur durch Aufklärung, Prävention und konsequentes Handeln kann es gelingen, das Problem der Gewalt gegen Kinder zu bekämpfen und eine sichere Zukunft für alle Kinder zu schaffen. Es ist an der Zeit, das Schweigen zu brechen und den Betroffenen eine Stimme zu geben. Die Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, um das Wohl der jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu gewährleisten. Die Studie der Bundesregierung liefert hierfür eine wichtige Grundlage und zeigt Handlungsbedarf auf verschiedenen Ebenen auf. Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) setzt sich beispielsweise für die Stärkung der Rechte von Kindern ein und fordert eine konsequente Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.

