Im Zuge der Übernahme der Credit Suisse (CS) durch die UBS hat das Handelsgericht Zürich eine bedeutende Entscheidung getroffen. Die UBS muss Klägern im Verfahren zur Übernahme der CS Akteneinsicht gewähren. Dies beinhaltet den Zugang zu ungeschwärzten Dokumenten und Bewertungsmodellen, die im Vorfeld der Übernahme am 19. März 2023 erstellt wurden.

Hintergrund der Entscheidung des Handelsgerichts
Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS im März 2023 war ein historischer Schritt, der weitreichende Folgen für den Schweizer Finanzplatz hatte. Die CS, einst ein Flaggschiff der Schweizer Bankenlandschaft, geriet aufgrund von Verlusten und Skandalen in eine existenzbedrohende Krise. Um einen Zusammenbruch der Bank und eine potenzielle Gefährdung der Finanzstabilität abzuwenden, intervenierte der Staat und vermittelte die Übernahme durch die UBS. Die Übernahme erfolgte unter erheblichem Zeitdruck und zu einem Preis von rund drei Milliarden Franken. Viele Aktionäre der Credit Suisse waren mit den Bedingungen der Übernahme nicht einverstanden und sehen sich um ihre Investitionen betrogen.
Aktuelle Entwicklung: Akteneinsicht und Gutachterauftrag
Das Handelsgericht Zürich hat nun zwei wegweisende Urteile gefällt, die den Klägern im Verfahren gegen die UBS zugutekommen. Zum einen gewährte das Gericht den Klägern Akteneinsicht in die von der UBS zurückgehaltenen Unterlagen. Zum anderen wurde ein Bewertungsgutachten zum Wert der Credit Suisse als fortgeführtes Unternehmen in Auftrag gegeben. Der Streitwert des Verfahrens beläuft sich auf 50 Milliarden Franken. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, wurde der Entscheid zur Akteneinsicht bereits am 5. Februar gefällt. (Lesen Sie auch: Aschermittwoch Feiertag: Warum die Frage)
Die Akteneinsicht ermöglicht es den Klägern, die interne Willensbildung der UBS im Vorfeld der CS-Übernahme nachzuvollziehen. Die Dokumente beinhalten unter anderem Bewertungsmodelle, die von der UBS erstellt wurden, um den Wert der Credit Suisse zu ermitteln. Die UBS hatte zuvor versucht, die Herausgabe dieser Dokumente zu verhindern, wurde vom Handelsgericht jedoch dazu verpflichtet, die ungeschwärzten Fassungen zur Verfügung zu stellen.
Bedeutung des Gutachterauftrags
Die Anordnung eines Bewertungsgutachtens durch das Handelsgericht zielt darauf ab, den tatsächlichen Wert der Credit Suisse zum Zeitpunkt der Übernahme zu ermitteln. Unabhängige Gutachter sollen den Wert der CS als fortgeführtes Unternehmen bewerten. Dies ist von Bedeutung, da die Kläger argumentieren, dass die UBS die Credit Suisse zu einem zu niedrigen Preis übernommen hat. Die Gutachterliche Bewertung soll nun eine unabhängige Grundlage liefern, um den Wert der CS zu bestimmen und somit die Grundlage für mögliche Entschädigungsforderungen zu schaffen.
Reaktionen und Stimmen zur Entscheidung
Der Schweizerische Anlegerschutzverein (SASV) begrüsst die Entscheidungen des Handelsgerichts Zürich. Der SASV hatte die Klage gegen die UBS initiiert und sieht in den Urteilen einen wichtigen Erfolg für die Aktionäre der Credit Suisse. Die Akteneinsicht und das Bewertungsgutachten würden dazu beitragen, die Umstände der Übernahme aufzuklären und die Position der Kläger zu stärken, so der SASV. (Lesen Sie auch: EU leitet Untersuchung gegen Shein wegen illegaler…)
Einige Beobachter sehen in der Entscheidung des Handelsgerichts ein Signal, dass die Aufarbeitung der CS-Übernahme noch nicht abgeschlossen ist. Die UBS steht weiterhin unter Druck, die Vorwürfe der Kläger zu entkräften und die Rechtmässigkeit der Übernahme nachzuweisen.
