Die Inflationsrate in Deutschland ist im Januar auf 2,1 Prozent gestiegen, was vor allem Verbraucher im Supermarkt und an der Tankstelle spüren. Dieser Anstieg, der über dem Wert von 1,8 Prozent im Dezember liegt, bedeutet eine geringere Kaufkraft für die Bürger, da sie für den gleichen Euro weniger Waren und Dienstleistungen erhalten. Inflationsrate Deutschland steht dabei im Mittelpunkt.

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- Die Teuerung macht sich im Alltag bemerkbar
- Dienstleistungen und Gastronomie: Teuerung trotz Mehrwertsteuersenkung
- Energiepreise: Licht und Schatten für Verbraucher
- Was bedeutet das für Verbraucher?
- Ausblick: Wie geht es weiter mit der Inflation?
- Die Inflationsrate in Deutschland: Eine Herausforderung für Verbraucher und Politik
Zahlen & Fakten
- Inflationsrate Januar 2026: 2,1 Prozent (gegenüber 1,8 Prozent im Dezember)
- Anstieg der Lebensmittelpreise: 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
- Rückgang der Speisefett- und Speiseölpreise: 20,1 Prozent
- Anstieg der Restaurantbesuche trotz Mehrwertsteuersenkung: 3,6 Prozent
Die Teuerung macht sich im Alltag bemerkbar
Die jüngste Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland zeigt, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen im Januar 2026 im Durchschnitt um 2,1 Prozent höher lagen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit seine vorläufigen Berechnungen. Dieser Anstieg folgt auf eine Inflationsrate von 1,8 Prozent im Dezember, was bedeutet, dass sich die Teuerung zu Beginn des Jahres noch einmal verstärkt hat. Im Vergleich zum Vormonat Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent.
Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Verbraucher, die den Preisanstieg vor allem beim Einkauf von Lebensmitteln und beim Tanken ihres Autos spüren. Die steigenden Preise schmälern die Kaufkraft des Geldes, was bedeutet, dass sich die Menschen für den gleichen Betrag weniger leisten können. Dies kann insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen eine erhebliche Belastung darstellen.
Warum steigen die Lebensmittelpreise so stark?
Die sprunghafte Erhöhung der Nahrungsmittelpreise ist einer der Haupttreiber der gestiegenen Inflationsrate. Im Januar mussten die Verbraucher 2,1 Prozent mehr für Lebensmittel ausgeben als im Vorjahr, nachdem die Preise im Dezember noch um 0,8 Prozent gestiegen waren. Besonders deutlich sind die Preissteigerungen bei Schokolade (plus 21 Prozent), Obst (plus 6,1 Prozent) und Fleisch (plus 4,9 Prozent). Diese Entwicklung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter gestiegene Produktionskosten, höhere Energiepreise und die Auswirkungen von globalen Lieferkettenproblemen. Wie Stern berichtet, ist die Teuerung bei Lebensmitteln besonders schmerzhaft für einkommensschwache Haushalte. (Lesen Sie auch: Verbraucherpreise Aktuell: Inflation steigt – Was Bedeutet…)
Die Inflation wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Steigt die Nachfrage schneller als das Angebot, führt dies zu höheren Preisen. Auch steigende Produktionskosten, beispielsweise durch höhere Energiepreise, können die Inflation antreiben.
Allerdings gibt es auch einige Produkte, die günstiger geworden sind. Insbesondere Speisefette und Speiseöle verzeichneten einen deutlichen Preisrückgang von 20,1 Prozent. Auch die Butterpreise lagen um ein Drittel (33 Prozent) niedriger als im Vorjahr. Diese Preisrückgänge sind vor allem auf eineNormalisierung der Angebotslage zurückzuführen, nachdem es in den vergangenen Monaten zu Engpässen gekommen war.
Dienstleistungen und Gastronomie: Teuerung trotz Mehrwertsteuersenkung
Dienstleistungen verteuern sich seit Monaten überdurchschnittlich und bleiben ein Preistreiber, auch wenn der Anstieg im Januar mit 3,2 Prozent etwas moderater ausfiel als in den drei Monaten zuvor mit jeweils 3,5 Prozent. Hier schlägt sich unter anderem die Verteuerung des Deutschlandtickets nieder.
Ein besonders überraschender Aspekt ist die Entwicklung in der Gastronomie. Obwohl zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde, spüren die Kunden in vielen Restaurants und Cafés davon nichts. Der Besuch in der Gaststätte verteuerte sich trotz der Steuersenkung binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass viele Gastronomen die Steuersenkung nicht an die Kunden weitergegeben, sondern zur Verbesserung ihrer eigenen Gewinnmargen genutzt haben. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verteidigt das Vorgehen seiner Mitglieder. Die Betriebe hätten mit höheren Energie- und Personalkosten zu kämpfen. (Lesen Sie auch: Strompreise fallen: So Sparen Sie bis zu…)
Die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie war eine Maßnahme der Bundesregierung, um die Branche nach den Belastungen durch die Corona-Pandemie zu entlasten. Kritiker hatten jedoch bereits im Vorfeld bezweifelt, dass die Steuersenkung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommen würde.
