Gewessler: "Wir Europäer tun so, als wären wir ein kleines Mauserl in irgendeinem Eck"
Während in Deutschland hitzige Debatten innerhalb der Grünen über die Ausrichtung und die Positionierung zum Mercosur-Abkommen toben, stellt sich die Frage: Wie sieht die Situation in Österreich aus? Gibt es ähnliche Flügelkämpfe oder eine geeinte Linie? Umweltministerin Leonore Gewessler nimmt Stellung und plädiert für eine selbstbewusstere Rolle Europas in globalen Fragen. Sie kritisiert eine Haltung, die Europa kleiner macht, als es ist, und fordert ein stärkeres Engagement für Klimaschutz und fairen Handel.

+
- Die Position der Grünen zum Mercosur-Abkommen
- "Wir Europäer tun so, als wären wir ein kleines Mauserl"
- Die Bedeutung des Klimaschutzes in der Handelspolitik
- Faire Handelsbedingungen und soziale Standards
- Die Zukunft der europäischen Handelspolitik
- Weiterführende Informationen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Leonore Gewessler sieht keine Flügelkämpfe innerhalb der österreichischen Grünen bezüglich des Mercosur-Abkommens.
- Gewessler kritisiert die selbstunterwerfende Haltung Europas in globalen Angelegenheiten.
- Sie fordert eine aktivere Rolle Europas im Klimaschutz und für fairen Handel.
- Die Diskussion um das Mercosur-Abkommen zeigt unterschiedliche Auffassungen über Handelspolitik und Nachhaltigkeit.
Die Position der Grünen zum Mercosur-Abkommen
Das Mercosur-Abkommen, ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay), ist seit Jahren ein Zankapfel. Befürworter versprechen sich davon wirtschaftliche Vorteile, während Kritiker massive Auswirkungen auf Umweltstandards, Menschenrechte und die Landwirtschaft befürchten. Die deutschen Grünen sind in dieser Frage gespalten, was zu intensiven internen Auseinandersetzungen führt. In Österreich hingegen scheint die Linie klarer zu sein. Laut Leonore Gewessler gibt es keine vergleichbaren Flügelkämpfe innerhalb der Partei. Die österreichischen Grünen positionieren sich grundsätzlich kritisch gegenüber dem Abkommen, insbesondere aufgrund der Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes und der sozialen Standards in den Mercosur-Staaten.
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes, die durch die Ausweitung der Agrarflächen für den Export von Soja und Rindfleisch in die EU befeuert würde. Die österreichischen Grünen fordern daher, dass das Abkommen nur in Kraft treten darf, wenn verbindliche Zusagen zum Schutz des Regenwaldes und zur Einhaltung von Umweltstandards gemacht werden. Gewessler Quot unterstreicht die Notwendigkeit, dass Europa seine Verantwortung wahrnimmt und nicht durch Handelsabkommen Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit fördert.
Das Mercosur-Abkommen ist nicht das einzige umstrittene Handelsabkommen. Auch CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen der EU und Kanada war Gegenstand heftiger Debatten. (Lesen Sie auch: Gewessler: ")
"Wir Europäer tun so, als wären wir ein kleines Mauserl"
Ein Kernpunkt der Kritik von Leonore Gewessler ist die aus ihrer Sicht zu bescheidene Haltung Europas in der Welt. „Wir Europäer tun so, als wären wir ein kleines Mauserl in irgendeinem Eck“, sagte sie. Damit meint sie, dass Europa seine Stärken und sein Potenzial unterschätzt und sich zu oft von anderen Akteuren dominieren lässt. Gewessler Quot plädiert für ein selbstbewussteres Auftreten Europas, insbesondere in Fragen des Klimaschutzes und des fairen Handels. Sie ist davon überzeugt, dass Europa eine Vorreiterrolle einnehmen und seine Werte und Standards aktiv in die Welt tragen muss.
Diese Haltung spiegelt sich auch in ihrer Kritik am Mercosur-Abkommen wider. Gewessler Quot argumentiert, dass Europa nicht blindlings wirtschaftliche Vorteile verfolgen darf, sondern seine Verantwortung für den Schutz der Umwelt und die Einhaltung von Menschenrechten wahrnehmen muss. Sie fordert, dass Handelsabkommen an klare Bedingungen geknüpft werden, die sicherstellen, dass diese Werte nicht untergraben werden. Gewessler Quot betont, dass Europa eine starke Stimme hat und diese auch nutzen sollte, um positive Veränderungen in der Welt zu bewirken.
Die Bedeutung des Klimaschutzes in der Handelspolitik
Für Leonore Gewessler ist der Klimaschutz ein zentrales Anliegen, das auch in der Handelspolitik berücksichtigt werden muss. Sie kritisiert, dass viele Handelsabkommen noch immer keine ausreichenden Klimaschutzbestimmungen enthalten und somit indirekt die Umweltzerstörung fördern. Gewessler Quot fordert, dass zukünftige Handelsabkommen an ambitionierte Klimaziele geknüpft werden und dass Sanktionen verhängt werden, wenn diese Ziele nicht eingehalten werden. Sie plädiert für eine Handelspolitik, die im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens steht und einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leistet.
