„Selbst unser optimistischstes Szenario beinhaltet eine Wachstumskorrektur nach unten“, so IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Angesichts der weltweiten Auswirkungen des Ukraine-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer weiteren Senkung seiner ohnehin schon gedämpften IWF Wachstumsprognose. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme, dass es zu keinen weiteren Lieferunterbrechungen bei Öl und Gas kommt.

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Warum senkt der IWF seine Wachstumsprognose?
Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkt seine Wachstumsprognose aufgrund der anhaltenden Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Ohne die genannten Lieferunterbrechungen bei essenziellen Rohstoffen wie Öl und Gas wäre ein stärkeres Wachstum möglich gewesen. Nun aber muss selbst das optimistischste Szenario des IWF eine Korrektur nach unten berücksichtigen.
Wie Stern berichtet, wird der IWF seine neuen Konjunkturprognosen am kommenden Dienstag veröffentlichen. Die Organisation mit Sitz in Washington D.C. hatte bisher für das laufende Jahr ein weltweites Wachstum von 3,1 Prozent erwartet. (Lesen Sie auch: Konjunktur: IWF erwartet Senkung seiner globalen Wachstumsprognose)
Die IWF-Chefin warnte zudem vor anhaltenden Inflationsrisiken, die die wirtschaftliche Erholung zusätzlich belasten könnten. Diese Risiken könnten sich negativ auf die Kaufkraft der Konsumenten und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen auswirken.
Länder-Kontext
- Die Schweiz ist als stark exportorientierte Volkswirtschaft besonders anfällig für globale Konjunkturschwankungen.
- Eine gedämpfte Weltwirtschaft könnte sich negativ auf den Schweizer Franken auswirken.
- Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beobachtet die Entwicklung genau und kann bei Bedarf geldpolitische Maßnahmen ergreifen.
- Besonders betroffen wären Branchen wie der Tourismus und die Maschinenindustrie.
Was bedeutet die neue iwf wachstumsprognose für die Schweiz?
Für die Schweiz bedeutet die zu erwartende Senkung der iwf wachstumsprognose eine zusätzliche Belastung. Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der Weltwirtschaft abhängig. Eine Verlangsamung des globalen Wachstums könnte sich negativ auf die Exportindustrie auswirken, die einen wesentlichen Beitrag zum Schweizer Bruttoinlandprodukt leistet.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird die Entwicklung genau beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft zu minimieren. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die SNB in ihren Möglichkeiten begrenzt ist, da sie nicht alle externen Faktoren beeinflussen kann. (Lesen Sie auch: Patreon Podcast Umsatz: Podcaster Erzielen 629 Mio.…)
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie wird ein Großteil des globalen Öltransports abgewickelt. Eine Blockade der Straße hätte gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Welche Risiken sieht der IWF?
Georgiewa wies darauf hin, dass weiterhin Unsicherheiten bestehen, insbesondere hinsichtlich der Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Auch der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab im Roten Meer liegt weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2023, was auf anhaltende Sicherheitsbedenken zurückzuführen ist. Die aus dem Jemen agierenden Huthi-Milizen haben dort bereits in der Vergangenheit Handelsschiffe attackiert.
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran in den vergangenen Wochen hatte bereits massive Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. Eine dauerhafte Blockade dieser wichtigen Wasserstraße könnte die Weltwirtschaft erheblich beeinträchtigen. (Lesen Sie auch: Lufthansa Streik: Ufo legt Flugverkehr Erneut Lahm)
Bereits in der vergangenen Woche hatten führende Forschungsinstitute in Deutschland ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt 2026 deutlich nach unten korrigiert. Aufgrund der Folgen des Ukraine-Krieges mit stark gestiegenen Energiepreisen erwarten sie nur noch einen Zuwachs von 0,6 Prozent. Vor rund einem halben Jahr waren sie noch von einem Wachstum von 1,3 Prozent ausgegangen. Der Bundesrat wird die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Schweiz nicht isoliert von den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen betrachtet werden kann. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und die damit verbundenen Unsicherheiten werden sich auch hierzulande bemerkbar machen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die zu erwartende Senkung der iwf wachstumsprognose eine Herausforderung für die Schweizer Wirtschaft darstellt. Die SNB und der Bundesrat werden jedoch alles daran setzen, die negativen Auswirkungen zu minimieren und die Stabilität der Schweizer Wirtschaft zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Spedition Betz Insolvenz: Willi Tochter meldet Pleite)





