Ein Hackerangriff Unternehmen lahmlegen kann: Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zeigt, dass im vergangenen Jahr viele Firmen in Deutschland von Cyberattacken betroffen waren. Besonders gefährdet sind größere Unternehmen in der Informationswirtschaft und der Industrie, wo bis zu ein Fünftel der Betriebe Schäden durch solche Angriffe erlitten.

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- Cyberangriffe legen Geschäftsabläufe lahm: Ergebnisse der ZEW-Studie
- Wie häufig kommt es zu Betriebsunterbrechungen durch Cyberattacken?
- Informationswirtschaft besonders betroffen
- Industrieunternehmen ebenfalls im Visier von Hackern
- Größere Unternehmen tragen höheres Risiko
- Der Fall Deutsche Bahn als Warnsignal
- Auswirkungen von Cyberangriffen auf Unternehmen
- Präventive Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen
- Fazit
Cyberangriffe legen Geschäftsabläufe lahm: Ergebnisse der ZEW-Studie
Eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zeigt, dass Cyberangriffe bei vielen Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr zu erheblichen Schäden geführt haben. Besonders betroffen sind größere Firmen in der Informationswirtschaft und der Industrie. Die Studie beleuchtet die Häufigkeit und die Folgen dieser Angriffe.
Chronologie der Ereignisse
- Februar 2024: Cyberangriff auf die Deutsche Bahn legt Buchungs- und Auskunftssysteme lahm.
- Dezember 2024/Januar 2025: ZEW befragt rund 1.100 Unternehmen zu Schäden durch Cyberangriffe.
- 2025: Jedes siebte Unternehmen in der Informationswirtschaft und jede achte Firma in der Industrie erleidet Schäden durch Cyberangriffe.
- 2025: Ein Fünftel der größeren Unternehmen in der Informationswirtschaft und 17 Prozent in der Industrie melden Schäden durch Cyberangriffe.
Wie häufig kommt es zu Betriebsunterbrechungen durch Cyberattacken?
Die ZEW-Befragung ergab, dass Betriebsunterbrechungen die häufigste Folge von Cyberangriffen sind. In der Informationswirtschaft waren 9 Prozent der Unternehmen betroffen, in der Industrie 7 Prozent. Finanzielle Verluste, Lösegeldforderungen und der Abfluss sensibler Daten wurden ebenfalls gemeldet, jedoch in geringerem Umfang. (Lesen Sie auch: Rosneft Deutschland Treuhand verlängert: Was Bedeutet das)
Informationswirtschaft besonders betroffen
Laut der Stern-Meldung, auf der dieser Artikel basiert, hat in der Informationswirtschaft, zu der unter anderem IT- und Mediendienstleister gehören, etwa jedes siebte Unternehmen angegeben, im Jahr 2025 Schäden durch Cyberangriffe erlitten zu haben. Dieser Sektor scheint somit besonders anfällig für solche Attacken zu sein. Die hohe Vernetzung und die Verarbeitung sensibler Daten machen diese Unternehmen zu attraktiven Zielen für Cyberkriminelle.
Industrieunternehmen ebenfalls im Visier von Hackern
Auch Industrieunternehmen sind zunehmend von Cyberangriffen betroffen. Etwa jede achte Firma in der Industrie gab an, im Jahr 2025 Schäden durch solche Angriffe erlitten zu haben. Dies zeigt, dass auch Produktionsbetriebe und andere Industriezweige verstärkt in den Fokus von Hackern geraten. Die zunehmende Digitalisierung der Produktionsprozesse und die Vernetzung von Maschinen und Anlagen erhöhen die Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Größere Unternehmen tragen höheres Risiko
Die ZEW-Studie zeigt, dass größere Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten häufiger von Cyberangriffen betroffen sind. In der Informationswirtschaft meldete ein Fünftel dieser Unternehmen Schäden, in der Industrie 17 Prozent. Dies könnte daran liegen, dass größere Unternehmen komplexere IT-Systeme haben und somit mehr potenzielle Schwachstellen aufweisen. Zudem sind sie aufgrund ihrer Größe und Bedeutung oft lukrativere Ziele für Hacker. (Lesen Sie auch: Rentenunterschied Ost West: Warum Renten im Osten…)
Cyberangriffe umfassen verschiedene Formen von Attacken, darunter das Einschleusen von Schadsoftware, Phishing-Angriffe, DDoS-Attacken und das Ausnutzen von Sicherheitslücken in IT-Systemen.
Der Fall Deutsche Bahn als Warnsignal
Der im Februar 2024 erfolgte Cyberangriff auf die Deutsche Bahn (DB) verdeutlicht die potenziellen Auswirkungen solcher Attacken. Betroffen waren sowohl die Buchungsapp DB-Navigator als auch die Internetseite bahn.de, was zu erheblichen Beeinträchtigungen für Reisende führte. Dieser Vorfall zeigt, wie anfällig auch große und etablierte Unternehmen für Cyberbedrohungen sein können. Der Studienleiter Daniel Erdsiek betonte, dass dieser Angriff verdeutlicht, welchen Cyberbedrohungen Unternehmen täglich ausgesetzt sind.
Auswirkungen von Cyberangriffen auf Unternehmen
Die Folgen eines Hackerangriff Unternehmen können vielfältig sein. Neben Betriebsunterbrechungen, die den Geschäftsablauf erheblich beeinträchtigen können, drohen finanzielle Verluste durch Produktionsausfälle, Reparaturkosten und Imageschäden. Auch Lösegeldforderungen und der Abfluss sensibler Daten stellen erhebliche Risiken dar. Der Verlust von Kundendaten oder Geschäftsgeheimnissen kann das Vertrauen der Kunden und Geschäftspartner nachhaltig schädigen und zu rechtlichen Konsequenzen führen. (Lesen Sie auch: KI Arbeitsplatzverluste: Droht Jobabbau durch KI-Boom?)

Präventive Maßnahmen zum Schutz vor Cyberangriffen
Um sich vor Cyberangriffen zu schützen, sollten Unternehmen verschiedene präventive Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören die Implementierung von Firewalls und Antivirenprogrammen, die regelmäßige Durchführung von Sicherheitsupdates, die Schulung der Mitarbeiter im Bereich Cybersicherheit und die Entwicklung eines Notfallplans für den Fall eines Angriffs. Auch die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing-E-Mails und andere Social-Engineering-Techniken ist von großer Bedeutung. Eine umfassende Sicherheitsstrategie, die sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst, ist unerlässlich, um das Risiko von Cyberangriffen zu minimieren.
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Fazit
Die ZEW-Studie und der Vorfall bei der Deutschen Bahn zeigen deutlich, dass Cyberangriffe eine ernstzunehmende Bedrohung für Unternehmen in Deutschland darstellen. Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung erhöhen die Angriffsfläche für Cyberkriminelle. Es ist daher unerlässlich, dass Unternehmen umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um sich vor solchen Attacken zu schützen. Die Investition in Cybersicherheit ist nicht nur eine Frage des Risikomanagements, sondern auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die aktuelle Lage erfordert ein Umdenken in der Prioritätensetzung vieler Unternehmen, um den wachsenden Bedrohungen adäquat zu begegnen.

















