Die Schweiz schafft die sogenannte Heiratsstrafe ab. Rund 54 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für die Individualbesteuerung aus. Damit entfällt die höhere Steuerbelastung für Ehepaare im Vergleich zu Konstellationen, in denen Partner unverheiratet zusammenleben. Betroffen waren vor allem Doppelverdiener-Ehen. Heiratsstrafe Schweiz steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- Schweizer Stimmvolk hat die Heiratsstrafe abgeschafft.
- Ehepaare wurden bisher steuerlich benachteiligt.
- Individualbesteuerung soll Anreize für Erwerbstätigkeit schaffen.
- Rund 54 Prozent stimmten für die Abschaffung.
Wie kam es zur Abschaffung der Heiratsstrafe in der Schweiz?
In der Schweiz wurden die Einkommen und Vermögen von Ehepaaren zusammengezählt, was zu einer höheren Steuerprogression führte. Dieses System stammte aus einer Zeit, in der meist der Mann Hauptverdiener war. Da heute oft beide Partner arbeiten, führte dies zu einer Ungleichbehandlung. Bereits 1984 erklärte das Bundesgericht die Heiratsstrafe für verfassungswidrig.
Was bedeutet die Individualbesteuerung?
Die Individualbesteuerung bedeutet, dass jede Person unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert wird. Dies soll laut Stern auch Anreize schaffen, damit sich Erwerbsarbeit für Frauen und Männer gleichermaßen lohnt. Bisher reduzieren oder gaben Frauen oft ihr Arbeitspensum auf, da sich die Erwerbstätigkeit aufgrund von Kinderbetreuungskosten und zusätzlichen Steuern nicht lohnte. (Lesen Sie auch: Smi Kurs im Minus: Iran-Krieg belastet Schweizer…)
Die Grünliberale Nationalrätin Kathrin Bertschy schätzt, dass durch die Individualbesteuerung 45.000 zusätzliche Vollzeitstellen entstehen könnten. Zudem könnten etwa 150.000 Menschen – meist Frauen – ihr Pensum um rund 30 Prozent erhöhen.
Welche Auswirkungen hat die Abschaffung?
Mit der Individualbesteuerung soll die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen gestärkt und ihre Altersvorsorge verbessert werden. Die Abschaffung der Heiratsstrafe könnte dazu führen, dass mehr Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder ihr Pensum erhöhen, was sich positiv auf ihre finanzielle Situation auswirken würde.
Wie geht es nun weiter?
Nach dem Ja zur Individualbesteuerung muss das Parlament die entsprechenden Gesetze anpassen. Es wird erwartet, dass die Umstellung einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bevor die Individualbesteuerung tatsächlich umgesetzt ist. Die Kantone werden ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielen, da sie für die Erhebung der Steuern zuständig sind. (Lesen Sie auch: Kayserispor – Trabzonspor: gegen: Tekke erwartet)
Was genau versteht man unter der Heiratsstrafe in der Schweiz?
Die Heiratsstrafe bezeichnet die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren gegenüber unverheirateten Paaren. Durch die Zusammenrechnung von Einkommen und Vermögen rutschten Ehepaare in höhere Steuerprogressionen, was zu einer höheren Steuerlast führte. (Lesen Sie auch: Nothegger Transporte: Tiroler Firma mit Millionenpleite)
Warum wurde die Heiratsstrafe in der Schweiz abgeschafft?
Das Bundesgericht erklärte die Heiratsstrafe bereits 1984 für verfassungswidrig. Die nun beschlossene Individualbesteuerung soll eine gerechtere Besteuerung gewährleisten und Anreize für die Erwerbstätigkeit beider Partner schaffen.
Welche Vorteile bringt die Individualbesteuerung für Ehepaare?
Die Individualbesteuerung soll die finanzielle Unabhängigkeit beider Partner stärken. Insbesondere Frauen sollen durch die neuen Anreize motiviert werden, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder ihr Pensum zu erhöhen, was ihre Altersvorsorge verbessert.