Energiepreise: Licht und Schatten für Verbraucher
Bei den Energiepreisen gab es im Januar eine gemischte Entwicklung. Insgesamt war Energie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Während Strom (minus 3,2 Prozent) und Gas (minus 2,5 Prozent) erschwinglicher wurden, mussten Autofahrer an der Tankstelle tiefer in die Tasche greifen. Die Spritpreise stiegen im Januar deutlich an, was vor allem auf den höheren Ölpreis zurückzuführen ist. Laut ADAC kostete ein Liter Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt 1,75 Euro, ein Liter Diesel 1,68 Euro.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Die steigende Inflationsrate bedeutet für Verbraucher eine sinkende Kaufkraft. Sie können sich für den gleichen Betrag weniger Waren und Dienstleistungen leisten. Dies betrifft insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen, die einen größeren Teil ihres Budgets für lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und Energie ausgeben müssen. Die Inflation kann aber auch Auswirkungen auf das Sparverhalten der Menschen haben. Da das Geld an Wert verliert, kann es sinnvoll sein, das Geld anzulegen, um die Inflation auszugleichen. Allerdings ist dies nicht für jeden möglich, da viele Menschen ihr gesamtes Einkommen für den täglichen Bedarf benötigen.

Wie können sich Verbraucher vor der Inflation schützen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich Verbraucher vor den Auswirkungen der Inflation schützen können. Eine Möglichkeit ist, verstärkt auf Sonderangebote und Preisaktionen zu achten. Auch der Wechsel zu günstigeren Produkten oder Anbietern kann helfen, die Ausgaben zu senken. Eine weitere Möglichkeit ist, das Geld in Sachwerte wie Immobilien oder Edelmetalle anzulegen. Allerdings ist dies in der Regel nur für Menschen mit höherem Einkommen möglich. Eine dritte Option ist, das Geld in inflationsgeschützte Wertpapiere anzulegen. Diese bieten einen gewissen Schutz vor der Inflation, sind aber auch mit Risiken verbunden. (Lesen Sie auch: Rentenerhöhung 2026: So viel mehr Geld bekommen…)
Ausblick: Wie geht es weiter mit der Inflation?
Die weitere Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland ist schwer vorherzusagen. Sie hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die Entwicklung der Energiepreise, die Stabilität der globalen Lieferketten und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Einige Experten gehen davon aus, dass die Inflationsrate im Laufe des Jahres wieder sinken wird, da sich die Angebotslage entspannt und die EZB ihre Geldpolitik strafft. Andere Experten sind pessimistischer und befürchten, dass die Inflation aufgrund der hohen Energiepreise und der steigenden Lohnkosten hoch bleiben wird. „Die Inflationsrate wird uns noch eine Weile begleiten“, sagt etwa Jens Südekum, Professor für Internationale Wirtschaft an der Universität Düsseldorf, gegenüber der Handelsblatt.
Ein Blick auf die historische Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland zeigt, dass es in der Vergangenheit immer wieder Phasen mit hoher Inflation gab. In den 1970er Jahren stiegen die Preise aufgrund der Ölkrise massiv an. In den 1990er Jahren gab es ebenfalls eine Phase mit erhöhter Inflation aufgrund der Wiedervereinigung Deutschlands. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es auch in den kommenden Jahren zu einer erhöhten Inflation kommen wird.
| Fakt | Details |
|---|---|
| Inflationsrate 1973 | 6,9 Prozent |
| Inflationsrate 1992 | 5,1 Prozent |
Die Inflationsrate in Deutschland: Eine Herausforderung für Verbraucher und Politik
Die gestiegene Inflationsrate in Deutschland stellt eine Herausforderung für Verbraucher und Politik dar. Die Verbraucher müssen mit sinkender Kaufkraft zurechtkommen und versuchen, ihre Ausgaben zu optimieren. Die Politik muss Maßnahmen ergreifen, um die Inflation einzudämmen, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird. Klar ist jedoch, dass die Inflation ein Thema bleibt, das uns alle betrifft. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits reagiert und die Leitzinsen mehrfach erhöht, um der Inflation entgegenzuwirken. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Inflation nachhaltig zu senken. Die Bundesregierung hat zudem ein Entlastungspaket auf den Weg gebracht, um die Bürgerinnen und Bürger angesichts der steigenden Preise zu unterstützen. Die Maßnahmen umfassen unter anderem eine Erhöhung des Kindergeldes, des Wohngeldes und des Heizkostenzuschusses. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Entlastungen nicht ausreichend sind, um die steigenden Preise vollständig auszugleichen. So kritisiert beispielsweise der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dass die Entlastungen vor allem Besserverdienern zugutekommen, während Menschen mit geringem Einkommen kaum profitieren.
