Haftkosten Großfamilie Stuttgart: Die Rechnung für den Steuerzahler ist erschreckend. Eine syrische Großfamilie, die durch über 160 Straftaten für Schlagzeilen sorgte, hat dem Land Baden-Württemberg Haftkosten von mehr als einer Million Euro verursacht. Und das ist noch nicht das Ende der Rechnung.
Justizministerin Marion Gentges (CDU) hat am 5. Januar 2026 eine detaillierte Kostenaufstellung vorgelegt. Das Ergebnis: Die 20-köpfige Familie H. aus Stuttgart-Zuffenhausen kostet den Staat ein Vermögen – und drei Brüder sitzen noch bis mindestens 2027 im Gefängnis.
- Haftkosten (bisherig): über 1.000.000 Euro
- Ausreisekosten (17 Personen): 45.228,57 Euro
- Rückkehrhilfe pro Person: ca. 1.350 Euro
- Straftaten insgesamt: über 160
- Noch inhaftiert: 3 Brüder
- Kosten pro Hafttag: ca. 180 Euro
Inhaltsverzeichnis
- Über eine Million Euro Haftkosten – und es werden mehr
- Die drei inhaftierten Brüder: Messerangriff mit schweren Folgen
- 160 Straftaten: Das Sündenregister der Familie H.
- 17 Familienmitglieder ausgereist – mit „Rückkehrhilfe"
- Kritik: „Handgeld" für Straftäter sorgt für Empörung
- Was passiert mit den drei inhaftierten Brüdern?
- Nachbarn in Zuffenhausen erleichtert
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Millionenkosten für Straftäter-Familie
Über eine Million Euro Haftkosten – und es werden mehr
Die Zahlen, die das baden-württembergische Justizministerium auf Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Lindenschmid veröffentlichte, haben es in sich. Allein die drei noch inhaftierten Brüder haben bisher ein Haftkostenkonto von 575.280 Euro angehäuft. Zusammen mit den bereits entlassenen und ausgereisten Familienmitgliedern kommt die Familie auf mehr als eine Million Euro.
Und ein Ende ist nicht in Sicht: Allein der älteste der drei inhaftierten Brüder (27) würde bei frühester Entlassung im Oktober 2027 weitere 115.000 Euro an rechnerischen Kosten verursachen. Ein einziger Tag in Haft kostet den Steuerzahler rund 180 Euro – für Unterkunft, Verpflegung, Personal und Infrastruktur.
Die drei inhaftierten Brüder: Messerangriff mit schweren Folgen
Drei Brüder der Familie H. sitzen nach wie vor hinter Gittern. Sie wurden am 20. Juni 2025 vom Landgericht Stuttgart wegen eines Messerangriffs zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt:
| Name | Alter | Straftaten | Früheste Entlassung |
|---|---|---|---|
| K. H. | 18 Jahre | 34 Straftaten in 2,5 Jahren | 2026/2027 |
| M. H. | 23 Jahre | Gewaltdelikte, Messerangriff | 2026/2027 |
| J. H. | 27 Jahre | Gewaltdelikte, Messerangriff | Oktober 2027 |
Besonders auffällig: Der heute 18-jährige K. H. hat in nur zweieinhalb Jahren 34 Straftaten begangen – von Bedrohungen über Körperverletzungen bis hin zu 15 Ladendiebstählen. Dennoch kam er erst nach der Messer-Attacke in Untersuchungshaft.
160 Straftaten: Das Sündenregister der Familie H.
Die Liste der Straftaten liest sich wie ein Lehrbuch der Kriminalität. Insgesamt wurden der 20-köpfigen Familie aus dem syrischen Aleppo mehr als 160 Delikte zur Last gelegt:
- Versuchte Totschläge und Messerangriffe
- Schwere und gefährliche Körperverletzungen
- Räuberische Erpressung
- Zahlreiche Diebstähle
- Bedrohungen und Beleidigungen
- Verstöße gegen das Waffenrecht
- Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
Die Familie kam zwischen 2015 und 2020 nach Deutschland und genoss Flüchtlings- oder subsidiären Schutzstatus. In Stuttgart-Zuffenhausen bewohnte sie ein 7-Zimmer-Haus mit rund 230 Quadratmetern. Der 44-jährige Familienvater Almudy H. hat drei Ehefrauen und bezog Sozialhilfe wegen einer angeblichen Gehbehinderung.
