„Selbst unser optimistischstes Szenario beinhaltet eine Wachstumskorrektur nach unten“, so IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Angesichts der weltweiten Auswirkungen des Iran-Krieges rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer weiteren Senkung seiner IWF Wachstumsprognose. Ohne die aktuellen Lieferunterbrechungen bei Öl und Gas hätte die Organisation ein stärkeres Wachstum erwartet.

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Welche Auswirkungen hat die gesenkte IWF Wachstumsprognose für Österreich?
Die Senkung der globalen Wachstumsprognose durch den IWF hat auch für Österreich spürbare Folgen. Als stark exportorientierte Nation ist Österreich eng mit der Weltwirtschaft verflochten. Eine Verlangsamung des globalen Wachstums bedeutet somit eine geringere Nachfrage nach österreichischen Produkten und Dienstleistungen, was sich negativ auf die heimische Wirtschaft auswirken kann. Besonders betroffen wären Branchen wie der Maschinenbau, die Automobilzulieferindustrie und der Tourismus.
Länder-Kontext
- Österreich ist stark exportorientiert und daher anfällig für globale Wirtschaftsschwankungen.
- Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) beobachtet die Entwicklung genau.
- Die österreichische Bundesregierung muss möglicherweise Konjunkturmaßnahmen ergreifen.
- Betroffen sind vor allem exportorientierte Branchen.
Die Gründe für die Korrektur
Wie Stern berichtet, verwies Georgiewa darauf, dass die sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiterhin ungewiss sei. Zudem liege der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer weiterhin nur bei der Hälfte des Niveaus von 2023. Die aus dem Jemen agierende Huthi-Miliz attackierte dort bereits in der Vergangenheit immer wieder Handelsschiffe, weshalb diese nun von internationalen Streitkräften eskortiert werden müssen. (Lesen Sie auch: Konjunktur: IWF erwartet Senkung seiner globalen Wachstumsprognose)
Auswirkungen auf die Eurozone
Für die gesamte Eurozone wurde im Oktober ein Plus von 1,1 Prozent prognostiziert. Es wird erwartet, dass auch diese Zahl nach unten korrigiert wird. „Selbst im besten Fall wird es keine saubere und reibungslose Rückkehr zur Vorkriegssituation geben“, sagte Georgiewa. Das Wachstum werde langsamer ausfallen – „selbst wenn der neue Frieden von Dauer ist“.
Bereits vergangene Woche hatten führende Forschungsinstitute in Deutschland ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt 2026 deutlich nach unten geschraubt. Aufgrund der Folgen des Iran-Krieges mit stark gestiegenen Energiepreisen erwarten sie nur noch einen Zuwachs um 0,6 Prozent. Vor rund einem halben Jahr prognostizierten sie noch ein Wachstum von 1,3 Prozent. Diese Entwicklung dürfte sich auch in Österreich widerspiegeln.
Die Rolle der Inflation
Georgiewa warnte zudem vor anhaltenden Inflationsrisiken. Diese könnten die Kaufkraft der Konsumenten weiter schwächen und somit das Wirtschaftswachstum zusätzlich belasten. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht somit vor der Herausforderung, die Inflation einzudämmen, ohne gleichzeitig eine Rezession auszulösen. (Lesen Sie auch: Patreon Podcast Umsatz: Podcaster Erzielen 629 Mio.…)
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öltransporte weltweit. Eine Blockade dieser Meerenge hätte gravierende Folgen für die Energieversorgung und die Weltwirtschaft.
Die Organisation mit Sitz in Washington, D.C., hatte bisher für das laufende Jahr mit einem weltweiten Wachstum von 3,1 Prozent gerechnet. Am Dienstag veröffentlicht der IWF neue Konjunkturprognosen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Prognosen von den bisherigen Erwartungen abweichen werden.

Die österreichische Regierung wird die Entwicklung genau beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft zu minimieren. Dabei spielen sowohl fiskalpolitische als auch geldpolitische Instrumente eine Rolle. Die Oesterreichische Nationalbank wird ebenfalls die Situation analysieren und ihre Geldpolitik entsprechend anpassen. (Lesen Sie auch: Lufthansa Streik: Ufo legt Flugverkehr Erneut Lahm)