Was bedeutet die Entscheidung des Handelsgerichts?
Die Entscheidung des Handelsgerichts Zürich hat weitreichende Konsequenzen für die UBS und die Kläger im Verfahren um die Übernahme der Credit Suisse. Die Akteneinsicht und das Bewertungsgutachten können dazu beitragen, die Umstände der Übernahme aufzuklären und die Grundlage für mögliche Entschädigungsforderungen zu schaffen. Für die UBS bedeutet die Entscheidung, dass sie sich weiterhin mit den Vorwürfen der Kläger auseinandersetzen muss. Die Offenlegung interner Dokumente und die Bewertung der Credit Suisse durch unabhängige Gutachter können potenziell zu neuen Erkenntnissen und einer Neubewertung der Übernahme führen.Die Schweizerische Regierung selbst hat auf ihrer Webseite Informationen zu Finanzstabilität veröffentlicht.
Zudem könnte das Urteil des Handelsgerichts Signalwirkung für andere Fälle haben, in denen Aktionäre mit den Bedingungen einer Übernahme nicht einverstanden sind. Es zeigt, dass Gerichte bereit sind, die Interessen der Aktionäre zu schützen und die Umstände von Übernahmen kritisch zu prüfen. (Lesen Sie auch: "Sing Meinen Song 2026": Diese Stars sind…)

FAQ zu handelsgericht
Häufig gestellte Fragen zu handelsgericht
Was ist die Hauptaufgabe eines Handelsgerichts?
Ein Handelsgericht ist spezialisiert auf die Beilegung von Streitigkeiten zwischen Unternehmen. Es behandelt Fälle im Zusammenhang mit Handelsgeschäften, Gesellschaftsrecht, Wettbewerbsrecht und anderen wirtschaftsrechtlichen Angelegenheiten.
Welche Bedeutung hat das Handelsgericht Zürich im Fall der Credit Suisse Übernahme?
Das Handelsgericht Zürich spielt eine zentrale Rolle, da es über die Klagen von Aktionären der Credit Suisse entscheidet, die mit den Bedingungen der Übernahme durch die UBS nicht einverstanden sind. Es ordnete Akteneinsicht und ein Gutachten an.
Welche Dokumente muss die UBS aufgrund der Entscheidung des Handelsgerichts offenlegen?
Die UBS muss interne Dokumente und Bewertungsmodelle offenlegen, die im Vorfeld der Übernahme der Credit Suisse erstellt wurden. Diese Dokumente geben Einblick in die Bewertung der CS und die Entscheidungsfindung der UBS. (Lesen Sie auch: "Sing Meinen Song": Die Stars der neuen…)
Was ist der Zweck des von Handelsgericht angeordneten Bewertungsgutachtens?
Das Bewertungsgutachten soll den tatsächlichen Wert der Credit Suisse zum Zeitpunkt der Übernahme ermitteln. Dies ist wichtig, um festzustellen, ob die UBS die CS zu einem angemessenen Preis übernommen hat oder ob die Aktionäre Anspruch auf Entschädigung haben.
Können die Urteile des Handelsgerichts im CS-Fall Auswirkungen auf andere Übernahmen haben?
Ja, die Urteile könnten Signalwirkung haben und zeigen, dass Gerichte bereit sind, die Interessen von Aktionären zu schützen und die Bedingungen von Übernahmen kritisch zu prüfen. Dies könnte andere Aktionäre ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen.
| Ereignis | Datum |
|---|---|
| Übernahme der Credit Suisse durch UBS | 19. März 2023 |
| Entscheidung des Handelsgerichts zur Akteneinsicht | 5. Februar 2026 |
| Veröffentlichung der Entscheidung | 16. Februar 2026 |
Weitere Informationen zum Thema Wirtschaftsrecht finden sich auf der Seite des Handelsgesetzbuches.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