17 Familienmitglieder ausgereist – mit „Rückkehrhilfe“
Im Oktober 2025 gelang es dem „Sonderstab Gefährliche Ausländer“ im Justizministerium, den Großteil der Familie zur Ausreise zu bewegen. 17 Personen verließen Deutschland im Rahmen einer sogenannten „kontrollierten Ausreise“ nach Syrien – gegen Geld.
Die Kosten für die Ausreise beliefen sich laut offizieller Mitteilung des Landes Baden-Württemberg auf insgesamt 45.228,57 Euro – das entspricht durchschnittlich 1.350 Euro pro Person. Alle Ausgereisten verzichteten auf ihren asylrechtlichen Schutzstatus.
Kritik: „Handgeld“ für Straftäter sorgt für Empörung
Die Zahlung von „Rückkehrhilfen“ an die kriminelle Großfamilie sorgte für heftige Kritik. Dass Straftäter für ihre freiwillige Ausreise noch Geld bekommen, empfinden viele Bürger als Hohn.
Das Justizministerium verteidigt die Praxis jedoch mit einer nüchternen Kosten-Nutzen-Rechnung: Eine Abschiebung mit Begleitung, Flug und Haftkosten hätte ein Vielfaches der Förderung gekostet. Zudem waren Abschiebungen nach Syrien zum damaligen Zeitpunkt rechtlich nicht möglich.
Migrationsstaatssekretär Siegfried Lorek (CDU): „Egal, womit man es vergleicht – ob mit Kosten eines fortgesetzten Aufenthalts, einer Abschiebung oder Haftkosten – der Förderbetrag ist für das Land die günstigste Lösung.“
Was passiert mit den drei inhaftierten Brüdern?
Ziel des Landes ist es, auch die drei noch inhaftierten Brüder nach Verbüßung eines Teils ihrer Strafe nach Syrien abzuschieben. Justizministerin Gentges stellte jedoch klar: Erst müssen sie ihre Strafen „zu einem relevanten Teil“ verbüßen.
„Das ist auch richtig so“, sagte Gentges. „Sonst wäre das Schlimmste, das einem ausländischen Straftäter im Falle einer Verurteilung droht, durch Ausreise in Freiheit zu gelangen.“
Sollten die Brüder nach ihrer Entlassung wieder nach Deutschland einreisen, müssten sie ihre Reststrafen sofort antreten. Für sie gilt eine Wiedereinreisesperre von mindestens fünf Jahren.
Nachbarn in Zuffenhausen erleichtert
In der Nachbarschaft des ehemaligen Wohnhauses der Familie in Stuttgart-Zuffenhausen herrscht Erleichterung. „Das ist für uns eine große Erleichterung“, sagte eine Anwohnerin gegenüber der Stuttgarter Zeitung. Besonders die Söhne seien „sehr verhaltensauffällig“ gewesen – nächtliches Rumbrüllen und Prügeleien gehörten zum Alltag.
Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper: „Es war richtig und wichtig, ja geradezu ein zwingendes Gebot, dass die syrische Großfamilie H. zur Ausreise veranlasst wurde. Wir dürfen es keinesfalls hinnehmen, dass das friedliche Zusammenleben in unseren Städten gefährdet wird.“
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie hoch sind die Haftkosten der syrischen Großfamilie?
Wie viele Straftaten hat die Familie begangen?
Wie viel „Rückkehrhilfe“ bekam die Familie?
Wie viele Familienmitglieder sind noch in Haft?
Können die Ausgereisten wieder nach Deutschland kommen?
Fazit: Millionenkosten für Straftäter-Familie
Die Haftkosten der Großfamilie aus Stuttgart von über einer Million Euro zeigen die enormen finanziellen Belastungen, die durch kriminelle Intensivtäter entstehen. Während 17 Familienmitglieder mit „Rückkehrhilfe“ ausgereist sind, sitzen drei Brüder noch im Gefängnis – mit täglich steigenden Kosten. Die Debatte um den richtigen Umgang mit ausländischen Straftätern dürfte damit nicht enden.
Autor: MinDelMedia Redaktion | Politik & Gesellschaft
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Stand: 5. Januar 2026