Die steigenden Kosten für Energie, Material und Löhne haben im Jahr 2025 zu einem deutlichen Anstieg der Handwerk Insolvenzen geführt. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist die Zahl der Pleiten im Handwerk auf den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt gestiegen. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe, die oft geringere finanzielle Reserven haben.

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Kernpunkte
- Handwerksinsolvenzen erreichten 2025 Höchststand seit 2014
- Anstieg um 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
- Hohe Energie- und Materialkosten belasten Betriebe
- Optimistischer Ausblick für 2026, besonders im Baugewerbe
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Insolvenzen im Handwerk 2025: | 4.950 |
| Anstieg gegenüber 2024: | 13,3% |
| Umsatzerwartung 2026 (Plus): | 27,0% der Betriebe |
| Umsatzerwartung 2026 (Minus): | 18,4% der Betriebe |
Handwerk Insolvenzen erreichen Höchststand seit 2014
Wie Stern berichtet, verzeichnete das Handwerk im Jahr 2025 so viele Insolvenzen wie seit 2014 nicht mehr. Die Zahl der Handwerk Insolvenzen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf 4.950 Fälle. Laut Creditreform waren die Betriebe vor allem durch gestiegene Energie- und Materialkosten sowie höhere Löhne belastet. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bestätigte, dass die Insolvenzzahlen zuletzt im Jahr 2014 mit rund 5.000 Fällen höher lagen.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, erklärte, dass die steigenden Kosten vielen Betrieben zu schaffen machen: „Energie, Material, Löhne – die Kosten laufen davon. Ohne ausreichende Reserven geraten viele Betriebe schnell in existenzielle Schieflage.“ (Lesen Sie auch: Insolvenzen: So viele Handwerkspleiten wie seit 2014)
Was bedeutet das für Verbraucher und Arbeitnehmer?
Die steigende Zahl der Handwerk Insolvenzen kann sich auf verschiedene Weise auswirken. Für Verbraucher bedeutet dies möglicherweise längere Wartezeiten bei Aufträgen und eine geringere Auswahl an Handwerksbetrieben. Auch Preiserhöhungen könnten die Folge sein, da die verbleibenden Betriebe versuchen, ihre gestiegenen Kosten auszugleichen. Arbeitnehmer im Handwerk könnten von Arbeitsplatzverlusten betroffen sein, insbesondere in den Betrieben, die von der Insolvenz bedroht sind.
Die Situation ist besonders kritisch, da viele Handwerksbetriebe ohnehin schon mit Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Zusätzliche Insolvenzen könnten diesen Mangel noch verstärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks insgesamt gefährden.
Die Baukonjunktur spielt eine wesentliche Rolle. Eine schwache Baukonjunktur führt zu Auftragsrückgängen, was die finanzielle Situation der Handwerksbetriebe zusätzlich belastet. (Lesen Sie auch: Tankrabatt Kritik: Institute Warnen vor Falschem Signal)
Wie beeinflussen Energiekosten die Handwerksbetriebe?
Die Energiekosten sind ein zentraler Faktor für die aktuelle Entwicklung. Viele Handwerksbetriebe sind energieintensiv und haben in den letzten Jahren unter den stark gestiegenen Energiepreisen gelitten. Diese Kostensteigerungen konnten oft nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, was zu einer Belastung der Gewinnmargen führte. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks stellt dies eine der größten Herausforderungen für die Branche dar.
Die hohen Energiekosten wirken sich besonders negativ auf Betriebe aus, die auf energieintensive Produktionsprozesse angewiesen sind, wie beispielsweise Metallbauer oder Tischler. Auch Betriebe, die Fahrzeuge für ihre Arbeit einsetzen, sind durch die gestiegenen Kraftstoffpreise betroffen.
Optimistischer Ausblick für 2026?
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten blickt das Handwerk laut Creditreform für das Jahr 2026 etwas optimistischer in die Zukunft. 27,0 Prozent der Betriebe erwarten ein Umsatzplus (2024: 24,3 Prozent), während 18,4 Prozent von Umsatzrückgängen ausgehen (2024: 22,8 Prozent). Besonders das Bau- und Ausbauhandwerk zeigt sich zuversichtlich. Diese Erwartungen spiegeln die Hoffnung auf eine leichte Belebung der Konjunktur wider, die sich positiv auf die Auftragslage der Betriebe auswirken könnte. (Lesen Sie auch: Strategie Gehaltserhöhung: So überzeugen Sie Ihren Chef)
Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich diese positiven Erwartungen tatsächlich realisieren werden. Die weitere Entwicklung der Energiepreise, die gesamtwirtschaftliche Lage und die Konsumbereitschaft der Bevölkerung werden entscheidende Faktoren sein. Ein stabiles wirtschaftliches Umfeld ist für die Erholung des Handwerks von großer Bedeutung. Die Bundesregierung hat verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft angekündigt, deren Wirksamkeit sich jedoch erst noch zeigen muss.

Häufig gestellte Fragen
Welche Faktoren tragen hauptsächlich zu den Handwerk Insolvenzen bei?
Die Hauptfaktoren sind gestiegene Energie- und Materialkosten, höhere Löhne, eine schwache Baukonjunktur und eine verhaltene Konsum- und Investitionstätigkeit. Diese Faktoren belasten die Liquidität der Betriebe und führen zu rückläufigen Umsätzen.
Welche Branchen innerhalb des Handwerks sind besonders betroffen?
Besonders betroffen sind energieintensive Branchen wie Metallbau und Tischlerei, aber auch Betriebe, die stark von der Baukonjunktur abhängig sind. Auch das Ausbaugewerbe spürt die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage.