Gewessler Quot betont, dass der Klimaschutz nicht nur eine Frage der Moral ist, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit. Die Folgen des Klimawandels, wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme, verursachen bereits jetzt immense Schäden und werden die Wirtschaft in Zukunft noch stärker belasten. Eine ambitionierte Klimapolitik ist daher nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität und die Wettbewerbsfähigkeit Europas. (Lesen Sie auch: Caritas-Präsidentin befürchtet mehr soziale "Kipppunkte" bei mehr…)
Faire Handelsbedingungen und soziale Standards
Neben dem Klimaschutz spielen auch faire Handelsbedingungen und soziale Standards eine wichtige Rolle in der Politik von Leonore Gewessler. Sie kritisiert, dass viele Handelsabkommen zu einem Wettlauf nach unten führen, bei dem Unternehmen versuchen, Kosten zu sparen, indem sie Löhne drücken, Arbeitsbedingungen verschlechtern und Umweltstandards unterlaufen. Gewessler Quot fordert, dass Handelsabkommen an die Einhaltung von grundlegenden Arbeitsrechten und sozialen Standards geknüpft werden, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte und die Würde der Arbeitnehmer respektiert werden. Sie plädiert für eine Handelspolitik, die nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Arbeitnehmern und der Gesellschaft insgesamt zugutekommt.
Gewessler Quot ist überzeugt, dass eine faire Handelspolitik langfristig auch wirtschaftlich erfolgreicher ist. Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen und soziale Standards setzen, sind oft innovativer und produktiver und haben ein besseres Image. Eine faire Handelspolitik trägt somit nicht nur zur sozialen Gerechtigkeit bei, sondern auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Die Zukunft der europäischen Handelspolitik
Die Diskussion um das Mercosur-Abkommen und die Kritik von Leonore Gewessler zeigen, dass die europäische Handelspolitik vor großen Herausforderungen steht. Es gilt, die wirtschaftlichen Interessen Europas mit den Zielen des Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Gewessler Quot plädiert für eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik, die auf Nachhaltigkeit, Fairness und Solidarität basiert. Sie ist überzeugt, dass Europa eine Vorreiterrolle einnehmen und zeigen kann, dass eine Handelspolitik möglich ist, die nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Menschen und der Umwelt zugutekommt. Gewessler Quot sieht die Notwendigkeit, dass Europa seine Stärken nutzt und selbstbewusst für seine Werte und Interessen eintritt.

Die Frage ist, ob Europa bereit ist, diesen Weg zu gehen. Die Antwort wird nicht nur über die Zukunft der europäischen Handelspolitik entscheiden, sondern auch über die Rolle Europas in der Welt. Gewessler Quot mahnt, dass Europa nicht länger zögern darf, sondern mutige Entscheidungen treffen muss, um seine Zukunft zu gestalten. (Lesen Sie auch: Warum eine Volksbefragung für Stocker angenehmer ist…)
| Aspekt | Details | Bewertung |
|---|---|---|
| Klimaschutz im Mercosur-Abkommen | Derzeit unzureichende Bestimmungen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. | ⭐⭐ |
| Soziale Standards im Mercosur-Abkommen | Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Arbeitsrechten und sozialen Standards in den Mercosur-Staaten. | ⭐⭐⭐ |
| Wirtschaftliche Vorteile des Mercosur-Abkommens | Potenzielle Vorteile für europäische Unternehmen durch den Abbau von Handelshemmnissen. | ⭐⭐⭐⭐ |
| Europäische Handelspolitik allgemein | Notwendigkeit einer Neuausrichtung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Fairness. | ⭐⭐⭐ |
Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Mercosur-Abkommen?
Das Mercosur-Abkommen ist ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay). Es soll den Handel zwischen den beiden Regionen erleichtern. (Lesen Sie auch: Toter Häftling in Hirtenberg: Sporrer setzt Expertenkommission…)
Warum ist das Mercosur-Abkommen umstritten?
Das Abkommen ist umstritten, weil Kritiker befürchten, dass es zu Umweltzerstörung, insbesondere im Amazonas-Regenwald, und zu einer Verschlechterung der sozialen Standards in den Mercosur-Staaten führen könnte.
Welche Position vertreten die österreichischen Grünen zum Mercosur-Abkommen?
Die österreichischen Grünen positionieren sich grundsätzlich kritisch gegenüber dem Abkommen, insbesondere aufgrund der Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes und der sozialen Standards.
Was fordert Leonore Gewessler in Bezug auf die europäische Handelspolitik?
Leonore Gewessler fordert eine Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik, die auf Nachhaltigkeit, Fairness und Solidarität basiert. Sie plädiert für Handelsabkommen, die an ambitionierte Klimaziele und die Einhaltung von grundlegenden Arbeitsrechten geknüpft sind.
Was meint Leonore Gewessler mit der Aussage "Wir Europäer tun so, als wären wir ein kleines Mauserl in irgendeinem Eck"?
Mit dieser Aussage kritisiert Leonore Gewessler die aus ihrer Sicht zu bescheidene Haltung Europas in der Welt. Sie meint, dass Europa seine Stärken und sein Potenzial unterschätzt und sich zu oft von anderen Akteuren dominieren lässt. (Lesen Sie auch: Polizei mit über 1400 Neuaufnahmen in diesem…)
Fazit
Die Aussagen von Leonore Gewessler werfen ein Schlaglicht auf die komplexen Herausforderungen der europäischen Handelspolitik. Die Debatte um das Mercosur-Abkommen verdeutlicht die Notwendigkeit, wirtschaftliche Interessen mit ökologischen und sozialen Belangen in Einklang zu bringen. Gewesslers Kritik an der vermeintlichen Selbstunterschätzung Europas ist ein Appell für mehr Selbstbewusstsein und eine aktivere Rolle in der Gestaltung einer nachhaltigen und gerechten Weltordnung. Ob die Europäische Union bereit ist, diesen Weg einzuschlagen, bleibt abzuwarten. Die Diskussion ist jedoch eröffnet, und die Stimme von Leonore Gewessler trägt dazu bei, die Debatte in eine zukunftsweisende Richtung zu lenken. Gewessler Quot ist ein Aufruf zu mehr Verantwortung und Engagement für eine bessere Zukunft.
